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Donnerstag, 13. Juli 2017

Menschen am Abgrund: Dettifoss und dann weiter nach Husavik, der Walhauptstadt

Gestern Abend haben wir in der Gemeinschaftsküche gekocht und dann dort am Tisch noch Scrabble gespielt. Ich habe einfach Tomaten aus der Dose, Kartoffelstücke, Paprikaschoten und Zucchini in einen Topf geworfen. Ein italienisches Paar hat Salat mit Sardinen und Tomaten gemacht und danach Tütensuppe. Ein anderes Paar ( auch Italiener) Spinatsalat und danach Nudeln mit Linsen. Ein weiteres Paar ( auch Italiener, auch zwei Männer wie die anderen mit den Nudeln, aber sie kannten sich offensichtlich nicht) kocht tatsächlich auch Nudeln mit Linsen und ein junges deutsches Paar Miracoli. Immer wieder kommen neue Ankömmlinge. Nett ist es hier. Eine verpeilte Chinesin mit ihrer Tochter , die in 9 Tagen die Ring Road fahren; und ein älteres deutsches Paar, die die Hostelatmosphäre, offenbar befremdlich finden und erst recht, dass sie am Eingang die Schuhe ausziehen müssen. Menschen im Ho(s)tel eben!

Wir müssen die gestern gefahrene Schotterstraße bis Egilstadir wieder zurückfahren, wo wir dann auf die Ringroad 1 in Richtung Akureyri einbiegen. Noch führt die Straße zwischen Bergen durch ein weites Tal voller Blaubeersträucher und an unzähligen kleinen Wasserfällen vorbei. Dann wird es immer unwirtlicher. Zuerst Tundra, dann zunehmend kleinsteinige Wüste , schließlich typisches Eiszeitgeröll ( Barnie Geröllheimer kommt mir in den Sinn). Dominierende Farben sind Grau, schwarz und braun. Nicht weit von hier hat Neil Armstrong seinerzeit dann auch für die Mondlandung trainiert. Das ist nicht nur eine eher trostlose Mondlandschaft, sondern auch bar jeder Möglichkeit zu halten und mal hinter einem nicht vorhandenen Busch zu verschwinden. Aber es gibt ab und zu Parkplätze und dort stehen dann wie zwei gute alte Freunde zwei Dixieklos. In der Wildnis und Ödnis gibt es auch kein Starbucks. Da ist doch gut, dass wir Wasser haben und Holger, auch unser bester Freund geworden.( s. Bild)

Irgendwann ( vielleicht 100 Km hinter Egilstadir) geht es rechts ab auf die Straße 864 in Richtung Asbyrgi. Die Stein- und Geröllsituation ändert sich damit aber nicht. Nach 27 Km auf einer Schotterpiste kommen wir zum Abzweig zum Dettifoss ( zur Erinnerung: Foss = Wasserfall).
Vom Parkplatz aus muss man noch ein ganzes Stück bergab.
Zum Dettifoss laufen, gut dass ich meine Wanderschuhe anhabe, der Weg ist steinig und man muss Tritte zwischen den Klötzen finden.

Der Wasserfall ist der leistungsstärkste Europas ( knapp vor dem Rheinfall), er ist 100 m breit und 44 m hoch. Er stürzt sich mit 1.500 m pro Sekunde in den Canyon Jökulsárgljúfur des Flusses Jökulsá. Da an beiden Seiten der Schlucht Pisten entlangführen ( 864 und 862) ist er gut zu erreichen, von der 864 kann man besser an den Rand und von der 862 ist die Aufsicht mE besser. Für ein gutes Foto setze ich mich ja bekanntlich auch ein, aber hier setzen die Fotofreaks ihre Freundin oder Frau an den Abgrund!

Man könnte noch 1,4 Km weiterwandern bis zum Selfoss, wir fahren aber weiter Richtung Asbergi, wo schon nach kurzer Strecke der Abzweig zum nächste Wasserfall, dem Hafragilsfoss mit 27 m Fallhöhe, umgeben von rotem Gestein und einer Anschwemmung schwarzen Sandes.

Es ist schon ein beeindruckender Canyon mit einer beeindruckenden Menge grauen Gesteins!

Dann fahren wir weiter und kommen erst wieder durch Tundra, dann Heidelbeerengrün ( nenne ich mal so Pars pro toto) und dann wieder zu grasbedeckten Landzungen ins Meer. Husavik ist ein Fischerort. In der Bucht kommt es im Sommer zu großen Mengen Plankton, die wiederum die Wale anlocken. Mehr dazu und zu unserer neuen Unterkunft für die nächsten drei Nächte Morgen.

Den Fotoreigen beginne ich mal mit einem Foto von gestern Abend um 22.30 und einem anderen von heute morgen um 2 Uhr, das WC hatte eine Panoramascheiben und ich klugerweise mein I Phone zum Fotografieren eingesteckt. Das I Phone bringt aus Gründen des Belichtungsmessers die Farben sogar noch dunkler als sie es tatsächlich waren.

Spätabends in Borgafjördur
Sonnenaufgang in Bordarfjördur
Schuhe in der Diele des Blabjorg Guesthouses.
Nach dem Pass, Fahrt von Borgafjördur nach Egilstadir
Singschwäne
It is called Dirt Road for a reason
Guter Begleiter in baum- und buschloser Tundra: Dixie Klos
Gute Begleiter in laden- und Caféloser Tundra
Mondlandschaft zwischen Egilstadir und Myvatn
Hier hat Neil Armstrong für die Mondlandung trainiert
Der Canyon des Jökulsá
Dettifoss
Dettifoss
Dettifoss
Ganz nah dran am Dettifoss
Fotograf auf einer Klippe
Jökulsárgljúfur
Jökulsárgljúfur
Hafragilsfoss am Jökulsà
Der Canyon des Jökulsà
Einsames Haus am Wasser vor Husavik
Laxhus in Laxamyri bei Husavik
Gestern Abend haben wir in der Gemeinschaftsküche gekocht und dann dort am Tisch noch Scrabble gespielt. Ich habe einfach Tomaten aus der Dose, Kartoffelstücke, Paprikaschoten und Zucchini in einen Topf geworfen. Ein italienisches Paar hat Salat mit Sardinen und Tomaten gemacht und danach Tütensuppe. Ein anderes Paar ( auch Italiener) Spinatsalat und danach Nudeln mit Linsen. Ein weiteres Paar ( auch Italiener, auch zwei Männer wie die anderen mit den Nudeln, aber sie kannten sich offensichtlich nicht) kocht tatsächlich auch Nudeln mit Linsen und ein junges deutsches Paar Miracoli. Immer wieder kommen neue Ankömmlinge. Nett ist es hier. Eine verpeilte Chinesin mit ihrer Tochter , die in 9 Tagen die Ring Road fahren; und ein älteres deutsches Paar, die die Hostelatmosphäre, offenbar befremdlich finden und erst recht, dass sie am Eingang die Schuhe ausziehen müssen. Menschen im Ho(s)tel eben!

Wir müssen die gestern gefahrene Schotterstraße bis Egilstadir wieder zurückfahren, wo wir dann auf die Ringroad 1 in Richtung Akureyri einbiegen. Noch führt die Straße zwischen Bergen durch ein weites Tal voller Blaubeersträucher und an unzähligen kleinen Wasserfällen vorbei. Dann wird es immer unwirtlicher. Zuerst Tundra, dann zunehmend kleinsteinige Wüste , schließlich typisches Eiszeitgeröll ( Barnie Geröllheimer kommt mir in den Sinn). Dominierende Farben sind Grau, schwarz und braun. Nicht weit von hier hat Neil Armstrong seinerzeit dann auch für die Mondlandung trainiert. Das ist nicht nur eine eher trostlose Mondlandschaft, sondern auch bar jeder Möglichkeit zu halten und mal hinter einem nicht vorhandenen Busch zu verschwinden. Aber es gibt ab und zu Parkplätze und dort stehen dann wie zwei gute alte Freunde zwei Dixieklos. In der Wildnis und Ödnis gibt es auch kein Starbucks. Da ist doch gut, dass wir Wasser haben und Holger, auch unser bester Freund geworden.( s. Bild)

Irgendwann ( vielleicht 100 Km hinter Egilstadir) geht es rechts ab auf die Straße 864 in Richtung Asbyrgi. Die Stein- und Geröllsituation ändert sich damit aber nicht. Nach 27 Km auf einer Schotterpiste kommen wir zum Abzweig zum Dettifoss ( zur Erinnerung: Foss = Wasserfall).
Vom Parkplatz aus muss man noch ein ganzes Stück bergab.
Zum Dettifoss laufen, gut dass ich meine Wanderschuhe anhabe, der Weg ist steinig und man muss Tritte zwischen den Klötzen finden.

Der Wasserfall ist der leistungsstärkste Europas ( knapp vor dem Rheinfall), er ist 100 m breit und 44 m hoch. Er stürzt sich mit 1.500 m pro Sekunde in den Canyon Jökulsárgljúfur des Flusses Jökulsá. Da an beiden Seiten der Schlucht Pisten entlangführen ( 864 und 862) ist er gut zu erreichen, von der 864 kann man besser an den Rand und von der 862 ist die Aufsicht mE besser. Für ein gutes Foto setze ich mich ja bekanntlich auch ein, aber hier setzen die Fotofreaks ihre Freundin oder Frau an den Abgrund!

An könnte noch 1,4 Km weiterwandern bis zum Selfoss, wir fahren aber weiter Richtung Asbergi, wo schon nach kurzer Strecke der Abzweig zum nächste Wasserfall, dem Hafragilsfoss mit 27 m Fallhöhe, umgeben von rotem Gestein und einer Anschwemmung schwarzen Sandes.

Es ist schon ein beeindruckender Canyon mit einer beeindruckenden Menge grauen Gesteins!

Dann fahren wir weiter und kommen erst wieder durch Tundra, dann Heidelbeerengrün ( nenne ich mal so Pars pro toto) und dann wieder zu grasbedeckten Landzungen ins Meer. Husavik ist ein Fischerort. In der Bucht kommt es im Sommer zu großen Mengen Plankton, die wiederum die Wale anlocken. Mehr dazu und zu unserer neuen Unterkunft für die nächsten drei Nächte Morgen.

Den Fotoreigen beginne ich mal mit einem Foto von gestern Abend um 22.30 und einem anderen von heute morgen um 2 Uhr, das WC hatte eine Panoramascheiben und ich klugerweise mein I Phone zum Fotografieren eingesteckt. Das I Phone bringt aus Gründen des Belichtungsmessers die Farben sogar noch dunkler als sie es tatsächlich waren.

Dienstag, 11. Juli 2017

Puffin or Nuffin, unterwegs nach Borgarfjördur

Heute gibt es nur eine kurze Etappe, wir fahren von Reydafjördur nach Borgafjördur Eystri, dem Ort, der heute Bakkagerdi genannt wird.Eigentlich nur zwei Fjorde weiter, aber es gibt keine durchgehende Wegstrecke, also fahren wir durch das Hochland, begleitet von Bergen auf beiden Seiten bis Egilstadir. Hier biegen wir aber nicht auf die Ringroad 1 Richtung Akureyri ab, sondern wir fahren weiter auf der Straße 94 in Richtung Borgarfjördur. 
Die Straße  führt zunächst etwa 40 Km entlang eines mäandrierenden Flusses durch Tundralandschaft, immer einmal unterbrochen durch grüne Weiden eines Bauernhofes. Im Blick immer hohe Berge. Irgendwo steht ein grün angemaltes Häuschen im Nirgendwo, es gehörte indem exzentrischen Privatmann, hat Photovoltaik und innen einen Getränkeautomat. Mal ist die Straße geteert, dann wieder ( überwiegend) eine Schotterpiste. Die Ratio hinter der Aufteilung erschließt Sichtung nicht. Dann knickt die auf das Meer zulaufende Straße nach rechts ab und fühlbar einer Bucht vorbei den Berg hinauf. Der Dyrfell ( Türberg) ist ein dramatischer Bergkamm, der sich 1100 m aus dem Tal auf Meereshöhe erhebt. An einem Aussichtspunkt mit gestylter Infohütte und Toilette halten wir an und bewundern das Panorama.
Weiter geht es in Serpentinen vorbei an Wanderparkplätzen zum Pass rauf und wieder runter. Der Gipfel des Dyrfell liegt in den Wolken. Die Straße führt wieder  zum Meer, sie schlängelt sich dabei auf halber Höhe den Berg entlang. Dann geht es hinunternimmt den Ort, der aus einer überschaubaren Zahl netter, teils bunter Häuser besteht. Hier ist das Ende der eigentlichen Straße und der bewohnten Welt. Weitere Wege führen nur noch zum kleinen Hafen und zu Bauernhöfen und Trailheads.

Unser Hotel ist eine  Mischung aus Hostel und Guest House. Erbaut erst vor wenigen Jahren aus einer alten Fischfabrik, hat ein ausgezeichnetes Preis- Leistungsverhältnis und ist mit Verstand und Stil angelegt und eingerichtet. http://www.blabjorg.com/ Es ist die günstigste Unterkunft dieser Reise und , das ist schon jetzt klar,sicherlich eine der schönsten. Unsere Zimmer ist klein und liegt auf der Mountain View Seite, aber andere waren bei Booking  nicht mehr frei. Kein Zimmer hat ein eigenes Bad , mit Ausnahme wahrscheinlich der paar Studio-Appartements, die es hier im Haus auch gibt. Ein nettes Café /Restaurant gehört auch dazu, mit Loungeecke, Bar und Schafffellen. Ich sitze gerade in der gut ausgestatteten Gästeküche und werde da gleich einen Topf randvoll mit Gemüse kochen. Es gibt auch eine Lee- und Fernsehecke und einen tollen Blick auf das Wasser, dessen leise klatschenden Wellen man hört. Im unteren Bereich sind die sog. Hot Pots. Mich schreckt ab, dass man von der Dusche bis hinein durch die kalte Luft muss...., allerdings gibt es auch Saunen, mal sehen, vielleicht später. 

Ein Spaziergang durch den Ort ergibt Folgendes:

Eine kleine Kirche
Einen Felsenhügel  mit Elfen
Ein Grashaus
Eine Fischfabrik
Ein knallblaues Haus
Ein gelbes Haus 
Einen Dorfladen
Eine Krankenschwester (?) mit Rotem Kreuz Schild
Eine Entenfamilie mit 10 Küken, geschätzt 
Ein (historisches) Gestell zum Trocknen von Fischen, siehe aber mein Fotos
Einen sehr netten Campingplatz
Ein kleiner Felsen mit Dreizehnmöwen 
Schon wieder den Feuerwehrwagen aus Bayern, der zum Wohnmobil umgebaut ist

Die meisten Leute kommen aber nicht wegen der oben aufgeführten Sehenswürdigkeiten, sondern um die Stichstraße zum Hafen zu nehmen, neben dem ein bekannter Vogelfelsen mit Dreizehnmöwen und Papageientauchern liegt. ( Kittiwakes und Pfuis) .

Der Weg zum Hafen ist schon mal schön, er führt am Fuß höher Berge entlang des Fjords, hinzukommt, dass sich vor einer guten Stunde die Sonne  gegen die Wolken durchgesetzt hat. Herrliches Wetter und Aussichten wie aus dem Coffee Table  Book.

Auf dem Weg vom Parkplatz zum Hafen kommen uns zwei deutsche Frauen, die mir schon im Ort begegnet sind. Eine trägt einen riesigen Dorsch. Sie sind wohl mitbringen Wohnmobil unterwegs, hoffen wir mal, dass das eine große Pfanne hat. 

Zwei Kutter kommen  vollbeladen in den Hafen. Leider kann man nicht mehr so viel vom Ausladen  sehen, da ein Kran die Fischcontainer auf einen Lastwagen hebt. 

Ja, und dann gab es noch die Bemühungen nach dem perfekten Puffin or Nuffin Bild und dem einer Fulmar mit Küken. Beides  Check! 

SB-Getränke an der 94


Weite Blicke auf die Flussmündung am Pass der 94

Am Borgarfjördur

In der Hostelküche

Blauer med Skyr

Borgarfjördur

Altes Grashaus in Borgarfjördur

Das Dorf Borgarfjördur

Farbenfrohe Flechten am Strand

Der Elfenberg

Traditionelle Fischtrockengestelle mit stinkender Deko

Der Fisch stinkt vom Kopf

Nistende Dreizehnmöwe (Kittiwake)

Nistende Dreizehnmöwe (Kittiwake) mit Jungen

Nistende Dreizehnmöwen (Kittiwake)mit Jungen

Papageientaucher - Puffen

Wer genau guckt, sieht die Fische im Schnabel

Puffin or nuffin

Nisthöhlen der Pfuis

Puffins in Borgafjördur Höfn



Von meinem iPad gesendet