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Montag, 31. Dezember 2018

Sylvester in England - Same procedure as every year - so ungefähr

Heute ist wieder einmal Sylvester, wieder einmal sind wir in England, diesmal aber, wie schon vor zwei Jahren, nur zu Zweit. Was bedeutet, dass wir wieder etwas weiter westlich sein können, denn wir sind flexibel und haben mehr Zeit zur Verfügung.

Heute morgen geht es als Erstes nach Ilfracombe und dort als erstes auf die Suche nach einer Waschanlage, die zunächst vergeblich ist, aber da wir schon einmal beim Tesco sind, gehen wir schon einmal einkaufen. Dann überrede ich Armin, doch erst einmal vor der Weitersuche zum nahegelegenen Hafen zu fahren, den wir berets vor zwei Jahren, beim Stopover auf dem Weg nach Cornwall, besucht hatten. Irgendwie hatte ich im Kopf, dass dort überwiegend Ausflugsboote ankerten. Weit gefehlt, es ist noch ein sehr geschäftiger Fischereihafen. Heute aber liegen die Taue alle sauber eingerollt, die Krebs- und Hummerkästen sind ordentlich aufgestapelt und die Boote liegen vor Anker.

Es ist Flut und große Teile der Hafenrampen inkl. Geländer sind unter Wasser. Nach Lundy Bay in Kanada ( New Brunswick an der Grenze zu Maine) hat der Bristol Channel den höchsten Tidenhub weltweit.

Die merkwürdige Statue "Verity" von Damien Hirst steht noch immer da, dafür scheinen sind sein Restaurant Quay 11 und die daneben liegende Galerie geschlossen. Ein Artikel im Guardia sagt, dass die Schließungen im Oktober 2018 erfolgt sind, Hirst sagte dazu, er wolle seine Gesellschaften neu strukturieren und mehr Zeit für seine Studioarbeit haben. Dieser Entschluss ist sehr kontrovers aufgenommen worden, da die beiden Orte zur Gentrifizierung von Ilfracombe beigetragen hatten und weil Hirst auch sein Eco-Town Bauprojekt nicht mehr aufgreifen will.  Er will die benachbart zur ehemaligen Galerie gelegenen Häuser, die ihm ebenfalls gehören, verkaufen oder vermieten.
Hirst lebt und arbeitet in der Gegend und hatte "Verity" der Stadt als Dauerleihgabe übergeben. Hirst ist angeblich der bestverdienende Künstler im UK.

Er wird von vielen als Katalysator der Entwicklung Ilfracombes angesehen, der weitere Investoren in die Stadt, die auch spöttisch "Hirst-on-Sea" genannt wird, geholt hat.

Verity ist, wie schon vor 2 Jahren beschrieben, 25 Tonnen schwer und mit 20 m die zweithöchste Statue von GB (nach The Kelpies bei Falkirk in Schottland). Sie zeigt eine schwangere Frau, deren eine Seite normal und die andere wie bei den Körperwelten ohne schützende Außenhaut ist.

Dann geht es endlich zum dritten Versuch "Waschanlage" und diesmal mit Erfolgt, Hinterhof, sieht alles sylvesterlich geschlossen aus, aber es gibt zwei dunkle Ecken, die gar keine Ecken und auch nicht dunkel sind, eine für das Hochdruckreinigen und eine für das Staubsaugen. 2 GBP und der Lack des Jaguar ist wieder sicher.

Wir fahren zurück nach Woolacombe und verstauen unsere Einkäufe, essen die restlichen Rosinenschnecken von Waitrose, kochen Kaffee und gucken dann um Zwei auf die Uhr, man sollte sich jetzt auf den Weg machen, denn es wird um halb 5 dämmrig.

Eigentlich sollte es nach Mortehoe  gehen, aber Armin findet, dass wir einmal die kleine Straße fahren sollten, die von unserer Wohnung aus gesehen, so steil aussieht, als wäre es eher ein Wasserfall. Wir nennen sie "die schwarze Piste". Von Nahem gesehen ist es immer noch eine steile Straße, aber nicht angsteinflößend steil. Machbar sozusagen. Uns kommen sechs Autos entgegen und Armin fährt rückwärts ein Stück bergab. Eigentlich hätten wir Vorfahrt, aber gegen sechs Autos kann man nix machen.

Dann ist es durch den Straßenverlauf entschieden, es geht nach Georgeham (wo wir 1994 in Urlaub waren) und weiter zur Surfer Hotspot Bucht des Dorfes Croyde. Wir parken am National Trust Parkplatz mit dem Startpunkt der Wanderung zur Landzunge Baggy Point. https://www.nationaltrust.org.uk/baggy-point/trails/baggy-point-easy-access-walk
Die Klippen sind an der höchsten Stelle 100 m hoch und man kann die ganze Wegstrecke lang deutlich die 20 Meilen entfernt im Bristol Channel (Wasserstraße zwischen Wales und Devon) liegende Insel Lundy sehen. Jetzt im Winter kommt man nur mit dem Hubschrauber dorthin.

Es ist heute bewölkt, aber hell bewölkt, 10 Grad und windstill, perfektes Wanderwetter also. Ein wunderbarer Weg mit weiter Aussicht auf das Meer, ständig begleitet vom Rauschen und Klatschen der Wellen.

Zurück am Parkplatz findet Armin den Hausschlüssel nicht. Nach langem Suchen unter den Autositzen und in allen Taschen fahren wir zurück, in der Hoffnung, dass der Schlüssel steckt und in der Gewissheit, nicht noch einmal in der Dämmerung den Wanderweg langgehen zu wollen. Und, Glück gehabt, der Schlüssel steckt, die Haustür liegt von der Straße nicht einsehbar und alles ist gut! Na, na, na? Who is the clumsy one?

Es sind jetzt 21.11 Uhr britischer Zeit. Wir haben eine Vorspeise vor dem Fernsehen gesessen und dabei den ersten teil der von David Attenborough kommentierten Tierfilmserie "Dynasty" gesehen. Es ging um Schimpansen und ich muss sagen, seit den Schimpansen hat sich bei den Männchen bis hin zum Homo Sapiens von Heute nicht wirklich viel geändert...! Nach dieser Rentnerfernsehen-Einlage, wie wir immer sagen, wird Blog getippt und gekocht und dann gibt es  ordentlich am Esstisch  den Hauptgang. Jetzt tippe ich gerade weiter, Armin raucht draussen eine Pfeife und um 24 Uhr gibt es unten auf der Höhe des Strandes beim Woolacombe Bay Hotel Feuerwerk. Wir haben einen Logenplatz. Ich werde berichten. Allen Lesern des Blogs ein wunderbares, glückliches und gesundes neues Jahr!

Collage Impressionen aus dem Hafen von Ilfracombe

Collage Wanderung zum Baggy Point

Angler mit Kormoran in Ilfracombe

Verity von Damien Hirst

Verity mit Weihnachtsschmuck

Veritas besser anzusehende Seite

Auf der Hafenmauer

Telefonzelle im Hafen von Ilfracombe

Links am Hügel die schwarze Piste

In diesem weißen Haus waren wir 1994: The Old Manse

Tagesinfo für Surfer, NT Parkplatz Baggy Point

Klippen

mit schieren Steinwänden (JDevonzeitsandstein unter anderem)

Steinmauer und Koppeltor

Weideland und blühender Stechginster

Blick auf Croyde Bay

Vorspeise mit Schimpansen




Samstag, 2. Januar 2016

Ein spektakulärer Sonnenaufgang, Full English und dann raus in den Wind

Rückblende Silvesterabend: Indische Vorspeisen, Pfeffersteaks und Salt Caramel Chess Cake bzw. Petites Fours zum Essen.Dabei Knallbonbons aufgemacht, Luke bekam fast einen Herzinfarkt.
Dann ging Tjorvi todmüde ins Bett.

Danach Trivial Pursuit und vor Mitternacht Brian Adams in der BBC und der Countdown am London Eye. Wir standen danach mit Sekt auf der Terrasse und haben uns das Feuerwerk rundum angeguckt. gegenüber auf der Flutmauer standen die Gläser einer Gruppe Engländer, die uns alle paar Minuten Happy New Year wünschten und der Mond spiegelte sich silbern im Ärmelkanal.

Heute:
Tjorven schläft im Bett neben mir und weckt mich um halb acht mit den Worten: "Weisst Du, was ich heute nacht geträumt habe, Oma?" Nein, weiss ich nicht und eigentlich will ich es um diese Zeit am Neujahrsmorgen auch nicht unbedingt wissen. Aber, no rest for the wicked. Wir beide gehen runter und entdecken einen spektakulären Sonnenaufgang, die  Sonne steigt als roter Ball aus dem Meer auf.

Nach einem Kaffee (und einer Aspirin- obwohl so schlimm war es gar nicht) beschließe ich, dass es jetzt Zeit für eine Folge Nesthäkchen ist und Tjorvi und ich kuscheln uns unter den Quilt.

Als die anderen auftauchen und (außer Armin) nach der Aspirinschachtel tasten, entscheiden wir, dass ein Full English Breakfast angesagt ist. Stefan geht zum Corner Shop und holt noch zwei Dosen Heinz Baked Beans.

Nach dem Frühstück gehen Armin, Luke und ich den Küstenpfad (The Saxon Shore Way) in Richtung Sandwich, auf der einen Seite das Meer und auf der Anderen den Royal Cinque Ports Golfplatz.

"Die Cinque Ports (französisch Fünf Häfen) sind ein Bund von ursprünglich fünf, heute 14 Hafenstädten in den englischen Grafschaften Kent und Sussex. Die militärische und wirtschaftliche Allianz der fünf Gründungsmitglieder stellte im spätmittelalterlichen England eine einflussreiche politische Macht dar. Heute dient der Städtebund vorwiegend der wirtschaftlichen Zusammenarbeit der Hafenstädte an der Kanalküste Südostenglands."
Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Cinque_Ports

Nachdem es heute morgen noch klar war, hat es sich inzwischen etwas zugezogen und eine milchige Sonne scheint durch die Wolken. Es ist windig und der neu gestrickte  Schal ist heute endlich einmal gut zu gebrauchen.

Nach ein paar Kilometern durchgepustet Kopf und einer kleinen Lesepause, fahren wir noch eine Runde Einkaufen und Auto bummeln entlang des Meeres durch die Orte Walmer, Kingsdown und St. Margaret´s at Cliffe, wo wir dann im Coastguard Pub einen mit Ale gebackenen Früchtekuchen essen.

Unterdessen sind  Juliane, Stefan und Tjorven auf dem Pier in Deal Fish & Chips essen und am Strand bei Walmer Castle auf Geocaching Schatzsuche.

Was haben wir noch gemacht: Scrabble gespielt, gekocht und gegessen, Tjorven hat gemalt und wir haben nach dem Abendessen das Brettspiel Obongo gelernt, eine echte Herausforderung an Denken und Reaktionsschnelligkeit am Neujahrstag.

Allen Bloglesern ein gutes, gesundes und frohes neues Jahr 2016! Happy New Year!

Sylvester ohne  Krone geht nicht- auch wenn sie hier eigentlich Weihnachten getragen wird

Pfeffersteaks


Tjorven wartet auf das Knallbonbon-Ziehen

Mitternacht

Ausblick 2016

Der Mond ist aufgegangen

Und immer immer wieder geht die Sonne auf

Gespiegelter Kondensstreifen
Royal Cinque Port-Abschlag
Luke will aber lieber noch schnüffeln

Kaffepause im Coastguard