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Montag, 7. Januar 2019

Nebeliger Einkaufstag in Barnstaple

Heute ist ein trüber Tag, Nebel, der sich kaum hebt und ab und zu ein bisschen Nieselreden. Also beschließen wir, heute nur einen Einkaufstag zu haben. Es passt gut, denn die Unterwäsche ist seit dem Anziehen heute Morgen einmal durch, Kaufen ist schneller als Waschen und ein Marks & Spencer in der Nähe.

Wir fahren also nach Barnstaple und kaufen ein bisschen ein. Zum Bepinsle beim kleinen individuellen, also nicht kettenzugehörigen, Traditionskaufhaus Banburys eine hellblaue Teekanne von Le Creuset, im Sale für 29 GBP  - Danke Helga und Heinrich, ist schonmal vom Weihnachtsgeld. Dann die notwendige Wäsche bei M&S und einen Stapel Kinderwäsche als Auftrag von Lotte plus zwei "weiche" Geschenke bei Joules für die Enkelkinder und einen cornischen Safrankuchen bei Warren´s Bakery. Ich habe mir überlegt, zu meinem Geburtstag einen Afternoon Tea mit den Ladies zu machen und will ´mal gucken, wie das Mindesthaltbarkeitsdatum des Kuchens ist.

Nach dem Einkauf gibt es Cappuccino und Lemon Drizzle Cake bzw. Coffee & Walnut Cake im empfehlenswerten Café "Boston Tea Party" am Cattlemarket.
(www.bostonteaparty.co.uk)

Danach  fahren wir noch zum Outlet von Laura Ashley , wo ich mir im Sale ein T-Shirt in Grün kaufe, dass ich im Oktober in Truro zum Originalpreis bereits in Dunkelblau gekauft hatte. Außerdem einen Schlafanzug in Rosa, weshalb Armin sich darauf freut , mich demnächst abends als Bonbon wiederzusehen. Er hat sich 600-fädige Laken gekauft.

Interessant? Nicht wirklich.
Also beende ich den heutigen Blog  mit ein paar  Fotos. Drei der Fotos sind vom kleinen Hafendorf  Lee, in der Nähe von Mortehoe. (Warum macht die Texterkennung des Macbook aus Mortehoe immer Mörtele? Das macht doch auch keinen Sinn?).

Postkartenstand Exmoor

Gestern am Strand von Woolacombe

Felsen am Strand

Rockpool am Strand

Muscheln "Limpets" am Strand

Felsenlandschaft Strand

Briefkasten aus der Zeit Edward VII

Schild, Boston Tea Party

Baum an der Straße nach Lee

Kleiner Hafen von Lee

Hafen von Lee

Einkäufe



Mittwoch, 2. Januar 2019

Marktort Barnstaple und Surfen bei 4 Grad C

Heute ist der Himmel nicht ganz wolkenlos, aber es gibt über viele Stunden nur ein paar Schleier- und Schäfchenwolken. Daher ist es nicht mehr 11 Grad warm, sondern 4 Grad kalt. Nicht, dass das den ein oder anderen vom (offenen) Cabriofahren anhalten würde oder vom Zeitungseinkauf in Shorts.

Wir fahren in Richtung Barnstaple, aber erst einmal zur Parkplatzstraße oberhalb der Dünen der Woolacombe Bay. Hier ist von 8-22 Uhr das Parken (gegen Gebühr) erlaubt, am Ende der geteerten Straße verhindert ein Holzrahmen, dass Wohnmobile noch ein bisschen weiterfahren und die grandiose Aussicht auch über Nacht nutzen.  Es gibt einen 180 Grad Blick über Dünenlandschaft und mehr, vom Morte Point bis zum Baggy Point, die wir ja inzwischen beide erwandert haben.

Nach dem ersten Ausblick geht es durch Georgeham und Croyde nach Saunten Sands. Die Straße führt entlang der Bucht, die am anderen Ende in das Ästuar der Flüsse Taw und Torridge übergeht.
Dazwischen liegt eine ausgedehnte Dünenlandschaft mit großem Tierartenreichtum, Unesco Biosphäre, Golfplatz und Schießübungsplatz der Army gleichzeitig bzw. nebeneinander. Davor der lange silberne Strand Saunten Sands, zur Gemeinde Braunton gehörend. Dies ist der dritte große Surfstrand der Gegend , daher sind auch alle Orten voller Läden, die alles um den Surfsport verkaufen. Heute haben alle Wellenkämme einen silbernen Saum. Dutzende Surfer schwimmen wie kleine Fliegen auf einer silbernen Suppe. Zur Erinnerung, es ist 4 Grad. Aber 1952 hat Jack O´Neill zusammen mit einem Freund, dem Physiker Hugh Brandner den Neoprenanzug und damit die ersten Wetsuits für Surfer erfunden. Seitdem kann man nicht nur in Southern California oder Hawaii ganzjährig surfen, sondern auch in Devon und Cornwall. Whatever the weather!

Weiter geht es nach Barnstaple, wir parken am Cattle Market und gehen eine Runde durch die Innenstadt. Was die Auswahl, Menge und Qualität der Einzelhandelsgeschäfte angeht, merkt man die fehlende Kaufkraft und sicherlich auch die Probleme durch den Onlinehandel.
Die Attraktion Barnstaples ist der Pannier Market, eine Markthalle, die seit 150 Jahren unverändert geblieben ist. Sie liegt gleich neben der Guildhall und der Butcher´s Row, der alten Straße der Metzgereien. "Pannier" ist abgeleitet vom französischen Wort für Korb und bezieht sich auf die traditionellen Körbe auf den Rücken der als Lasttiere genutzten Esel. Ein Pannier Market  ist typisch für Nord Devon und hier in vielen kleinen und großen Marktorten zu finden, so auch z.B. in Bideford.
Barnstaple ist eine alte Stadt, die bereits im 10. Jahrhundert bewohnt war. Im 12. Jahrhundert erlangte der Ort Stadtrechte, 1557 kam er an die englische Krone. Barnstaple war vom 14.-16. Jahrhundert ein wichtiger Hafenort für den Umschlag von Gütern, bis die Flussmündung für größere Schiffe versandete und die Region durch den Tourismus wieder Bedeutung gewann.

Das Einkaufen fällt mangels Möglichkeiten kurz aus und so bin ich das erste Mal nach meiner Erinnerung 10 Minuten vor Armin im als Treffpunkt vereinbarten Café "Lemon next to the Pie".
Wir essen köstlichen warmen Brownie mit Vanilleeis und trinken Kaffee.  Hier der Link: https://www.facebook.com/LemonNextToThePie/ , auch im TripAdvisor zu finden.

Dann fahren wir zurück nach Woolacombe, wieder über die Scenic Route. Armin lässt mich unten am Strand raus und ich gehe noch ein wenig die Esplanade entlang und schaue mir den Nebenstrand Barricane Beach an.  Leider ist die kleine Betonplattform am Strand leer, es ist Winter und das Barricane Beach Café ist abgebaut. In den Sommermonaten bekommt man hier am 18 Uhr (angeblich, ich konnte es ja nicht testen)  legendäres Sri Lanka Curry.
Als sich in der Dämmerung nach Hause gehe, sind immer noch Surfer im Wasser.

Morgenstimmung bei Sonnenaufgang

Sonne scheint durch das Fenster auf das Bild

und auf unsere Essecke

Surfer Café in Croyde

Dünen in der Woolacombe Bay

Blick nach Putsborough und zum Baggy Point

Surfer in Saunton Sands

Saunton Sands und die Braunton Burrows

Saunton Sands

Surfer

Pannier market Barnstaple

Mittwochs ist Antiquitätentag

Butcher´s Row

Köseladen

Eckkneipe

Entlang der Esplanade

Barricane Beach

Blick auf Baggy Point

Klippen an der Esplanade

Mittwoch, 28. Dezember 2016

Norddevon revisited

Nach 21 Jahren sind wir erstmalig wieder in Norddevon. Damals haben wir in Georgeham in "The Old Manse", dem Wohnhaus des ehemaligen Methodistenpfarrers gewohnt.
Diesmal sind wir im George Inn in Braunton, an der A 261 zwischen Barnstaple und Georgeham bzw. Ilfracombe. Braunton beherbergt das British Surf Museum.
Es ist ein alter Gasthof, in den letzten Jahren renoviert und mit "Boutique rooms" versehen. Die Einrichtung der Gasträume ist gelungen, aber es fehlt ein wenig TLC (Tender Loving Care).  Das Haus ist von einer außerordentlich freundlichen Managerin mehr als Pub und Bar geführt. Die Heizung könnte auch etwas effektiver sein. Zumindest die Männer frieren nicht, denn die Dienstkleidung ist hauteng schwarz, das Frühstücksmädel hatte dazu eine minimale graue Schürze an..! Wer über Kleidergröße 40 hat, darf aber auch etwas anderes anziehen. Die Küche ist gut, mein Burger gestern war sehr ordentlich und mein Vegetarian Full English hatte toll gewürzte, kurz gebratene Spinatblätter dabei, zusammengerollt wie eine Zigarre.

Nach dem Frühstück fahren wir über die bekannten Ministraßen über Croyde zur Putsborough Beach. Zuvor halten wir hoch oben über Saunton Sands, dort sind die Surfer schon in Massen unterwegs und sehen wie kleine Fliegen auf der Wasseroberfläche aus. Alles glitzert. Der Himmel ist strahlend blau. Anders als vor 21 Jahren kostet das Parken an dem Putsborough Beach heute 8 Euro, ansonsten hat sich aber im Grunde nichts verändert. Es gibt aber ein kleines Café, immerhin. Auf dem wegen Ebbe weitläufig trockengefallenen Sand spielen Kinder, Jogger laufen in T Shirt und kurzer Hose den Strand entlang, Freundescliquen spazieren sich die Spinnweben von den Pints gestern Abend aus dem Kopf, Surfer sind unterwegs und ganz viele Leute mit Hunden. Eine Familie hat einen Schlitten in Form der flachen Plastikwannen  mit, um ihr Einjähriges notfalls ziehen zu können, gute Idee, Buggies kann man ja hier nicht schieben.

Die Wellen rollen in ordentlichen Reihen heran und oberhalb fliegt die Gischt weg. Auf English heißt dies Horse´s Mane, die Pferdemähne und tatsächlich sieht es wie die fliegende Mähne eines galoppierenden Pferdes aus.
Auf der Seite wwww.putsborough.com heißt es über diesen wunderbaren Strand:
BUT....... don't just take our word for it, as our beach, stretching three miles north to Woolacombe,  has once again, been voted  Best Beach in Britain,  4th Best in Europe and 13th Best in the World .....according to "Trip Advisors Travellers Choice"....... WOW!  Trip Advisor has recently also awarded Putsborough Sands a " Certificate of Excellence".  Further to this, our newly built toilet block has been rewarded with  a "Platinum" certification from The Loo of the Year awards Committee.........High praise indeed!
We are also recommended by The Marine Conservation Society and  The Daily Telegraph writes:-
"At the end of the long flank of sand stretching south from Woolacombe is Putsborough Sands. It has clear water, great surf and a gentler away-from-it all feel. There's a beach shop and café, a small caravan park, award winning toilets and nothing else apart from rock pools and spectacular sunsets"
Sounds Idyllic...............it certainly is!!

Was für ein grandioser Auftakt unserer Silvesterreise.

Nach einem ausgiebigen Strandspaziergang geht es weiter durch Georgeham und Mortehoe in Richtung Ilfracombe. Beide Dörfer sind ebenso wie Croyde gespickt mit restgedeckten Cottages mit dicken, weißgetünchten Mauern, aber erstere sind idyllischer mit ihrem baulichen Ensemble ohne neuere bauten wie in Croyde mit seiner Strandlage und einfacherem, ebenen Baugrund und seiner Reputation als Surfstrand!

Ilfracombe war vor 21 Jahren aus unserer Erinnerung ein "gestriger" Badeort, der seine Existenz auf die viktorianische Reiselust zurückführen kann. Immer noch an einigen Stellen etwas renovierungsbedürftig und immer noch von klassischen Badeorthotels und B&B dominiert, zeigt sich das Stadtbild heute aber interessanter. Ilfracombe ist in eine Reihe hoher felsiger Headlands gebaut, ja geradezu reingerutscht, Grund war sicherlich , dass mittendrin ein sicherer Hafen ist. Am Hafen ist eine RNLi Station, die Seenotrettung, allerdings fällt der Hafen bei Ebbe trocken, alle paar Stunden daher keine gute Option Ilfracombe anzufunken. 

Im Hafen steht eine riesige Statue, die uns rätselhaft ist. Die Figur, die von hinten noch "normal" aussieht, zeigt von Vorne einen fast skelettierten Kopf und einen offenen Bauch mit Fötus. Eine gutbekleidete Frau , etwa 70, spricht mich an und fragt mich , ob ich den Elefant von Ilfracombe kenne. Ich dachte erst, dass ich das nicht richtig verstanden habe, aber sie wiederholt es und zeigt dann auf das Headland gegenüber, dass wie ein kleiner liegender Elefant aussieht. Außerdem erzählt sie mir von der Statue. Sie ist von Damien Hirst, der aus Devon/Cornwall kommt. 15 Millionen ist sie wert, sie ist aus Bronze und hat innen ein stützendes Skelett aus Edelstahl. Seit vier Jahren ist sie hier. Sie heißt "Verity" und irritiert die Tagesausflügler aus Wales, die beim Anlanden von den Eingeweiden begrüßt werden und ausgesprochen irritiert reagieren. Hirst hat sie der bekannten Tänzerin von Degas, was die Körperhaltung angeht, nachgeformt. Eine erklärende Tafel fehlt, immerhin entdecken wir später eine auf dem Hügel über dem Hafen, neben der St. Nicholas Kapelle. Die Frau erzählt mir, dass sie neulich Zeugin einer Unterhaltung zwischen Mutter und kleinem Sohn wurde, wo er seine Mutter gefragt hat, warum sich die Frau etwas in den Po schiebe. (Es handelt sich dabei um die Waage der Justitia). Ein andermal hatte ein Kind gefragt, ob die Schale dazu diene "Pooh" aufzufangen und damit war nicht Winnie gemeint. 

"Verity (dt. Wahrheit) ist eine mehr als 20 Meter hohe, 25 Tonnen schwere Bronzestatue des britischen Künstlers Damien Hirst an der Hafeneinfahrt des englischen Küstenorts Ilfracombe. Sie wurde am 19. Oktober 2012 aufgestellt und zeigt eine schwangere junge Frau, deren Organe einschließlich der Gebärmutter und des Fötus auf der rechten Seite sichtbar sind, ähnlich den Körperwelten des deutschen Arztes und Plastinologen Gunther von Hagens." (https://de.wikipedia.org/wiki/Verity_(Statue))

Wir gehen ein paar Schritte die Straße am Hafen entlang und kommen zum stylischen Café und der Galerie von Damien Hirst. Im Café ist , wie eine Ansammlung von Matchboxautos eine Vielzahl Plexiglasschachteln mit Fischen wie in Miniaquarien (tote echte) zu sehen. Hirst ist ja auch bekannt für seine eingelegten Haie. Wir sitzen bei strahlender Sonne aber draussen und essen unsere Salate Al Fresco! Neben dem Café ist die Galerie, leider bis zum 03.01. geschlossen.

Danach gehen wir noch den steilen Weg zur alten St. Nicholas Kapelle hoch, mit die älteste Kapelle der britischen Inseln, auf dem Dach befindet sich seit dem 16. Jahrhundert ein Leuchtfeuer, ein zweiter Rekord!

Dating back to 1321 the chapel was built as a place of worship for the people of Ilfracombe living and working around the harbour.
From the middle ages the chapel maintained a light to guide shipping into the harbour. It is still a working lighthouse today and is said to be the oldest in the country. When Henry VIII dissolved the monasteries in 1540 St Nicholas ceased to be a chapel.
Between 1835 and 1871 a Mr John Davey lived in the chapel as lighthouse keeper raising a family of 14 children. The chapel was also used as a reading room and a laundry. Since then it remained much neglected until 1962 when it was restored by the Rotarians of the town.
The chapel is today regarded as a special place of interest within the town and is an iconic landmark overlooking the harbour. The old porch has been transformed into a small chancel and occasional services are held there.
The chapel is maintained by Ilfracombe Rotary Club and run largely by volunteers. It is free to look around but donations are welcome. All the money raised goes to charity. http://www.visitilfracombe.co.uk/see-do/attractions/item/250-st-nicholas-chapel.

Von Ilfracombe aus fahren wir noch nach Barnstaple und machen einen Stadtrundgang. Bekannteste Sehenswürdigkeiten sind die Guildhall und der Pannier Market, eine riesige Markthalle.

The George Inn in Braunton

Metzgerei in Braunton

Saunton Sands

Surfer in Saunton Sands

Rollende Wellen
Kleine Straßen
Putsborough Beach

...mit seinen Rockpools

Gespiegelte Möwe

Horses Manes

Fliegende Gischt

Fliegende Gischt

Armin aus der Ferne

Eine Hund Ausführende

Morgenritt Putsborough

Blick auf Woolacombe

Surf is on

Cottage am Wegesrand

Putsborough Beach

Verity von Damien Hirst

Verity in Ilfracombe

Rückseite Verity

Galerie und Café

Hafen


Blick von St. Nicholas Chapel

Das Leuchtfeuer auf dem Kapellendach

Nahe der Kapelle

St. Nicholas Chapel