Sonntag, 11. Mai 2014

La Dolce Vita

Handyfoto vom Nachtischbuffet

Heute wieder ein Bild vom Essen am Vorabend, perfekt zur Einleitung des Faulen Tages, dolce vita eben.
Wir haben nichts gemacht, außer vom Frühstückstisch an den Pool zu gehen, Mittags Pasta zu essen, ein bisschen zu schwimmen, lesen und spielen.
Der Poolwärter sieht aus, als sei er lange Jahre Skilehrer gewesen: Schlank, etwa 60, kurz geschnittene graue Haare, weiße Bermuda, weißes Polo, dunkelblauer Pullover, "Buon Giorno, Signora!".

Der Maitre im Restaurant guckt streng wie ein Schuldirektor und hat einen dunkelgrauen Anzug an. Die Ober (Ausdruck passt hier noch) haben weinrote oder weiße Jackets, jeweils mit goldenen Tressen auf der Schulter. Die einfachen Kellner zum Abräumen haben eine schwarze Fliege und ein weißes Jacket ohne Tresse. Ordnung muss sein!

So kurz nach vier gehe ich in den Ort bergab und bummele, kaufe ein Erdbeereis. Und, weil es so steil ist, fahre ich mit dem Hotelshuttle zurück.

So, und jetzt ist es 20 Uhr, Zeit für das Abendessen und die Weinflasche mit der Kette, heute ist Sonntag, da gibt es bestimmt keine Caprifischer. Ich werde berichten!

Also: Nur ein Pianoman und nur schwarze Kurzjackets ohne Tressen, außer dem in weinrot (aber ohne Tresse). Das verstehe ich nicht.

Armin und Heike Liegen


Weite Sicht bis zum Vesuv

Denkmal in Lacco Ameno

Aufgepasst, Tjorven



Bananenblüte

Lacco Ameno


Samstag, 10. Mai 2014

Relaxsessel oder Regiesessel


Genug Stadtpflaster gelaufen!

Heute ging es mit dem Zug von Rom nach Neapel (1,5 Stunden Schnellschnellzug).
Im Zug verwickeln uns zwei Frauen in eine Diskussion über Benedetto und unsere Meinung dazu, eine der Frauen hat ein Taschenbuch auf dem tisch liegen, der Titel hat irgendwas mit Päpsten zu tun. Ihre Meinung: Benedetto sei ein ausgezeichneter Theologe, aber einerseits zu theoretisch für das, was die Menschen brauchen und zu lehrhaftig integer für die Kurie, daher sei denen die Depression gerade recht gekommen. Die andere Frau hat eine Weile in Maastricht studiert, übersetzt Maschinengewehr-Italienisch ins Englische und kennt den Kölner Karneval. Was bedeute die Zahl elf fragt sie für den Karneval und ob es stimme, dass Karneval in kalten Länden gefeiert wird, weil der Winter so lang ist und man Spass braucht. Armin rollte mit den Augen (fühle ich als Luftbewegung).

Wir nehmen am Hafen das erste Schiff, dass nach Ischia geht und das ist eine langsame Fähre, die im Kielwasser eines großen Kreuzfahrtschiffs langsam an Procída vorbei nach Ischia fährt. ein Frau mit Kippe in der Hand (von der der Fahrtwind immer Asche auf unsere Kleidung weht (jetzt rollen wir beide mit den Augen) spricht uns auf deutsch an, ob wir schon mal auf Ischia waren und die Burg auf der Inselinsel sei wunderbar. Sie hat eine Stimme, als rauche sie 50 am Tag.

Ein Fahrer holt uns am Hafen ab und wir fahren immer bergauf zum Hotel, oberhalb des Dorfes Lacco Ameno. Das Hotel hat eine Traumlage. Wir checken ein und gehen zum Pool. Das Wasser im Hauptbecken ist fast zu warm zum schwimmen, überall Sprudel und Schwallbrausen, Salzthermalwasser. Das tut den vielgelaufenen Beinen gut.

Um acht gehen wir zum Restaurant, alle Frauen bekommen eine Rose, ich habe meine stehen gelassen, Mist!
Jetzt bin ich gerade runtergelaufen, aber das Restaurant war schon zu und dunkel. Jedenfalls ga es ein ziemlich großartiges Buffet und dazu zwei Musikanten. Noch mehr zum Augenrollen. Es war wie wenn man baden geht auf Teneriffa und dabei ging die Sonne hinter Capri unter und Marina, marina was für eine nacht. Erst war es lustig, aber als dann die deutschen aufgefordert wurden, den Caprifischertext mitzusingen, war es doch ein bisschen viel;).
Wir haben festgestellt, dass wir noch nie in einem Strand-Urlaubs-"Sommerfrische"-Hotel waren. Als ich ein Glas Wein bestellte, fragte man uns, ob wir Halbpension hätten. Das haben wir bejaht und dann schlug der Ober (alle vom alten Schlag) vor, ich solle doch eine Flasche nehmen und an den anderen Abenden weitertrinken. Und dann hat er allen Ernstes eine kleine Kette mit einem Metallschild mit der Aufschrift 331 um den Flaschenhals gehängt. Wenigstens gab es keine Serviettentaschen mit der Nummer 331.

Small leading hotel of the world...;), sanmontano.it

Trotzdem sehr schön!

Einfahrt in den Hafen von Ischia Porto

Hauptpool

Pinien, geformt wie Wolken (Uwe Timm, Römische Aufzeichnungen)

Blick auf Lacco Ameno und Casamicciola






Freitag, 9. Mai 2014

Walderdbeeren


Fangen wir einmal an mit einem Bild vom Abendessen vor einer Stunde. Dies ist die Vorspeise: Walderdbeeren auf Spinatblättern. Vegetarisches Restaurant seit 1979: Il Margutta, RestaurArte in der Via Margutta, der Galerienstraße.Armin hat mitgemacht und das Menu Classic bestellt und ich das Menu Light. Dafür hatte ich die fehlenden Kalorien durch Montepulciano natürlich Bio) ausgeglichen.

Nach dem Frühstück haben wir uns zu Fuß auf den Weg zum Pantheon gemacht.2000 Jahre altes architektonisches Meisterwerk mit Wow Effekt. Wenn man den Sonneneinfall durch das 9 m im Durchmesser große Loch der Rotunda auf meinem Foto sieht, kann man die esoterischen Lichtberechnungen der Menschen von den Alchemisten bis Dan Brown gut nachvollziehen. Zumal das ganze auch noch sphärisch exakt ist.
Tapete und Bücher in der Rezeption

Dan Brown im Pantheon I

Pantheon Sonenneinfall II
Vom Pantheon ging es weiter in Richtung Victor Emmanuele Denkmal, der sogenannten Schreibmaschine. Der Weg führte u.a. durch eine Straße voller Paramentengeschäfte. Sogar eine Wäscherei und Bügelstube gab es für klerikale Kleidung.

Pantheon

Vordach Pantheon

Hier kauft der Herr Pfarrer

...und hier läßt er waschen
Das Schreibmaschinendenkmal ist vor allem weiss und groß!



Dahinter fängt das historische, klassisches-Altertum-Rom an. Die späteren kaiser, wie Trajan und Augustus haben eigene Foren gebaut, als ihnen das Forum Romanum zu eng geworden waren. alleine das (sogar noch kostenlose) Vorbeilaufen an diesen Foren dauerte eine Stunde (mindestens) und erst neben dem Colosseum fängt das eigentliche (kostenpflichtíge) Forum Romanum an. 

Armin ist vergrippt und ich hatte neue Sandalen an (Flip Flops für alle Fälle noch in der Handtasche), ratet ´mal, wer nicht mehr ins Forum Romanum gegangen ist....



Wir nehmen die Metro bis Termini (Hauptbahnhof) mit dem Ziel Fahrkarten für Morgen zu kaufen. Für die Ticketschalter zieht man eine Nummer. Wir haben 083, zur zeit ist 885 dran. ich gehe -während Armin wartet- gefühlte drei km durch den Bahnhof zur toilette und schnell zurück. Lage unverändert, Armin wartet, man ist bei 930. ich gehe wieder los und kaufe eine Speicherkarte. Bei meiner Rückkehr steht es bei 948. Ich gehe zu den Fahrkartenautomaten und checke die Lage: Siehe da, es klappt. Als Nr. 980 dran ist, ahben wir die Fahrkarten schon...

Dann mit der Metro bis zur Piazza Barberini, der Station für die Fontana da Trevi, die ich gerne noch abhaken möchte. Die Füße tun weh, wir laufen erst noch einen ungeplanten Umweg um den Quirinalspalast herum, dann endlich kommen wir dem Brunnen näher. 250 Meter vor Königswinter entdecke wir in einer ruhigen Nebenstraße noch ein kleines Gasthaus Hosteria zur kleinen Orange und essen Schinken, Salami, selbst gebackenes Brot und Pasta. Glücksgriff, dann rein in die Flip Flops, Handtasche gut eingeklemmt und los in das Gedränge in Richtung Fontana die Trevi. Der Brunnen ist wirklich schön, aber das nächste Mal versuchen wir es um drei Uhr in der Nacht!

Über die Piizza di Spagna geht es zurück in das Hotel. Bitte drei Stunden keine Touristen mehr..., im Hotel kämpft von links ein Klavier gegen Popmusik von rechts, aber das klingt nett! Dazu Kuchen, Tee und ein Buch und KEINE Schuhe!

P.S. Wo sind eigentlich unsere Franzosen essen gegangen, heute haben wir sie nicht gesehen...:(
Vielleicht mögen Sie nichts Vegetarisches...

Blick vom Quirinalspalast

Wie war das noch mit Anita Ekberg?

Menschenmassen am Brunnen

Das ist der Brunnen
Uralte Treppe im Hotel

"Unsere" Straße, Hotel links mit Blumentöpfen




Donnerstag, 8. Mai 2014

Papst und Engel, Piazzas und Fontani

Gestern Abend waren wir um zwei Ecken herum in einem netten kleinen Restaurant. Am Nachbartisch saß ein nettes, junges  französisches Paar. Wir hatten die gleiche Vorspeise und beim Nachtisch haben wir es wie sie gemacht: So eine Art Trifle mit Erdbeeren und zwei Löffel. Heute abend waren wir ín die andere Richtung um zwei Ecken essen, uns siehe da, das Paar saß schon wieder da. Man hat sich begrüß wie alte Freunde.
Beide Restaurants waren übrigens gut.
Nr. 1 hieß Dilla:
http://www.tripadvisor.de/Restaurant_Review-g187791-d3136294-Reviews-Dilla-Rome_Lazio.html
Nr 2: Osteria Margutta
http://www.tripadvisor.de/ShowUserReviews-g187791-d743407-r119404836-Osteria_Margutta-Rome_Lazio.html.

Heute morgen gab es zum Frühstück unter anderem wieder die leckeren Kuchen ( der Marmorkuchen war besonders lecker und unser Filipino Koch/Manager nimmt NIE Butter, nur Öl, dann wird es so schön locker...!

Mit der Metro sind wir dann bis in die Nähe des Vatikan gefahren und haben das erste Mal Schlange gestanden (das letzte Mal war bei H & M auf der Via Corso ;).

Dreiviertel um den Platz herum war die Schlange , um in San Pietro hereinzukommen. Überraschenderweise hat es nur etwa eine halbe Stunde gedauert. Allerdings hat Armin sich mit einem Security Menschen angelegt und es fehlte wahrscheínlich nicht viel, da hätte er ihn nicht reingelassen. Dabei hat Armin nur einer jungen Frau geholfen wieder an ihr Schweizer Offiziersmesser zu kommen, dass sie hatte abgeben müssen, dann zunächst nach der Besichtigung abzuholen vergessen hatte und Armin hat es ihr aus dem Müll gefischt.

Der Petersdom war , um mit Juliane zu sprechen, " wenn es mein Fall wäre, wäre es schön". Beeindruckend war es aber in jedem Fall. Ich bin nicht der Fan von Kirchen mit Marmorintarsien. Leider konnte man keine Kerze anzünden, aber dafür sind wahrscheinlich zu viele Touristen und Besucher da.

Jedenfalls war es ein Ameisengewühle mit Japanern mit Sonnenschirm, Chinesen mit Gruppenbild ganze Familie, Tausenden Handyfotos, Vordrängler, Frommen, Verliebten, Familien und Busgruppen.

Vom Petersplatz aus gingen wir zur Engelsburg und über die Engelbrücke in das alte jüdische Viertel, wo wir in einer Osteria sehr gut gegessen haben ( Parmiggiano melanzane und insalata mista und hausgemachtes Brot).
Plötzlich waren wir nach dem Weiterbummeln am Camp Fiore und dann an der Piazza Navona. So viele Sehenswürdigkeiten hintereinander!

Zum Abschluß noch Sandalen und Badesachen. So, jetzt muß ich aufhören, ich bin mit dem Scrabblezug dran!










Mittagessen


Piazza Navona



Mittwoch, 7. Mai 2014

To Rome with love

Gerade noch den letzten Woody Allen Film mit dem oben angegebenen Titel gesehen und schon selbst in Rom!
Ich schreibe den Blog gerade auf dem Bett sitzend in der Casa Fabbrini, unserer Unterkunft, gelegen an einer engen Sackgasse im Fußgängerzonenbereich nahe der Piazza de Spagna (spanische Treppe).  In dieser Gasse gibt es keine Läden oder Cafés, daher auch nur Anwohner. Man hört aus der Wohnung auf der anderen Straßenseite, da wo das pinke Handtuch vor dem Haus hängt, Kinder beim Abendessen. Von irgendwo einen Kanarienvogel und am allerschrägsten ist die Geräuschkulisse vom Konservatorium. Geigen, die gestimmt werden und immer wieder Gesang. Tonleitern, Übungen und halbe Arien. Ab und zu weht der Duft von Gebratenem herein. So muß es sein, in einer Gasse in Roma!

Unsere Unterkunft hat nur 4 Zimmer. Für die maximal 8 Gäste gibt es noch zwei Wohnzimmer und eine offene Küche, wo immer eine Espressomaschine und ein Wasserkocher für Tee bereitstehen. Milch nimmt man aus dem Kühlschrank, gekühltes Wasser ebenso. Auf einer Anrichte stehen zwei selbstgebackene Kuchen zum Selbstbedienen und im Regal Gläser mit Cookies. Die Stufen sind aus dem 16. Jahrhundert und mittig ausgetreten, an den Decken alte Holzbalken. Einrichtung: Shabby chic meets eclectic. Sehr nett! wen es interessiert, mehr darüber auf:
www.casafabbrini.it

Es ist ein Tag des Leute beobachten!Erst im Regionalexpress nach Düsseldorf die Leute auf dem Weg zur arbeit und zum Flughafen, dann am Gate und im Flugzeug, im Zug und danach natürlich auf den Straßen.
Genug für einen ganzen Zettelkasten!

Erster Eindruck schon beim Zug vom Flughafen: Rom ist grün! liebevoll bepflanzte Balkone, Dachterrassen, bewaldete Hügel, Schirmpinien, Palmen, Topfblumen, blühende Büsche. Und schöne Straßen, romantische Ecken und Restaurants, das Klischee lebt! Wie im Woody Allen Film.

So, jetzt wird es langsam dunkel und der Duft aus der Küche gegenüber macht Lust auf Abendessen!

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Das ist NICHT der Petersdom



Spanische Treppe