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Mittwoch, 4. Januar 2017

Kunst in Cornwall

Der Morgen beginnt mir einem Gang zum Pier, da heute morgen die Wellen wieder besonders hoch sind!

Leider hat die Newlyn School of Art zu dieser Jahreszeit geschlossen. Auch nicht alle Galerien sind geöffnet und die Tate Cornwall wird derzeit renoviert und macht erst im Mai wieder auf. Aber es gibt in Cornwall noch genug Kunst zu sehen und selber zu machen..!

Wir fahren daher heute nach St. Ives,  eine einmalige Gelegenheit ohne die Menschenmassen durch die kleine Stadt zu gehen und auch einen Parkplatz zu finden, der nicht oben auf dem Hügel liegt. Es gelingt uns tatsächlich auch auf dem Smeaton´s Pier, direkt am kleinen Hafen zu parken. Hier habe ich einmal mit der St. Ives School of Painting, wo ich den ersten Malkurs in Cornwall vor ein paar Jahre gemacht hatte, malen müssen.

Wir gehen heute zur Barbara Hepworth Galerie, der vorherige Besuch der Ausstellung in Remagen im vergangenen Sommer hat Lust darauf gemacht. Im August hatten wir auf den Spuren von Hepworth uns den Kreisstein Men-an-Tol angesehen. (siehe Blog Cornwall August/September). Seit 1980 verwaltet die Tate Gallery  für das UK das Studio, das Barbara Hepworth  der Nation mit der Auflage  der  Erhaltung vermacht hatte. Einige der ausgestellten  Objekte hat der Schwiegersohn Sir Alan Bowness dem Museum zusätzlich gegen Erlass von Steuerschulden, insbesondere der Erbschaftssteuer überlassen (müssen).

Viele Objekte im Garten stehen noch da, wo Barbara Hepworth sie platziert hat. Den Garten hat sie selbst, zusammen mit dem Komponisten Priaulx Rainier angelegt. Auch ihre Studios (für Gipsmodelle und unmittelbare Skulpturen) sind noch unverändert, so, wie sie sie zuletzt benutzt hat, inklusive, Meissel, Kittel, Farbdosen und Schutzbrille. Ein Konservierungsprogramm wird in den kommenden Jahren behutsam die Studios restaurieren, da viele Objekte langsam zu "verstaubt" und gefährdet sind.
Barbara Hepworth kam bei Kriegsanbruch 1939 mit ihrem 2. Mann, dem Künstler  Ben Nicholson and den Kindern nach Cornwall. 1949 hat sie die  Trewyn Studios – jetzt das Barbara Hepworth Museum – gekauft und bis zu ihrem Tod durch ein Feuer im Studio im Jahr 1975 genutzt.

Mehr zu Sir Alan Bowness (geb. 1928) , der zwischen 1980 and 1988 Direktor der Tate Gallery war un auch die Tateableger in Liverpool und St. Ives mit realisiert hat unter: https://en.wikipedia.org/wiki/Alan_Bowness

Zum Museum unter: http://www.tate.org.uk/visit/tate-st-ives/barbara-hepworth-museum-and-sculpture-garden,

....und natürlich zu Dame Barbara Hepworth unter https://de.wikipedia.org/wiki/Barbara_Hepworth

Das Museum, also Studios und Garten , sind größer, als ich gedacht hätte und viele Exponate sind in einem Saal zusätzlich ausgestellt. Aber am Schönsten sind der Garten mit den Skulpturen und der Einblick in das Studio. Hier arbeiten zu dürfen! Der Besuch ist sehr lohnend!

Wir bummeln noch durch den Ort und fahren dann weiter nach Zennor, wo das Café in der Kapelle leider geschlossen ist. Das bringt uns dann aber in das Dog and Rabbit Café in St. Just und das ist mindestens genauso gut. Die Sorte Café mit Kaminofen und Kuchen und Cappuccinos und Soups of the day und Poetry Slams am Abend. Sehr nett! https://www.facebook.com/Cafe-Dog-and-Rabbit-616571558395306/

Danach gehen wir noch in die Galerie der  Kurt Jackson Foundation. Ich war in der letzten Ausstellung im August, die gegenwärtige Ausstellung besteht seit September (noch bis 14.01.2017) . Jackson hat einen seiner Mitarbeiter, einen begeisterten Surfer,  zu den Wellen begleitet und die Bilder der momentanen  Ausstellung zum Thema "Obsession-Following the Surfer" sind dabei entstanden. Lohnenswert für alle, die sich für Kunst interessieren, ist der folgende Film zur Entstehung seiner Bilder zum Surfen: http://www.jacksonfoundationgallery.com/obsession/
Ein etwa 15x20 cm großes Ölbild kostet GBP 3.000,00, etwas größer, vielleicht 30x40 kostet schon GBP 8.000,00. Die 2x3 m Bilder haben natürlich kein Preisschild...

Kunst inspiriert und so haben wir uns zuhause hingesetzt und etwas gezeichnet. Armin hat auch mitgemacht, weil er das gestern beim Scrabble "gewonnen" hat.

Jetzt sitzen wir gerade vor dem lodernden Feuer im Kamin und gucken Midsomer Murders (neue Folge), auch schön!

Am Morgen auf dem Pier in Porthleven

Am Morgen auf dem Pier in Porthleven

Am Morgen auf dem Pier in Porthleven

Möwe auf dem Smeaton´s Pier in St. Ives

Smeaton´s Pier in St. Ives

St. Ives

Hafenbüro St.Ives

Möwe auf der Gig Porthmeor

Rose im Garten des Barbara Hepworth Studio Museums

Barbara Hepworth Studio Museums

Barbara Hepworth Studio Museums

Barbara Hepworth Studio Museums

Barbara Hepworth Studio Museums

Barbara Hepworth Studio Museums

Nähladen in St. Ives

Bäckerei in St. Ives

Spirituosen- und Tabakladen in St. Ives

Schaufenster Andenkenladen St.Ives

Hafen mit Bootstauen

Bäcker St. Ives

Landschaft zwischen Zennor und Morvah

Dog & Rabbit Café in St.Just

Kurt Jackson Bild

Kurt Jackson Foundation

Gemüseladen in St.Just

Wellen in Porthleven

Warnschild in Porthleven

Türklopfer in St.Ives

Kunstwerk/Skulptur von Barbara Hepworth




Sonntag, 10. Mai 2015

Cape Cornwall und "The Modern Lens" in der Tate in St. Ives

Kultur anybody?

Heute ist der letzte Tag der Ausstellung "The Modern Lens" in der Tate St. Ives ( 1997 von Prince Charles eröffnet, also die Tate hier, nicht die Ausstellung) , danach ist die Tate zwei Wochen geschlossen, während eine neue Sonderausstellung aufgebaut wird. "The Modern Lens" bringt Fotografie in den Kontext zur Kunstgeschichte und zeigt, wie die Strömungen der Malerei des 20. Jahrhunderts sich in der Fotografie widerspiegeln.

Erst aber einmal nehmen wir die kleine Küstenstraße in Richtung Nordwesten, weiter um den "Zeh" der Halbinsel Pendeen herum.

Unser erster Stop ist Cape Cornwall mit seiner überaus idyllischen Priest Cove. Der Wanderführer zum Corrnish Coast Path sagt über Cape Cornwall, dass es alles das ist, was Land´s End hätte sein können, wenn es anderes gemanaged worden wäre und in anderem Eigentum stehen würde. Der Kontrast kann größer nicht sein: Land´s End ist natürlich erst einmal eine Klippe am Küstenpfad und die ist auch großartig. Wer aber auf der Landstraße der Ausschilderung "Lands End" folgt, kommt zum nächstgelegenen Parkplatz zur Klippe und kommt kaum am  Freizeitpark vorbei und für den muss man heftig bezahlen. Was bekommt man dafür? Shaun das Schaf "Experience" , ein 4 D Kino mit  einem Sortiment von Dinosauriern (die Dr. Who Experience scheint von Shaun dem Schaf abgelöst worden zu sein). Außerdem gibt es noch "Arthur´s Quest", alles über König Arthur ("an interactive world of discovery, accept Merlin’s terrifying challenge and discover plenty of spine-chilling surprises as you seek the terrible lair of the Dragon. ") , eine nachgebaute Farm , Infos zu Land´s End, Essen und Trinken, Eintrittspreis: GBP 12 für Erwachsene und 9 für Kinder. Das Ganze mit dem bekannten Blackpool-Ambiente. Man kann wohl auch nur Parken und spazieren gehen und dann kostet es nur die Parkgebühr. Viel besser allerdings ist es, bei "uns" in der Sennen Cove zu parken und eine Meile über den Küstenpfad nach Land´s End zu laufen. Glücklicherweise ist überall der Wanderweg frei zugänglich, aber so umgeht man den ganzen Rummel.

Zurück zu Cape Cornwall, dem "Connaisseur´s Land´s End. In der Cove liegen Fischerboote, oberhalb sind Fischerschuppen und jede Menge Netze und Hummerkörbe. Wie häufig in Cornwall (siehe z.B. Cadgwith , St. Isaac, Portloe) gibt es kein Hafenbecken, die Boote liegen vielmehr auf dem Sand und werden mit einem Stahlseil über eine "Slipway" Rampe ins Meer gezogen. Auf dem Bild mit dem roten Boot sieht man oberhalb ein kleines Stein/Zementgebäude, an dem die Winsch (oder Winde) befestigt ist.  Neben den Fischerbooten gibt es noch ein paar Cottages und Häuser und auf der Kapspitze sind  ein alter Minenschornstein und die St. Helen´s Kapelle zu sehen.  Mittagsblumen bedecken die Abhänge.
Definitionsgemäß ist ein Kap übrigens etwas (habe ich gerade selbst erst noch einmal gelernt), wo zwei Ozeane oder Wasserstraße zusammentreffen. Hier sind dies der English Channel und der St. George´s Channel! Auf dem National Trust Parkplatz begrüßt uns die Parkwächterin enthusiastisch und fragt, ob wir bereit wären, Parkgebühren zu zahlen, um so dem guten Zweck des Trusts zu helfen. Wir sagen, dass wir schon Mitglieder sind und da wird sie noch enthusiastischer und berichtet, dass von allen Deutschen die kommen, ganz, ganz viele Mitglieder im National Trust sind, das sei phänomenal und sie bedanke sich dafür sehr. Ich gebe es gerne weiter an alle anderen Cornwallfans.

Es gibt als prima Versorgung für alle Wanderer  eine kleine blaue Imbiss-Hütte, noch nicht auf, aber man ist schon eifrig dabei Tee und Kaffee zu kochen.

Wir fahren weiter durch heckengesäumtes Farmland mit Minen und alten Minenarbeiterdörfern aus Granitstein, besonders schön ist St. Just und kommen so nach St. Ives. Kurz zuvor zweigt rechts die Straße nach Towednack ab, eine kleinen Siedlung, etwa 2 Kilometer von der (auch kleinen) Küstenstraße gelegen. Ich erinnere mich an zwei British Cottages Kundinnen "of a certain age", die da ein Cottage gebucht hatten und nach ein, zwei Tagen anriefen und mitteilten, es sei so einsam, sie hätten Angst. Wir hatten sie beruhigt und ihnen vorgeschlagen, bei der Polizeiwache ihre Besorgnisse kundzutun, da werde man sie sicher beruhigen können, dass Towednack kein Einbruchsbrennpunkt sei. Das haben sie auch tatsächlich gemacht und uns hinterher angerufen, sie seien jetzt beruhigt und die Polizei habe sogar versprochen, ab und zu einen Streifenwagen durch das Dorf fahren zu lassen.

In St. Ives schauen wir uns die Ausstellung an und erfreuen uns bei Kaffee und kleinem Lunch an dem Wahnsinnsblick aus dem Fenster auf den Portmeor Beach.

Wir schließen unseren St. Ives Besuch mit Blick auf das Ablaufen des Parkscheins mit einer schnellen Runde um den  Hafen ab.  Dann geht es nach Penzance, denn um 16.00 Uhr machen am Sonntag die Supermärkte zu und schließlich über die Küstenstraße durch Mousehole zurück in die Sennen Cove.

Morgen ist Malkurs, ich bin gespannt!

Unser Nachbarhaus 

Unser Frühstück

Unser Koch/Essbereich

Blick vom Balkon

Priest Cove

Am Schuppen oben rechts ist die Winsch befestigt

Fischerschuppen

Slipway Cape Cornwall

Mittagsblumen, Cape Cornwall

Cape Cornwall
Milch für die Clotted Cream

Blick aus der Tate auf vier Senioren-Spaziergänger

Architektur Tate mit Spiegelung Meer

Kleiner Laden in St. Ives

Straße in St. Ives mit Fähnchen (bunting)

Trockengefallenes Hafenbecken St. Ives

Hier gibt es kein cornisches Bier

Das Licht von St. Ives, Porthmeor Beach


Porthmeor Beach