Montag, 29. Juli 2019

Sheriffs und Rancher

Der Blog heute ist ein Nachtrag von gestern Da sind wir von Buffalo aus bis Silvergate/Cooke City in Montana gefahren. Silbergate liegt fast unmittelbar am Eingang zum Yellowstone National Park. Die Idee war, dass man in kurzer Zeit im Grasland des Tals des Flusses Lamar sein kann, der immer "Serengeti des Nordens" genannt wird.

Es verwundert natürlich nicht, dass es dort kein Telefonnetz gibt. Der mann am General Store, der gleichzeitig als Rezeption fungiert, zeigte mir das Emergency Telefon außerhalb der Eingangstor. satellitenbetrieben. Es sollte auch Walen in den Cabins geben, aber ebenfalls natürlich über die Satellitentelefonanlage, also bitte nur texten und E-Mailen, keine Uploads oder Downloads. Nun hätte ich also den Blog nicht hochladen können. Aber das Netz funktionierte komplett nicht. Vielleicht lag es am Hagelsturm und Gewitter, dass uns nach einer kleinen Abendrunde furch das Lamar Valley buchstäblich eiskalt erwischte. Innerhalb von Minuten sank die Temperatur von gut 22 Grad auf 1 Grad.

Hagelsturm

37 Grad Fahrenheit


Also gab es gestern keinen Blog und wir haben so viel schöne und verschiedene Landschaften gesehen, dass es nicht in einem zu machen ist. Inzwischen sind wir in Jackson, Wyoming und darüber schreibe ich dann morgen früh unserer Zeit.

Zurück also nach Buffalo und zum gestrigen Tag!

Es geht von Buffalo zunächst über den Highway 16, gleichzeitig der Scenic Cloud Skyway, immer nach Westen in Richtung Yellowstone durch die Big Horn Mountains.

Buffalo hat uns richtig gut gefallen und ich wollte ja noch die Geschichte vom Sheriff  erzählen:

Der arme Kleinbauer sieht erschreckt...

...den bösen Großrancher heranreiten
Buffalo hat einen Helden und der heißt Sheriff Red Angus. Im Jahr 1892 gab es im Johnson County, zu dem Buffalo gehört, Auseinandersetzungen zwischen Ranchern und Ranchern. Auf der einen Seite standen die großen Viehbarone, die gar nicht vor Ort lebten, sondern zum Beispiel im weit entfernten Cheyenne. Auf der anderen Seite standen die kleinen Viehbetriebe und die Homesteaders , genannt Nesters) vor Ort.
Die  Großbetriebe  wollten sich nicht von den Kleinen weiter auf der Nase herumtanzen lassen und griffen zu drastischen Mitteln: Sie machten in Texas bekannt, dass Söldner gesucht würden für USD 5 am Tag mit einem 50 USD Bonus für jeden getöteten Kleinrancher und Kleinbauern. Am 6.April 1892 kam ein Zug mit 26 Killern aus Texas und 24 Wyoming  Männern, angeführt von Major Frank Wolcott , der einst im Militär gedient hatte, nun aber Angestellter des Viehzüchterverbandes von Wyoming war.
Es gab eine Todesliste mit Namen von 70 Aufrührern aus Johnson County, darunter Sheriff Red Angus. Das Todeskommando begann auf der KC Ranch (da, wo heute die Stadt Kaycee ist), um dort Nick Ray und Nate Champion zu eliminieren. Nach mehreren Stunden Kampf erwischten sie Ray, Champion aber kämpfte tapfer weiter. Erst nachdem sie ihn ausräucherten, musste er das Haus verlassen und wurde dabei auch erschossen.

Dann zogen Wolcott und seine Männer 30 Meilen nach Norden zur TA Ranch, wo sie sich verschanzten und auf Sheriff Angus mit seinen Männern warteten. Als der nächste Tag anbrach, waren die Eindringlinge von 200 Einheimischen umzingelt. Alles Kleinrancher und Siedler aus der Umgebung von Buffalo. Nach einer dreitägigen Belagerung , bei dem heftig gefeuert wurde, gab es nur ein Opfer und zwar unter den Texanern. Einer war angeschossen worden, überlebte dies zwar sogar zunächst, starb dann aber an Wundbrand.

Inzwischen hatte der Gouverneur den Präsidenten Harrison umd Unterstützung des Bundes gebeten. Der sandte Truppen vom nahegelegenen Fort Mc Kinney. Die Kavallerie errichte die Ranch, als Red Angus gerade Dynamitstangen legte um das Ranchgebäude in die Luft zu jagen. Die Invasoren wurden festgenommen und schlussendlich ohne Prozeß ( der war dem County Johnson zu teuer) nach Cheyenne transportiert. So kamen sie zwar straffrei davon, aber die Vorkommnisse beendeten die Vorherrschaft der Großrancher für immer.

Auch ein zweiter Sheriff ist für Buffalo wichtig. Dies ist die Krimiromanfigur Walter Longmire. ich hatte mir noch zuhause den ersten Krimi aus einer ganzen Reihe heruntergeladen (Tipp des South Dakota Reiseführers aus dem Moon Verlag) . Nun gehen wir am Abend durch Buffalo und an jeder Laterne hängt ein banner mit Figuren aus seinen Büchern und in mindestens drei Läden habe ich jede Menge Merchandising Artikel  im Schaufenster gefunden. Wer Longmire (von Craig Johnson) gelesen hat, weiss, wie es in den Bighorn Mountains so zugeht. Besonders populär ist er landesweit geworden, durch eine Fernsehserie, die von 2012-2017 in mehreren Staffeln lief und viele Freunde hatte.

Longmire Schaufenster

Die Berge  liegen fast ausschließlich auf einer Höhe von über 1.500 m über dem Meeresspiegel. Die größte Erhebung ist mit 4.020 m der Cloud Peak in den Bighorn Mountains.

in den Big Horn Mountains

Bighorn

Ten Sleep


Kommt man hinunter nach Ten Sleep, begegnet man einem anderen Krimihelden Wyomings: Hier wohnt der fiktive Wildlife und Fisheries Ranger Joe Pickett. Davon habe ich im Laufe der Jahre natürlich auch schon ein paar Bücher gelesen. Ten Sleep ist nach der Indianer Reisegröße von 10 Tagesreisen vom Fort Laramie über den Bringer Trail bis Ten Sleep benannt.

Worland mit den Badlands im Hintergrund
Hinter Ten Sleep kommen Badlands (der Reiseführer Wyoming off the beaten Track sagt hierzu, there are as bad as can be) und dann kommt man 42 km weiter zur Oasenlandschaft von Vorland. Hier wurde einst Zeit ein Bewässerungskanal angelegt, der  Ackerbau ermöglichte. Es werden vor allem Zuckerrüben angebaut und eine Zuckerfabrik gibt es auch. Außerdem wurden hier die Knochen eines Mammuts gefunden.

Wyoming ist Öl und Gas - Land 

Von Worland kommen wir nach Greybull. Über Greybull kann man nicht viel sagen und man findet auch im Internet nicht viel.
Die Handelskammer drückt die Besonderheiten so aus:

"Greybull is located right between Yellowstone and the Black Hills
As of March 2013, the Greybull Cost of Living and Crime Indices are significantly lower than the US average, while the Air and Water Quality Indices are notably higher!

Immerhin hat Greybull einen ziemlich guten Supermarkt, also wirklich gut, nicht ironisch gemeint. Öl und Gas sieht man übrigens immer wieder , wenn man über Land fährt.

Hauptstraße und Bahnanlage

Der Supermarkt

Prärie auf dem Weg nach Cody


Der nächste Ort ist dann Cody, eine Gateway Stadt für Yellowstone und Hauptort des bekannten Jägers Buffalo Bill.

Wären wir von Vorland eine etwas andere Strecke nach Cody gefahren, wären wir durch  Meteetsee (schon allein der Name klingt interessant) gekommen. Wenn es nicht 20 Meilen Umweg gewesen wären und es sicherlich nur eine  verschlafene Kleinstadt ist, wäre ich  wegen der folgenden Geschichte hingefahren.
 Sie handelt aus der Zeit, als im Ort noch eine Bank operierte. Es war ein sehr ruhiger Ort und nicht viel los. An einem schönen Sommertag nahm der Filialleiter aus der Ecke neben dem Schreibtisch seine Angelruten und verließ die Bank durch die Hintertür. Hinter der Bank, ganz in der Nähe floss ein Bach. Der Filialleiter fing mit dem Fliegenfischen an. Da kam zufällig ein Bankinspektor aus dem fernen Cheyenne und fand die Bank zwar offen, aber leer vor. Verärgert drückte er den Notfallknopf , um dem Filialleiter eine Lehre zu erteilen. Nach wenigen Minuten gab es auch eine Antwort darauf. Herein kam aber nicht, wie der Inspektor gedacht hatte, der Sheriff, sondern die Kellnerin der Outlaw Bar mit einem Tablett mit 2 Gläsern Bier.

Wir sind vor 12 Jahren schon einmal durch Cody gefahren und fanden es damals schon in die Kategorie "Königswinter" fallend. Da wir aber dringend einen Kaffee brauchen, halten wir vor dem Abbiegen  Straße  nach Red Lodge, Montana noch bei einem Mc Donald. Alleine das Zubereiten des "Americano" Kaffee, der auf dem Mc Café Bord steht (Espresso gibt es nur mit Karamell), durch zwei Jungs, die gerade in den Sommerferien jobben, nehme ich an, wäre eine eigene Geschichte wert. Aber noch netter ist der Tisch mit den Männern in Cowboystiefeln und -hüten. Einer hat offenbar eine Farm mit 50 Acres Bohnen, der andere eine Ranch. Es gab noch zwei Buddies , alle 4 um die 60 und einen jungen Man, die Ranchhand. Hier im Mc Donalds sind wir weit und breit die einzigen Touris.

Es geht weiter zum  Chief Joseph Scenic Highway, der auf den Beartooth Highway stößt und nach Silbergate führt. Besonders beeindruckend ist der Dead Indian Pass auf 2.460 m  im Absaroka Gebirge:
Dead Indian Pass is associated with the flight of the Nez Perce Indians during the Nez Perce War in 1877. Pursued by several hundred soldiers led by General O.O. Howard, Chief Joseph led 700 Nez Perce men, women, and children and 2,000 horses through Yellowstone Park eastward and into the Absaroka Mountains. From the Absarokas the Indians looked for a route to the Great Plains. However, the U.S. army had anticipated that the Nez Perce would attempt to break out of the mountains onto the Plains and had stationed General Samuel D. Sturgis and 600 cavalry near the base of the mountains to intercept the Indians. Sturgis's forces were strategically placed where he could move quickly south or north toward known trails along Clarks Fork or the Shoshone River.
Sturgis discounted the Clark's Fork exit from the mountains, "finding that no trail could possibly lead through it." The lower several miles of Clark's Fork passed through a narrow canyon with vertical walls.On September 8, 1877, the Nez Perce reached Dead Indian Pass, about six miles from Sturgis's force on the Plains below. Their advance scouts observed the soldiers far below awaiting their appearance. If the Indians took the open and easy route to reach the Plains, they would be easily visible. Instead, they attempted a difficult maneuver to mislead the soldiers. They feinted going south toward the Shoshone River by milling their horses in a big circle to kick up visible dust and sell Sturgis on the idea that they were heading south. Then, invisible to army scouts, they sneaked back north, concealed by heavy timber, and traversed Dead Indian Gulch down to the Clark's Fork River. Dead Indian Gulch was a narrow, steep-sided slit in the rock, dropping almost vertically for 1,000 feet and barely wide enough for two horses to go side-by-side. "In a cleanly executed maneuver," said a military historian, "the Nez Perce had countered an extremely serious threat and won a brilliant, though temporary respite."
Sturgis took the bait and led his soldiers away from the Clark's Fork and headed south to the Shoshone. The Nez Perce passed out onto the Great Plains unopposed. Sturgis quickly realized his error and turned around. He met up with Howard on September 11 who had descended the Clark's Fork following the Nez Perce's route, but the two military forces were now two days and 50 miles behind the Nez Perce. The U.S. army would not finally corner and defeat the Nez Perce until nearly a month later at the Battle of Bear Paw. https://en.wikipedia.org/wiki/Dead_Indian_Pass
Die Aussicht vom Pass ist atemberaubend.

Blick vom Dead Indian Pass, Absarokas

Blick vom Dead Indian Pass, Absarokas


Blick vom Dead Indian Pass, Absarokas

Blechsilhouetten machen die Geschichte greifbar

Blick vom Dead Indian Pass, Absarokas


Es ist eine ganz großartige Strecke. 

Einer der Bärenzähne des Beartooth Highways

Cabin in Silvergate

Cabin in Silvergate

Das Gewitter zieht auf

Lamar River
 Wir checken in unserer kleinen Cabin ein und machen noch einen kleinen Gamedrive. Wie anfangs berichtet, kam dann der Hagelsturm!


Büffel am Abend


Samstag, 27. Juli 2019

Von South Dakota nach Wyoming

Heute geht es weiter von South Dakota nach Wyoming. Wir nehmen die Strecke entlang der 385 North nach Deadwood und Lead. Diese beiden, fast nebeneinander gelegenen, Orte spielten eine bedeutende Rolle beim Goldrausch in den Black Hills und den nachfolgenden Auseinandersetzungen mit den Native Americans. Custer hatte bei der Erkundung der Region nicht nur seine Abteilung der Kavallerie dabei, sondern auch Prospekten und andere Sachverständige, die die wirtschaftliche Verwertungsmöglichkeit , aber auch die Landschaft unter biologischen und geographischen Gesichtspunkte einschätzen sollten. Sie fanden Gold.
Main Street von Deadwood

Main Street von Deadwood

 Im Jahr 1876 begann der Goldrausch auch in den beiden Orten im Norden der Black Hills. Deadwood entwickelte sich zu einem notorischen Ort, voller Goldsucher, Spieler, Prostituierter und jede Menge Gauner. Auf dem Friedhof von Deadwood sind Calamity Jane ind Bill Hickok begraben, die bekanntesten aller schrägen Figuren im Ort. Hickok und Calamity Jane lernten sich als Begleiter eines Siedlertreks kennen. Calamity Jane in Herrenkleidung, trinkfest und schusssicher und (wahrscheinlich erfolglos) in Bill verliebt. Bill ein notorischer Pokerspiele, der schließlich von hinten in einem Saloon, am Pokertisch sitzend von einem Mann, dem er das Geld aus der Tasche gezogen hatte, erschossen wurde.
Calamity Jane war unterdes als Reiterin auf dem Pony Express als Briefkurierin zwischen Cutters und Deadwood tätig. Sie starb an den Folgen ihres Alkoholabusus.
Deadwood ist als architektonisches Gesamtes im Register if Historic Places. Die letzten 4 Bordelle wurden erst Anfang der 1980 er geschlossen. Heute ist es ein Touristenmagnet, weil in der Stadt das Spielen erlaubt wurde und das Einkommen aus den Casinos viele Renovierungen ermöglichte.

Weniger glamourös und zügellos ging es unterdes in Lead zu (sprich Lead wie read und nicht Lead wie bread= Hat nichts mit Blei zu tun, sondern mit einer Landschaftsform).
Lotus Up Café in Lead

Tasse im Lotus Up Café in Lead


Die dortige Mine wurde 1879 von der Hearst Familie gekauft, deren Sohn William Randolph Hearst die MIne nicht übernehmen wollte und stattdessen zum San Francisco Chronicle ging und später der  bekannte Pressemogul wurde, dessen Castle wir 2004 in Kalifornien besichtigt haben.

Nachdem Tod des Vaters übernahm also die Witwe die Zügel und leitete das Unternehmen. Sie hat die Homestake Mine unter Achtung vieler sozialer Aspekte geleitet. Unter anderem liess sie ein Freizeitzentrum mit Oper bauen und eine stellte den Mitarbeitern eine Bibliothek mit 8.000 Büchern zur Verfügung. In den meisten Gegenden hielt der Goldboom nur weniger Jahre an. Die Homestake Mine wurde aber erst 2002 geschlossen. Die Mine ist unglaubliche 2.600 m tief und damit die tiefste Mine zumindest der  westlichen Welt.

Die Homestake Mining Company war eines der größten Bergwerksunternehmen, das Gold förderte. Gegründet wurde das US-amerikanische Unternehmen 1877 und war im Goldabbau vom 19. – bis zum 21. Jahrhundert bedeutend. 2002 wurde es von der kanadischen Barrick Gold Corporation übernommen. 1879 wurde Aktien des Unternehmens herausgegeben und es wurde zum Unternehmen, das am längsten an der New York Stock Exchange gelistet war.
Die Mine produzierte 1,240,000kg Gold.

Es gibt noch eine unglaubliche wissenschaftliche Nutzung der Mine:
The Barrick Gold Corporation (which had merged with the Homestake Mining Company in mid-2001) agreed in early 2002 to keep dewatering the mine while owners were negotiating with the National Science Foundation over the mine as a potential site for a new deep underground laboratory (DUSEL). But progress was slow and maintaining the pumps and ventilation was costing $250,000 per month. The owners switched the equipment off on June 10, 2003 and closed the mine completely.

The Homestake Mine was selected in 2007 by NSF for the Deep Underground Science and Engineering Laboratory (DUSEL). In June 2009, researchers at University of California Berkeley announced that Homestake would be reopened for scientific research on neutrinos and dark matter particles using DUSEL and Large Underground Xenon experiment.
The Barrick Gold Corporation (which had merged with the Homestake Mining Company in mid-2001) agreed in early 2002 to keep dewatering the mine while owners were negotiating with the National Science Foundation over the mine as a potential site for a new deep underground laboratory (DUSEL). But progress was slow and maintaining the pumps and ventilation was costing $250,000 per month.The owners switched the equipment off on June 10, 2003 and closed the mine completely.Research into enhanced geothermal systems is also being prepared in the mine.

Sinn des Labors war es, Experimente ohne kosmische Strahlung durchführen zu können.

Forschungszentrum in Lead, dahinter der offene Minenteil

In der Quelle Wikipedia zur Homestead Mine finden sich noch viele weitere Infos, auch zum Goldabbau und den nicht immer feinen Methoden des Zukaufs von Claims.
Spearfish Canyon

Weiter geht es durch den landschaftlich großartigen Spearfish-Canyon und dann weiter auf dem Interstate 90 nach Westen bis Sundance . Hier wurde Sundance Kid wegen Pferdediebstahls zu 18 Monaten Haft verurteilt. Danach schloss er sich mit Butch Cassidy zusammen und sie gründeten eine Bande, die unter dem Namen "The Wild Bunch" bekannt wurde.
Sundance

Etwa 50 m später kommen wir zum Devil´s Tower National Monument, einem etwa 260 m hohen Berg/Turm aus Basalt , der eigentlich ein vulkanischer Schlot war, bevor die weicheren Erdschichten drumherum erodierten. Nach der Indianerlegende ist es ein kleiner Fels gewesen, auf den sich 7 junge Frauen vor einem Bären geflüchtet hatten. Nachdem sie um Rettung gefleht hatte begann der Fels zu wachsen und er wurde sehr sehr hoch, so dass sie in Sicherheit waren. Die Streifen am Berg sind die Krallenabdrücke des Bären, der mit seinen Tatzen abgerutscht ist.

Devil´s Tower

Landschaft am Devil´s Tower

Devil´s Tower

Devil´s Tower

Devil´s Tower

Indianischer Gebetstücher überall

Devil´s Tower

Block vom Towerweg in das Rauchland

Im Hollywoodfilm der Begegnung der dritten Art landeten (Drehort) hieraus fie Aliens.

Von dort geht es weiter über den heute unbedeutenden Flecken Moorcroft, der aber in den 1880ern und 1890ern ein bedeutender Umschlagplatz für Vieh war, welches hierhin getrieben und mit der Eisenbahn weitertransportiert wurde.
Noch immer fahren lange Züge durch Moordrift (Hintergrund)

Ziel für heute ist Buffalo am Rande der Bighorn Mountains. Eine sehr nette kleine Stadt mit knapp 5.000 Einwohnern, zu der es auch wieder viele Geschichten gibt. Aber die erzähle ich morgen!

Gegessen haben wir heute Abend im Traditionshotel (denkmalgeschützt und auch im nationalen Register historischer Orte): The Historic Occidental Hotel mit seinem Restaurant "The Virginian". Sehr nett und lecker. Als Demo standen übrigens neben unserem Tisch drei Luftbefeuchtern aus diesem bakelitähnlichen Material, wie sie bei uns zuhause früher an der Heizung hingen. Darauf gedruckte Zeichnungen alter Kostüme mit deutscher Bezeichnung. (z.B. Pariser Mode 1880). Und der Maitre, wenn man ihn so bezeichnen will, hatte eine weisse Serviette aus der Gesäßtasche hängen. Alle sehr vornehm, wie es sich gehört für das Traditionshotel von Buffalo.

Occidental Hotel, Buffalo

Occidental Hotel, Buffalo

Occidental Hotel, Buffalo, Virginian

Occidental Hotel, Buffalo, Virginian 

Occidental Hotel, Buffalo


Freitag, 26. Juli 2019

Crazy Horse und die Indianer der Plains

Ich hatte gestern angekündigt, dass ich heute etwas zu den Indianerkriegen erzählen wollte.
Passend dazu geht es heute nach einem Vormittag auf der Happy Porch zum Denkmal von Crazy Horse.
Unsere wunderbare Cabin habe ich über vrbo.com (gleich Fewo-direkt.de ) gemietet. Man kann aber auch direkt bei den Eigentümern buchen: pleasantvalleyfarmandcabins.com. Unbedingt empfehlenswert! Wir werden unsere Happy Porch vermissen.

Dirt Road durch das Pleasant Valley

Happy Place 1

Happy Place 2



Zurück zu Crazy horse: Hierbei handelt es sich nicht etwa um eine lebensgroße Statue, sondern um ein Lebenswerk des Bildhauers, dass inzwischen schon 3 Generationen (nacheinander) beschäftigt und vermutlich noch einmal genauso lange dauern wird, bis es fertig ist. Dann wird es das größte Denkmal der Erde sein (so der Guide) , größer als die Pyramiden und die Sphinx. Das ist allerdings Definitionssache, aber trotzdem einbeeindruckendes Unterfangen.

Modell und Original: Crazy Horse

Ausmaße des Denkmals Crazy Horse

Chief Henry Standing Bear hatte  14 Jahre lang mit Unmut dem Bau des Mount Rushmore Denkmals zugesehen hatte.1948 kam er zum Bildhauer Korczak Ziolkowski, der bereits unter Borglum am  Rushmore gearbeitet hatte, um mit ihm über ein Unternehmen zu sprechen, dass ebenfalls mittels  Bildhauerei einen indianischen Anführer  abbilden sollte. Ziolkowski willigte ein, das Denkmal in Angriff zu nehmen. Ihm schwebte eine groß angelegte Kombination der größten Bergbildhauerei der Welt , kombiniert mit Museum, Universität und medizinischem Zentrum vor.

Henry Standing Bear, der Initiator

Ziolkowski begann ganz alleine mit der Arbeit. Nach seinem Tod führten die Kinder und Enkelkinder die Arbeit weiter. Derzeit arbeiten etwa 15 Arbeiter ganzjährig an der Umsetzung. Der Berg soll komplett in den Native American  Crazy Horse, mit ausgestrecktem Arm in die Ferne zeigend und auf einem Mustang sitzend, umgestaltet werden. Das etwa 30 Meter hohe Gesicht (ein Drittel höher als die Köpfe am Mount Rushmore) ist inzwischen fertig. Der Finger der ausgestreckten Hand ist schon zu erkennen. Die Lücke zwischen dem vorgebeugten Reiter und dem Pferderücken einstweilen nur ein rundes Loch, der Pferdekörper ist roh behauener Stein ohne Konturen. Ziolkowski, Hatte mit einem Vorschlaghammer begonnen. Inzwischen wird umfangreich gesprengt. Wer hier arbeiten will, muss sich mit Steinmetzarbeiten und mit Dynamit auskennen. Plastiksprengstoff geht nicht, der Stein würde unberechenbar bröckeln. Arbeiter, die das Beides können, sind nicht einfach zu finden. Crazy (no pun intended).

Bitte den Größenvergleich mit dem Bagger zur Kenntnis nehmen!

Man sieht oben rechts den Finger

Details Auge von Crazy Horse

Kopf 30 m

Ausgewählt als Vorbild aus vielen Chiefs (Sitting Bull, Red Cloud und Spotted Tail kamen auch in Betracht) wurde Crazy Horse.  Der wiederum wurde 1804 in South Dakota geboren und gehört zum Stamm der Lakota.  Er gewann viele Kämpfe gegen die weißen Siedler und die Armee. Im Mai 1877 zog er nach einem bitterkalten Winter mit einem Gefolge von 900 zum Fort Robinson in NW Nebraska und legte alle Waffen nieder. 4 Monate danach wollte ihn ein Wächter einschliessen, Crazy Horse wehrte sich und wurde von einem Bajonett des Wächters erstochen.

Sitting Bull

Crazy Horse

Chiefs

In der Zeit zuvor waren im Bereich von South Dakota viele kriegerische Auseinandersetzungen mit den Einwanderern. Im Westen zogen die Komantschen zudem nach Osten, um den im Ersten siedelnden Weißen zu entgegen. Die Komantschen waren versierte Krieger und nun auch im Konflikt mit den Indianern der Great Plains. Die wiederum hatten weniger Ärger mit den durchziehenden Siedelnden, als mit den in Scharen einfallenden Goldsuchern, mit dem Eisenbahnbau und auch im geringeren Maße mit den Siedlern.

Mother Earth´s Sentinel von Daniel Long Soldier, CH Museum

Relief Schlacht am Little Big Horn, Charlie Kinkade, CH Museum

Das Ganze ist ziemlich kompliziert und schlecht zusammenzufassen. Die verschiedenen Interessen lassen sich vielleicht so sortieren:

Native Americans wollten:
Keine Zäune
ihre Kultur behalten
Bisons jagen

Die weißen Auswanderer wollten:
Land besitzen und einzäunen
Vieh züchten und auf der Prärie keine Fresskonkurrenten haben
Goldgräber und Minenbesitzer wollten Schürfrechte und Eigentum, da wo Gold und Mineralien waren, egal, wem das Land warum gehörte
Eisenbahnbarone wollten keine Büffel, da die die Lokomotiven beschädigen konnten. Wenn im Winter die Büffel sich in den geschützten Bergdurchbrüchen der Eisenbahnlinien vor dem Schnee schützten, kamen tagelang keine Züge durch.

Das konnte nicht lange gutgehen. Immer wenn die zuständigen Behörden einen Vertrag mit den native Americans ausgearbeitet haben, in dem Rechte der Indianer in einem Gebiet respektiert wurden, wurde genau dort Gold gefunden und kein Weißer hielt sich mehr an die Vereinbarung.
Am Ende wurden auch hier in den Plains die als Nomaden lebenden Indianer in Reservate gesteckt. Was sollten sie auch jagen, die Büffel waren sowieso alle erlegt worden.

Besonders die Goldfunde in South Dakota lösten Konflikte aus. Es gab mehrere große Schlachten:

Der Vertrag von Fort Laramie aus dem Jahr 1868 gestand den Stämmen der Lakota, Arapahoe und Dakota die Jagdrechte und die Eignerschaft u.a. der Black Hills zu. Der Vertrag hielt nur, bis 1874 Gold in den Black Hills gefunden wurde. Crazy Horse war zu dieser Zeit in seinen Dreißigern und hatte bereits den Ruf eines herausragenden Kriegers.
Er führte seine Leute erfolgreich an im Kampf nahe Fort Kearny. Die Schlacht wurde unter dem Namen "Fetterman Massacre" bekannt.
Ebenso war er einer der Anführer in der Schlacht am Little Big Horn, auch bekannt als "Custer´s Last Stand". Der dritte große Kampf erfolgte in der Schlacht am "Wounded Knee".
 Der berühmteste Kontrahent war Sitting Bull. Ursache dieses Konflikts war ebenfalls der Bruch des Vertrages von Fort Laramie. Diesmal ging es um Land für die Sioux, dass von weißen Siedlern besetzt wurde. Weitere Verhandlungsversuche in den Jahren 1880 und 1882 scheiterten am Senat. Erst unter General George Crook (Name sollte Programm werden), dem die Sioux vertrauten, gelang es, den Konflikt zu befrieden, indem er den Sioux und den Cheyenne  Reservate einrichtete und den Indianern im Gegenzug Vieles versprach, unter anderem Pferde. Als diese Versprechen nicht eingehalten wurden, begannen die Cheyenne mit dem "Ghost Dance", durch den die Büffel zurückkommen un die alte Lebensweise wieder ermöglicht werden sollte. Den Siedlern waren diese Ghost Dances im höchsten Maße unheimlich und sie baten die Kavallerie um Verstärkung und Schutz. Die eilte 1890 mit der 7. Kavallerie zur Hilfe. darunter auch Soldaten , die Little Big Horn überlebt hatten.
Sie nahmen als Erstes Sitting Bull fest, der sich dagegen wehrte und getötet wurde. Als die Nachricht von seinem Tod bekannt wurde, flohen die Indianer unter ihrem Anführer Big Foot von den Badlands nach Süden. Als die Kavallerie sie bei Wounded Knee einholte, hatten die Indianer bereits die weiße Flagge gehisst und die Waffen niedergelegt. Sie wurden in den kleinen Ort gebracht und in der Nacht wurden ohne Grund 200 Indianer, darunter viele Frauen und Kinder mit Hotchkiss Guns (Vorgängerform von Maschinengewehren) erschossen. Die Infos sind teilweise entnommen dem hilfreichen amerikanischen Reiseführer Mount Rushmore & The Black Hills aus dem Moon Verlag.

Es gäbe noch viel zu sagen, zu den Wanderungen der verschiedenen Tribes und Bands, zu ihrem Leben und ihrer Kultur. Einen interessanten Überblick habe ich hier gefunden:
https://www.newworldencyclopedia.org/entry/Plains_Indians.

Wir werden die Fertigstellung des Crazy Horse Denkmals (Höhe etwa 22 Stockwerke) in keinem Fall mehr erleben. Tjorven und Anton haben eine gute Chance!

Ansonsten haben wir heute eine sehr leckere Blackberry Pie in Bobcats Purple Pie Place gegessen und noch einmal eine große Bisonherde und zwei Pronghorns auf dem Wildlife Loop im Custer State Park beobachtet. Wilde Truthähne hatte ich heute am Crazy Horse Memorial gesehen.


Bobkats Purple Pie in Custer


Zum Abschluss des Tages bummeln  wir noch über die Hauptstraße von Custer. Morgen geht es dann nördlich durch die Black Hills und den Spearfish Canyon und dann immer nach Westen nach Wyoming.
Custer State Park

Pronghorn Antelope - Gabelbock

Bison

Ken´s Rockshop in Custer

Ken´s Rockshop in Custer, Bison

Ken´s Rockshop in Custer, Bisonkopf, USD 160

Ken´s Rockshop in Custer

Laden auf der Hauptstraße von Custer


Custer

Bemalter Bison, Custer

Altes Haus, Custer

Custer

Custer

Custer