Samstag, 6. Februar 2016

Von Priwall ins Mecklenburgische

Die Apple Texterkennung hat gestern aus Eutin "Turin" gemacht und heute aus Priwall "Privat". Von mir aus kann sie die Einschreie (das hat die Texterkennung jetzt z.B. gerade für Einmischerei geschrieben-macht doch absolut nicht mehr Sinn!?) auch ganz lassen. Wenn ich ´mal wieder Unsinn schreibe, liegt es also nicht unbedingt an mir.

Nach dem Frühstück geht es heute bei bewölktem Himmel mit ein paar hellblauen Lücken zu Fuß zur Priwall-Fußgängerfähre. Die fährt im Winter aber gar nicht. Also zurück ins Hotel, Autoschlüssel holen, Auto holen, dicke Jacke gegen dünnere austauschen und wieder los zur Autofähre. Die hätte uns zwar auch als Fußgänger mitgenommen, aber jetzt wollen wir nicht mehr.  Auf dem Priwall gibt es ein kunterbuntes Durcheinander von Häusern: Einfamilienhäuser, ein paar Villen, Strandhäuser, die aussehen, wie Datschen, aber ein paar Hundert Meter vor dem Sperrgebiet lagen. Ein Landau Ferienpark, ein Yachthafen, verlassene kasernenähnliche  Gebäude, früher teilweise als Krankenhaus genutzt, heute abbruchreif, einen Campingplatz, eine Seniorenresidenz und einen breiten Sandstrand, noch heute teilweise als FKK-Strand genutzt. Früher durch eine rot-weiße Kette abgetrennt vom Strand, der bereits DDR-Staatsgebiet war. Von den Grenzwachtürmen aus hatten die Grenzer mit ihren Ferngläsern einen Prima-Blick auf die westdeutsche Körperkultur. Der Priwall wirkt ein bisschen altmodisch und die Lokale gleichen denen von Schrebergartenvereinsheimen. Es gibt eine große Neubauinitiative, aber auch Proteste gegen eine tourismuszensierte Umgestaltung des Priwalls.
Die Halbinsel Priwall ist eine Merkwürdigkeit, da sie während DDR-Zeiten zur Bundesrepublik gehörte und nur per Fähre erreichbar war. Heute wie damals verläuft die Grenze nach Mecklenburg Vorpommern am schmalen Verbindungsstück zum Bodden.

Hier ein Text-Ausschnitt des Deutschlandradios mit Stimmen, wie es war:

"Wir sind jetzt also direkt am Priwall."

An der schmalen Landbrücke die auf die Halbinsel führt. Hier zerteilte der Grenzzaun den Strand. Richtung Osten verliefen die Sperranlagen 20 Kilometer parallel zur Küste.

Ulrich: "Dann kam dieser erste Zaun, drei Meter hoch."

Immer entlang der Dünen. 

Ulrich: "Und dahinten lief dieser Grenz-Signal-und-Sperrzaun mit den Drähten dran. Erst mal zwei Meter hoch mit Streckmetall und dann Drähte, wenn man die dann zusammendrückte oder durchschnitt, dass sie auslösten."

Zwischen diesen beiden Zäunen war eine 500 Meter breite Schneise mit Grenztürmen, Minenfeldern und Hundelaufanlagen. Wer das als Flüchtender hinter sich gebracht hatte, den erwarteten Suchscheinwerfer, Grenzschiffe, die Erfassung durch Radar und schließlich das Zuchthaus. Dennoch versuchten ab 1961 über 5000 Menschen über die Ostsee zu flüchten. Selbst in Badehose war das ein Angriff auf die Seegrenze der DDR, wie es offiziell hieß. Gerade ein Zehntel der Flüchtenden kam im Westen an. Mindestens 200 Menschen ertranken. Die meisten vor der Küste zwischen Brook und Priwall. "
Quelle: http://www.deutschlandradiokultur.de/es-geschah-zwischen-priwall-und-brook.1001.de.html?dram:article_id=156922

Wir fahren von Priwall an Pötenitz (die Texterkennung macht übrigens daraus Potenz) und weiter über Harkensee nach Barendorf. Die kleinen Dörfer haben teilweise noch Kopfsteinpflaster, viele Höfe haben einen Ententeich (Löschteich) und riesenhafte Scheunen. Immer wieder ist das Land etwas sumpfig, manchmal wie ovale Flecken in den weiden oder Feldern , 50-100 Meter lang und von einem Kreis Kopfweiden umgeben. Läden oder Cafés finden man nicht, ab und zu ein Gasthaus, aber die sehen so aus, als seinen sie Teil eines Privathauses und zu sowieso.
Auf dem Weg hinter den Dünen, auf dem ehemaligen Patrouillenweg der DDR-Grenzer ist heute ein Fernwander- und Radweg. Wir parken den Wagen und überqueren den Weg in Richtung Dünen und Meer am Zugang Nr. 7.

In weitem Bogen kann man kilometerlang strandwandern. Ostseemäßig mit kleinen Dünen auf der einen Seite und Badewannenwasser auf der Anderen. Dazwischen Sand mit Beinchen (schon wieder die Texterkennung: Es sollte Steinchen heissen) und Muscheln. Hier wachsen sehr viele hohe Sanddorngehölze. Man blickt auf Travemünde und Timmendorf. Ich denke, dass das doch für die Menschen zu Zonenzeiten verlockend gewesen sein muss, ein Ruderboot könnte es sogar schaffen. Jedenfalls vielleicht, denn die Entfernung täuscht natürlich. Aber , wie ich (Quelle s.o.) gelesen habe, war der Strand abgesperrt, erst im 20 Km entfernten Boltenhagen durften die Leute an den Strand und die Fischer mussten bis ins 50 km entfernte Wismar zum Fischen fahren.
In das Sperrgebiet durften zudem im Prinzip nur die Anwohner.

Nach dem Spaziergang fahren wir noch nach Klein-Schwansee und Groß-Schwansee, aber ohne Erfolg, was Kaffee und Kuchen angeht. Es gibt einige neue Ferienhäuser und ein Schlosshotel (renoviert mit schönem neuen Zimmertrakt. Jedenfalls von außen. Von innen ist es uns zu steril, irgendwie hatte es der Innenarchitekt nicht drauf. Also keinen Kuchen.

Auf den Feldern hocken Schwäne, riesig, wie Attrappen aussehend. Immer wieder auch sehr große Reiher, die möglicherweise sogar Kraniche sind.

Wir machen uns auf den Rückweg nach Travemünde und parken hinter der Fähre. In der "Alten Vogtei" ist das bereits im Blog von vorgestern wegen des Marzipans erwähnte Tee- und Kaffeehandelskontor und wir essen ganz wunderbaren Kuchen und ausgezeichneten Kaffee aus Spezialsorten. Die Atmosphäre ist freundlich, man redet über die Tische weg.

Danach gehe ich zu Fuß zum Hotel zurück und zuvor noch eine Runde entlang des kleinen Fischereihafens und rund um die alte Backsteinkirche.

Danach geht es in die Spa und ich korrigiere zwei Arbeiten, eine vor und eine nach dem Schwimmen. Heute ist es ziemlich voll, gut, dass wir noch zwei Liegestühle im Ruheraum ergattern konnten. Ich ziehe meine Bahnen und teile mir die mit 1,5 anderen Menschen und wir schaffen es gut mit der Rücksichtnahme und dem Ausweichen. Das klappt nicht immer, wie wir uns gegenseitig beim Passieren freundlich bestätigen. Auf der Nachbarbahn schwimmen nebeneinander zwei Männer, die sich die 20 Bahnen lang, die wir gleichzeitig schwimmen , gegenseitig erzählen, wie, wo wann sie sich um ihre Kinder kümmern. Ich bekomme natürlich nur Bruchstücke mit, da wir mit unterschiedlichem Rhythmus schwimmen und unsere Wege manchmal gegenläufig und  zuweilen parallel sind. Der eine ist offenbar Arzt in einem Krankenhaus und er beginnt im März 6 Monate (immerhin!) Elternzeit. Es wird für diese Zeit mit einem Zeitvertrag ein anderer Arzt eingestellt. Der andere geht mit den Kindern zum Sporttraining und meint, die Lehrkraft könne besser mit seiner Frau kommunizieren. Wie schön, dass Männer 20 Bahnen (oder mehr)  lang angeregt über die Aufteilung der Zeit auf Aufgaben im Hinblick auf die Kinder sprechen können.
Wir sind doch etwas weiter gekommen mit der Rollenverteilung!

Sumpf bei Warendorf

Zugang zur Ostsee

Dünen am Strand von Barendorf

Sanddorn

Blick auf Travemünde mit dem Maritimhochhaus

Sand, Steine  und Muscheln

Strandgräser

Der alte Patrouillenweg mit Birken

Der Apfelkuchen

Bauenhaus im Kreis NWM (Autoschild)

Fischverkauf vom Kutter

Nix los?

Fischerboote in Travemünde

Krumme und schiefe Mauern

Die alte Vogtei

Nochmals Birken in Barendorf

Ich hatte keine wasserdichten Schuhe an

Travemünde

Travemünde, Haustür


Freitag, 5. Februar 2016

Ein Architekturwettbewerb wäre eine gute Idee: Kiel

"Statt Kieler Sprotten, Kiel verschrotten", kam mir so in den Sinn, mehr wegen des Reims, aber es ist keine Stadt, in die man Städtetrips  vermarktet könnte. Außer zur Kieler Woche, weil Wasser kann Kiel! Dabei kann die Stadt mit der tollen Lage nichts dafür, dass sie im 2. Weltkrieg zerbombt wurde.
Für alle, die genauso wenig wie ich bislang über Kiel wussten, hier ein paar Infos aus Wikipedia:

Kiel ist die Landeshauptstadt von Schleswig-Holstein. Als Holstenstadt tom Kyle im 13. Jahrhundert gegründet, wurde es im Jahr 1900 mit über 100.000 Einwohnern zur Großstadt. Heute gehört Kiel mit 243.148 Einwohnern[3] zu den 30 größten Städten Deutschlands und bildet das Zentrum der Kiel Region.

Die nördlichste Großstadt Deutschlands liegt an der Ostsee (Kieler Förde) und ist Endpunkt der meistbefahrenen künstlichen Wasserstraße der Welt, des international Kiel Canal genannten Nord-Ostsee-Kanals. Kiel ist traditionell ein bedeutender Stützpunkt der Deutschen Marine und bekannt durch das jährliche internationale Segelereignis Kieler Woche, den Handballverein THW Kiel, den Fußballverein Holstein Kiel und durch die kulinarische Spezialität der Kieler Sprotten.

Von wirtschaftlicher Bedeutung sind neben dem Dienstleistungssektor die größte deutsche Werft ThyssenKrupp Marine Systems (TKMS, bis Ende 2012 HDW) und der Kieler Ostseehafen mit den Fähren nach Skandinavien und ins Baltikum. Die kreisfreie Stadt ist Sitz dreier Hochschulen: der Christian-Albrechts-Universität, der Fachhochschule sowie der Muthesius Kunsthochschule.


Armin war als Kind einmal in Kiel und konnte sich eigentlich an nichts mehr erinnern. Wir (Melanie, die Kinder und ich) waren 1992  im Freilichtmuseum bei Kiel, was sehr schön war und ansonsten kann ich mich nur an den Kai erinnern, von dem aus wir Ostern 2005 mit Helga und Heinrich, Lotte und Juliane nach Göteborg abgelegt haben, ach ja, und an die Tankstelle, an der wir die kaputte Scheibenwischanlage versucht haben zu reparieren. Es regnete da auch, aber in Schweden hatten wir schönes Wetter!

Jedenfalls hatten wir heute beschlossen, über Landstraßen nach Kiel zu fahren und uns diese uns nicht wirklich bekannte Stadt anzusehen. Städte sind bei Regen nicht so schön wie bei Sonne, aber eigentlich kann man immer irgendwo im Trockenen etwas unternehmen.

Zuerst aber fuhren wir durch die nasse schöne Grundmoränenlandschaft mit ihren Riesenfeldern und den alten Bäumen, den Chausseen und den Kopfweiden entlang kleiner Wassergraben. In Eutin machen wir uns auf die Suche nach dem Bauernhof von 1992 und finden ihn tatsächlich auch. ich stelle mich in der Torbogen und mache ein Foto für den Blog, da werde ich aus dem 150 m entfernten Bauernhaus angebrüllt, ich sollte sofort das Fotografieren unterlassen und dies sei Privatbesitz. Ich brülle freundlich zurück, dass wir hier vor 25 Jahren einmal Gast gewesen seien. Daraufhin brüllte sie nur marginal freundlicher "Solange Sie nicht von der Verwaltung sind, die darf hier nicht fotografieren". Definitiv ist jetzt die Luft aus den netten Urlaubserinnerungen raus.
Irgendein Hansen wohnt jedenfalls nach den Briefkasten noch da. Die Bäuerin war damals nur ein paar Jahre älter als wir. Dumme Kuh....!Aber wir fragen uns natürlich, welchen Rechtsstreit die wohl
derzeit mit dem Bauamt oder der Landwirtschaftskammer führen......,.
Eutin ist immer noch eine außerordentlich hübsche Stadt mit ein paar Villen am Seeufer , einem Schloß und einer kleinen Backsteingotik Innenstadt.
Der Ferienhof Hansen von 1992

....und Fotografieren auch


Aber es regnet gerade in Eutin und wir fahren weiter. Zum Beispiel durch Ekelsdorf und Rumpel. In Rumpel gibt es die Dream Bar mit "Girls ab 21.00 Uhr". Und eine Schinkenräucherei!Lütgenburg ist nur 15 km entfernt, noch mehr Erinnerungen an Seelendorf  (Schreib sich das so?) nahe Lütjenburg und den Urlaub in der Ferienwohnung des Zahnarztes.

Zurück zu Kiel:
"Zwischen 1939 und 1945 wurde die Stadt, wichtiger Stützpunkt der Kriegsmarine und Standort von drei Großwerften, durch alliierte Luftangriffe auf Kiel zu weit über 80 Prozent zerstört. Mit 350 versenkten Schiffen war die Kieler Förde der wohl größte Schiffsfriedhof der damaligen Zeit".https://de.wikipedia.org/wiki/Kiel

Also in der Tat: Kiel wurde mehr oder weniger ausradiert. Ähnlich wie wir das vor Kurzem noch in Kassel gesehen haben, wurde in den 50er, 60er und 70er Jahren keine Bausünde ausgelassen. Nur noch eine Abrissbirne kann auf dem Marktplatz helfen, der kreuz und quer , vermutlich in der 70er Jahren mit Pavillons ohne Sinn und Verstand zugebaut wurde. Heute beherbergen die u.a. und überwiegend eher einfache Gastronomie, darunter einiger Leerstand.

Wir gehen ein wenig am Fördeufer entlang, bis es anfängt heftiger zu regnen und kehren in die Geschäftszone zurück, vorbei an zwei Eroscentern, gesäumt von einer Spielhalle, einem Wettbüro und einem Tattoostudio. Hafen halt!

Sehr gut gefallen hat uns die St.Nikolaikirche mit ihrem schlichten Kirchenschiff mit einigen, sehr schönen Ornamenten und Verzierungen, wie die Figuren um die Kanzel herum oder das Taufgefäß aus dem 14. Jahrhundert. Es gibt viele Kerzen, ruhige Ecken und aufgeschlagene Bücher laden zum Innehalten und Lesen ein. Die Tür zum Büro des Pfarrers steht offen, es ist warm und einladend. Aber definitiv zurückhaltend, es wird keiner gedrängt ,ein Angebot anzunehmen.
Mehrmals in der Woche gibt es kostenlose Beratung zum Sozialrecht.

Gut gefallen hat uns auch die alte Traditionskonditorei Fiedler und eine kleine Straße am Schloss mit einer Handvoll "besserer" Läden.

Von Kiel aus machen wir uns auf den Weg nach Laboe, die Wolken hängen immer tiefer und nun verschwindet auch der Fernsehturm in den Wolken.

In Laboe schauen wir uns das Ehrenmal an (eröffnet 1937 für die toten Marinesoldaten des 1. Weltkriegs, dann der beiden Weltkriege und schließlich nach der Inbesitznahme durch die Alliierten aller Soldaten aller Kriege aus allen Ländern. Gegenüber kann man ein U-Boot besichtigen.  Am Eingang zum Denkmal (das bei dem Wetter zu besteigen bzw ggfs hochzufahren nun wirklich keinen Sinn macht, )ist ein Metallmaschendrahtzaun, dicht an dicht behängt mit den Liebesschwur-Vorhängeschlössern. Merkwürdiger Ort für sowas.

Ich gehe aber lieber durch die Dünen und weiter am Ufer entlang, wo auf einer Sandbank die Kormorane ihre Flügel zum Trocknen aufhängen. In der Förde sieht man schemenhaft ein paar große "Pötte".

Dann geht es zurück nach Travemünde (Je nach Wegstrecke zwischen 80 und 120 km) und wir streiten uns mit dem Navi und schalten es schließlich aus und sind um halb sechs zurück. Beim Schwimmen im Außenschwimmbad bei 29 Grad merkt man gar nicht, dass es immer noch regnet.

Holsteinische Seenplatte

Eines der etwas älteren Häuser auf einer netten Straße in Kiel am Schloss (das auch nicht mehr steht)

Rätsel: Welcher Sport ist hier gemeint?

Wichtigste Kieler Einnahmequelle

Schiff "Kieler Sprotte" vor der Riesenfähre der Color Line

Der alte Mann blickt aufs Meer

Das Ehrenmal


Sandbank bei Laboe

Kleine Strandwanderung

Wo ist der Bernstein?

U-Boot von vorne mit sinnlosem Zaun (Zacken nur oben)

Kunterbunte Schlösser



Donnerstag, 4. Februar 2016

Statt Rheinkadetten und Köln-Mülheimer Böötchen ab an die Ostsee!

So ist das mit einem Mann, der aus Wuppertal kommt: karnevalsmäßig ist da nicht viel zu erwarten. Also geht es heute an Weiterfastnacht los in Richtung Ostsee, nach Travemünde und einmal wieder in das Arosa. Die Gischt spritzt  bereits auf der Höhe von Burscheid , allerdings nicht vom Meer, sondern vom Dauerregen, der erst bei Hamburg Stillhorn aufhört und wir können  sogar in Travemünde durch die Sonne spazieren, bis am Ende dann doch noch ein heftiger Schauer kommt.

Wir vertreiben uns ab dem Ruhrgebiet die Zeit mit der CD Beatles Number 1 Hits (27 an der Zahl). Die ersten 10 Lieder sind alle irgendwie ähnlich und bei Lied Nummer 5 meint Armin, dass das doch schon das erste Lied gewesen sei. Da es aber eine gekaufte CD war und keine von mir erstellte Playlist, ist das nun eher unwahrscheinlich. Aha, es liegt daran, dass das Sujet sich sehr ähnelt: 

  1. Love Me Do
  2. From Me to You
  3. She Loves You
  4. I Want to Hold Your Hand
  5. Can’t Buy Me Love
Dann wird das Spektrum breiter und im Auto kann man gut die Texte  verstehen.
Besonders poetisch, aber auch in seiner düsteren Grundhaltung sehr kompatibel ist Eleanor Rigby:


Ah look at all the lonely people
Ah look at all the lonely people

Eleanor Rigby, picks up the rice
In the church where a wedding has been
Lives in a dream
Waits at the window, wearing the face 
That she keeps in a jar by the door
Who is it for

All the lonely people
Where do they all come from?
All the lonely people
Where do they all belong?

Father McKenzie, writing the words
Of a sermon that no one will hear
No one comes near
Look at him working, darning his socks
In the night when there's nobody there
What does he care

All the lonely people
Where do they all come from?
All the lonely people
Where do they all belong?

Ah look at all the lonely people
Ah look at all the lonely people

Eleanor Rigby, died in the church
And was buried along with her name
Nobody came
Father McKenzie, wiping the dirt
From his hands as he walks from the grave
No one was saved

All the lonely people
Where do they all come from?
All the lonely people
Where do they all belong?
Songwriters: LENNON, JOHN / MCCARTNEY, PAUL
Eleanor Rigby lyrics © Sony/ATV Music Publishing LLC

Dann kam ein Stau und dann haben wir Pause in der Raststätte Wildeshausen gemacht und die Zeitreise ging -passend zu den neueren Beatles-Titeln- direkt in die 70er Jahre. erstens war ich mit meinen Eltern da schon in Wildeshausen, obwohl -glaube ich- von meinen Eltern die Raststätte Dammer Berge bevorzugt wurde.... Und zweitens könnte man hier ohne die Kulisse anpassen zu müssen, einen Der Alte/Kommissar/FelmyTatort- Film  drehen. Die Waschräume -nicht von Sanifair- braun gekachelt mit grünen Punkten am Rand (aber sauber und gepflegt) und im Restaurant (ein Teil für Raucher) Schnitzel und Leberkäse und Bockwurst und Erbsen- und Gulaschsuppe. Ich nehme mir Erbsensuppe und die ist lecker. Die Bedienung ist sehr freundlich. Es gibt eine große Kinderecke mit Demo (hängende Bänder mit Pappanhängern Kindermotiven) . Die Speisekarte sind selbst ausgedruckte Zettel und neben der Bestuhlung in Blau sind als  einzige Neuerung  ein paar moderne Bartische zu sehen. 

Die alten Beatles Titel versetzen mich in einen George Gently Krimi Modus . Da bin  ich  vom Gefühl also eher Zuschauer, da erst  10 oder 11 oder noch jünger. Allerdings kann ich alle Lieder mitsingen.

Nach Wildeshausen haben wir dann die Rolling Stones (The London Years) gehört.
Es ging gleich los mit dem Street fighting man und da war ich sicherlich auch noch zu jung, aber bei allen Stones Titeln sehe ich mich auf der Tanzfläche in einem Pfarrsaal bei einer Klassenfete in Düsseldorf, mit wild geschüttelten Haaren. Bei Sympathy of the devil juckt es einen geradezu, Luftgitarre zu spielen. 

Auf der Höhe von  Hamburg Stillhorn kann Armin das erste Mal die Scheibenwischer ausschalten. Ja und dann sind wir um  drei im Hotel und machen bald den ersten Spaziergang, um die Sonne , die jetzt sogar draussen ist, noch mitzunehmen. 

Als ich über den Strand gehe, fährt ein Frachtschiff aus der Trasse in die Ostsee, es sieht so aus, als gleite es über den Sand. Kurz danach folgt die riesige Nils Holgerson der TT Linie. 




Ich lese an einer Litfasssäule die Veranstaltungshinweise. Gut zu wissen, dass man im Rosenhof (Altenresidenz) auf dem Priwall Rosenmontag feiern könnte....
Ich glaube, die friert
















Nach dem Einkauf des sensationell leckeren Bruchmarzipans in der alten Vogtei und eines Instant Chai-Espresso  aus Kalifornien geht es zurück ins Hotel.

Sandstrand in Travemünde

Alte Dohle

Arosa Travemünde

Wilder Himmel am Strand von Travemünde

Leuchtturm Travemünde

Die Passat

Fähre der TT Line im Hafen von Travemünde

Ob es hier wärmer ist?

Ostsee ohne Bernstein geht gar nicht

Blick in Richtung Hermannshöhe

Frachtschiff auf der Trave


Mittwoch, 20. Januar 2016

Kleine Auszeiten 1: Spaziergang im Bergischen Land

Strahlende Wintersonne und Minustemperaturen.
Stifte und Klausuren und Macbook zur Seite legen und losfahren. Wir beschließen an Altenberg vorbei in das Bergische Land soweit zu fahren, bis Schnee liegt, wenigstens etwas. Juliane und Co. waren am Sonntag bei Olpe Schlitten fahren, da lag richtig viel Schnee, aber man fährt von Leverkusen aus auch fast 1,5 Stunden hin.
Armin biegt hinter Altenberg nach rechts Richtung Nischen ab, da es den Berg hochgeht und im Tal der Dhünn kein Schnee liegt.
Ich beobachte das Straßennetz auf der Navi-Karte und sehe, dass wir ganz nah an der Dünntalsperre sind. In Neschen, am Wanderparkplatz Eichholz parken wir und gehen einfach ´mal los entlang des Wanderweges A 2, der auch gleich auf der Karte am Parkplatz irgendwie nicht zu finden war. Der Weg führt nicht an die Talsperre, sondern im wesentlichen als Höhenweg um den lokalen Berg herum.

Schneekristalle glitzern in der Sonne. Es liegt nicht viel Schnee, aber genug für einen Winterspaziergang. Die Wege sind zudem ganz gut vereist, man muss aufpassen, wo man geht.

Wir sehen Hochsitze, im Tal eine Mühle, wir überqueren Bäche mit Trittstufen und arbeiten uns auf der anderen Seite den Abhang wieder hoch. Ist zwar keine Alpenüberquerung, aber in meiner dicken Icepeak-Winterjacke rinnt mir der Schweiss den Nacken herunter... !
An einem Bauernhof mit dick braun vermummten Kühen auf der Weide und schönen, alten gebleichten Holzbrettern am Giebel hängt ein Schild mit dem Hinweis, dass die EU hier ländliche Gebiete unterstützt.
Ich habe gerade noch in meinem Hebriden/Schottland-Krimi gelesen, dass mit Mitteln der  EU dort ein kleiner Hafen gebaut wurde, den Westminster so nicht finanziert hätte. So ist das auch in Neschen,  nur hier hätte Westminster sowieso nicht bezahlt.

Hier noch Infos zur Dünntalsperre, die übrigens über ein ausgedehntes Rad- und Fußwegen verfügt. Ein Tageswanderweg hat 27 km, falls es jemanden interessiert...;).

"Die Talsperre dient neben der Gewinnung von 42 Mio. m³ Trinkwasser pro Jahr zur Versorgung von ca. 500.000 Menschen auch der Niedrigwasseraufhöhung und dem Hochwasserschutz (8,5 Mio. m³ Rückhaltekapazität) für die Dhünn und das untere Wuppergebiet. Die gesteuerte Wasserentnahme aus der Kürtener Sülz dient ebenfalls dem Hochwasserschutz für deren Flusssystem.

Die Talsperre ist so dimensioniert, dass Überschusswassermengen regenreicher Jahre über einen langen Zeitraum aufgenommen werden können, um sie in regenarmen Jahren wieder abgeben zu können. Eine Talsperre mit dieser Art der Bevorratung wird auch Überjahresspeicher genannt.
... Durch den Aufstau wurden mehrere Dörfer, Mühlen und Hofschaften überflutet und Verbindungsstraßen unterbrochen. Damit endete eine nachweislich 1000-jährige Siedlungsgeschichte im Dhünntal. Um das Jahr 1673 sind Pulvermühlen belegt. Von den 67 abgetragenen, teilweise historischen Gebäuden, wurden 25 landwirtschaftlich genutzt."

Sie ist sogar ein Notfallspeicher für Düsseldorf. Leverkusen entnimmt 6,2 Mio Kubikmeter.

Mehr Infos zu Flora und Fauna unter der Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Große_Dhünntalsperre

Weitläufige Wiese bei Neschen


Typisches bergisches Bauernhaus

Die Gegend ist bekannt für die vielen Wildschweine

Glitzerschnee

Winterwald

Kracheis


Trittsteine statt Brücke



Mühle mit Forellenteich


Bauernhof



Wasserturm in Nischen mit Fisch auf dem Dach

und BH auf dem Hof!?