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Dienstag, 11. Juli 2017

Puffin or Nuffin, unterwegs nach Borgarfjördur

Heute gibt es nur eine kurze Etappe, wir fahren von Reydafjördur nach Borgafjördur Eystri, dem Ort, der heute Bakkagerdi genannt wird.Eigentlich nur zwei Fjorde weiter, aber es gibt keine durchgehende Wegstrecke, also fahren wir durch das Hochland, begleitet von Bergen auf beiden Seiten bis Egilstadir. Hier biegen wir aber nicht auf die Ringroad 1 Richtung Akureyri ab, sondern wir fahren weiter auf der Straße 94 in Richtung Borgarfjördur. 
Die Straße  führt zunächst etwa 40 Km entlang eines mäandrierenden Flusses durch Tundralandschaft, immer einmal unterbrochen durch grüne Weiden eines Bauernhofes. Im Blick immer hohe Berge. Irgendwo steht ein grün angemaltes Häuschen im Nirgendwo, es gehörte indem exzentrischen Privatmann, hat Photovoltaik und innen einen Getränkeautomat. Mal ist die Straße geteert, dann wieder ( überwiegend) eine Schotterpiste. Die Ratio hinter der Aufteilung erschließt Sichtung nicht. Dann knickt die auf das Meer zulaufende Straße nach rechts ab und fühlbar einer Bucht vorbei den Berg hinauf. Der Dyrfell ( Türberg) ist ein dramatischer Bergkamm, der sich 1100 m aus dem Tal auf Meereshöhe erhebt. An einem Aussichtspunkt mit gestylter Infohütte und Toilette halten wir an und bewundern das Panorama.
Weiter geht es in Serpentinen vorbei an Wanderparkplätzen zum Pass rauf und wieder runter. Der Gipfel des Dyrfell liegt in den Wolken. Die Straße führt wieder  zum Meer, sie schlängelt sich dabei auf halber Höhe den Berg entlang. Dann geht es hinunternimmt den Ort, der aus einer überschaubaren Zahl netter, teils bunter Häuser besteht. Hier ist das Ende der eigentlichen Straße und der bewohnten Welt. Weitere Wege führen nur noch zum kleinen Hafen und zu Bauernhöfen und Trailheads.

Unser Hotel ist eine  Mischung aus Hostel und Guest House. Erbaut erst vor wenigen Jahren aus einer alten Fischfabrik, hat ein ausgezeichnetes Preis- Leistungsverhältnis und ist mit Verstand und Stil angelegt und eingerichtet. http://www.blabjorg.com/ Es ist die günstigste Unterkunft dieser Reise und , das ist schon jetzt klar,sicherlich eine der schönsten. Unsere Zimmer ist klein und liegt auf der Mountain View Seite, aber andere waren bei Booking  nicht mehr frei. Kein Zimmer hat ein eigenes Bad , mit Ausnahme wahrscheinlich der paar Studio-Appartements, die es hier im Haus auch gibt. Ein nettes Café /Restaurant gehört auch dazu, mit Loungeecke, Bar und Schafffellen. Ich sitze gerade in der gut ausgestatteten Gästeküche und werde da gleich einen Topf randvoll mit Gemüse kochen. Es gibt auch eine Lee- und Fernsehecke und einen tollen Blick auf das Wasser, dessen leise klatschenden Wellen man hört. Im unteren Bereich sind die sog. Hot Pots. Mich schreckt ab, dass man von der Dusche bis hinein durch die kalte Luft muss...., allerdings gibt es auch Saunen, mal sehen, vielleicht später. 

Ein Spaziergang durch den Ort ergibt Folgendes:

Eine kleine Kirche
Einen Felsenhügel  mit Elfen
Ein Grashaus
Eine Fischfabrik
Ein knallblaues Haus
Ein gelbes Haus 
Einen Dorfladen
Eine Krankenschwester (?) mit Rotem Kreuz Schild
Eine Entenfamilie mit 10 Küken, geschätzt 
Ein (historisches) Gestell zum Trocknen von Fischen, siehe aber mein Fotos
Einen sehr netten Campingplatz
Ein kleiner Felsen mit Dreizehnmöwen 
Schon wieder den Feuerwehrwagen aus Bayern, der zum Wohnmobil umgebaut ist

Die meisten Leute kommen aber nicht wegen der oben aufgeführten Sehenswürdigkeiten, sondern um die Stichstraße zum Hafen zu nehmen, neben dem ein bekannter Vogelfelsen mit Dreizehnmöwen und Papageientauchern liegt. ( Kittiwakes und Pfuis) .

Der Weg zum Hafen ist schon mal schön, er führt am Fuß höher Berge entlang des Fjords, hinzukommt, dass sich vor einer guten Stunde die Sonne  gegen die Wolken durchgesetzt hat. Herrliches Wetter und Aussichten wie aus dem Coffee Table  Book.

Auf dem Weg vom Parkplatz zum Hafen kommen uns zwei deutsche Frauen, die mir schon im Ort begegnet sind. Eine trägt einen riesigen Dorsch. Sie sind wohl mitbringen Wohnmobil unterwegs, hoffen wir mal, dass das eine große Pfanne hat. 

Zwei Kutter kommen  vollbeladen in den Hafen. Leider kann man nicht mehr so viel vom Ausladen  sehen, da ein Kran die Fischcontainer auf einen Lastwagen hebt. 

Ja, und dann gab es noch die Bemühungen nach dem perfekten Puffin or Nuffin Bild und dem einer Fulmar mit Küken. Beides  Check! 

SB-Getränke an der 94


Weite Blicke auf die Flussmündung am Pass der 94

Am Borgarfjördur

In der Hostelküche

Blauer med Skyr

Borgarfjördur

Altes Grashaus in Borgarfjördur

Das Dorf Borgarfjördur

Farbenfrohe Flechten am Strand

Der Elfenberg

Traditionelle Fischtrockengestelle mit stinkender Deko

Der Fisch stinkt vom Kopf

Nistende Dreizehnmöwe (Kittiwake)

Nistende Dreizehnmöwe (Kittiwake) mit Jungen

Nistende Dreizehnmöwen (Kittiwake)mit Jungen

Papageientaucher - Puffen

Wer genau guckt, sieht die Fische im Schnabel

Puffin or nuffin

Nisthöhlen der Pfuis

Puffins in Borgafjördur Höfn



Von meinem iPad gesendet

Bilder Ostfjorde, Unterkünfte in Island: Taergesen Guesthouse in Reydafjördur

Das mit den Unterkünften in Island ist nicht einfach. 350.000 Einwohner und 1,5 Millionen Besucher, Tendenz steigend. Im Sommer ist alles ausgebucht, die Preise sind hoch, das Preis-Leistungsverhältnis stimmt nicht durchgängig und viele Gästehäuser haben keine Zimmer mit Bad. als ich vor drei Monaten Unterkünfte suchte, war schon sehr viel weg!

Unsere erste Unterkunft "The Garage" war uneingeschränkt super und stilsicher! Jetzt sind wir für eine Nacht im Bereich der Kostfjorde in Reykjafjördur, in einer Art alteingesessener Wirtschaft mit ein paar Zimmern im Altbau und einer Motel ähnlichen Dependance. Immerhin 195 EUR pro Nacht. Der Anbau sieht, wie viele hier ein wenig nach Legebatterie aus, die Möbel sind einfach, mehr Baumarkt als Ikea. Das Taergesen hat gute Ratings und wird in den Reiseführern als "urig" empfohlen. Naja..! . Das Essen war allerdings gut und man könnte auch gut schlafen! Aber es ist nicht das Ritz.

Die Panoramafahrt entlang mehrerer Ostfjorde bietet ganz tolle Aussichten!

Gastraum Taergesen Guesthouse in Reydafjördur
Gastraum Taergesen Guesthouse in Reydafjördur
Schlafzimmer im neueren Anbau (mit Bad):Taergesen Guesthouse in Reydafjördur
Ostfjorde: Ein Leuchtturm am Wegesrand
Schafe auf der Straße
Bauernhof am Fuß des Bergs
Hohe Berge (über 1000 Meter am Fjord)
Ostfjord
Außentemperatur

Gestern hat das WLan wohl nicht alle Bilder transportiert.....

Islandmoos bedeckt ein Lavafeld
Der Jokulsarlon
Gletscherblaue Eisberge driften im See
Hohe Eisberge im Jokulsarlon
Größenvergleich mit Boot
Auf dem Weg vom See ins Meer auf den Strand getrieben
Im Meer schwimmender Eisberg
Märchenhaftes Licht und Formen
Café in Havn: Nyhöfn
Ostfjorde
Ostfjorde
Schotterpiste Ostfjorde
Wird hiermit nachgeholt...

Gestern Feuer, heute Eis: Entlang der ( Südost- bzw.) Ostküste Islands


brechen bei strahlend blauem Himmel und Sonnenschein auf zu unserer längsten Etappe der ganzen Reise. Es geht von Skogar im Süden nach Reydafjördur an den Ostfjorden. Die ganze Strecke ist etwa 530 Km lang, aber am Abend stellen wir fest, dass es keine Minute langweilig war und uns gar nicht so weit vorkam. Tatsächlich erreichen wir unser Ziel etwa um 18.30 Uhr.

Von Skogar aus geht es erst einmal wieder bis Vik, da wo wir gestern Abend noch waren. Dann beginnt das Neuland! Erstes Zwischenziel ist Kirkjubaerklaustur, noch ist der Tank aber 1/4 voll und wir fahren weiter. Ein Gletscher folgt dem Nächsten, ebenso wie die Vulkane. Daher fahren wir in einer weiten wüstenähnlichen Ebene zu Fuß der Berge. Endloser schwarzer Sand oder Kieselwüste. Manchmal kilometerlang Steine wie 40 -80 cm große Kiesel, bedeckt von einer Decke aus Islandmoos. Dann an einigen Stellen wiederum kilometerlang blühende LupiWir nen auf beiden Seiten der Straße. Als Nächstes kleine Kegel, etwa 5 Meter hoch. Auf einem sitzen zwei Motorradfahrer, als wir vorbeikommen, winken sie uns zu. Auf einem anderen, ein paar Kilometer weiter steht ein rotlackierter Stuhl. Es ist eine Wüste voller Wasser, immer wieder fließt das Gletscherwasser in reißenden Bächen oder Flüssen zum Meer. Darüber führen dann einspurige Brücken, wer näher dran ist, hat Vorfahrt. Die Brücken heißen Einbreíd Brú!

Zwischen Vik und ...Klaustur bzw. Dem Skaftafell befinden sich die 135 Krater des Lakagigar, der 1784 den bisher schlimmsten Vulkanausbruch in Island verursacht hat: Es starben auf der gesamten Insel 190.000 Schafe, 11.500 Rinder, 28.000 Pferde und 10.000 Menschen. Grund waren u.a. 8 Mio. Tonnen Fluor, die der Vulkan ausgestoßen hatte und wodurch die Weiden vergiftet wurden. Die Menschen starben vor allem an Hunger und Kälte. Dunkel wurde es überall imNorden, nicht nur in Island. 120 Mio. t Schwefeldioxid wurden hochgepustet. ( Zahlen entnommen dem Island Reiseführer von Van de Perre, Bruckmann Verlag).

Am Gletscher des Bergs Skaftafell ist ein Tankstelle mit Laden und Café, Dreh- und Angelpunkt hier im "Outback". An mehreren Tischen sitzen Guides, die einen "Kaffi" vor der nächsten Gletschertour genießen und quatschen. Wir tanken, kaufen zwei Kaffee und eine Tüte "Holger" ( Zwiebackbrötchen).

Wir sind jetzt in der Region des Vatnajökull Gletschers, Riesengebiet mit mehreren Bergen, der zweitgrößte Nationalpark Europas. Seine 14.200 qkm bedecken 14 % der Landesfläche. Der Gletscher hat eine Durchschnittsdicke von 400 Metern und ist bis 1000 Meter dick. Er ist zuletzt 2011 ausgebrochen.

Der Star des Tages ist - mit Ansage- der dann folgende Gletschersee Jökullsarlon.
Unwirklich, kinoreif ( oft als Kulisse benutzt, alleine zweimal in Bond Filmen), großartig, spektakulär.

Der erst etwa 80 Jahre existierende See entspannt aus Gletscherschmelzwasser. In ihn kalbt der Breidamerkurjökull aus dem Vatnajökull Massiv , ein Outlet Gletscher .
Ein paar Jahre treiben die Eisberge im See und werden dann vom Fluss Jökulsá ins Meer gespült. Sehen kann man beides! Ganz, ganz tolle Farben! Als ich am Ufer sitze, bricht in meiner Nähe mit lautem Krachen und Platschen ein Eisberg auseinander und die Nachbarn ( Eisberge, ich saß alleine) geraten ins Schaukeln.

Nächstes Zwischenziel ist der kleine Hafen, der auch nur "Hafen", nämlich Höfn heißt. Vor und hinter Höfn sind unendliche Lagunen einen Haff vorgelagert, neben vielen Vogelarten findet man hier insbesondere viele Singschwäne. Die Berge hier sind älter und knorpelig. Im Hafenort kehren wir im seinerzeit als erstes bebauten Haus von Höfn ein, heute ein Bistro namens Nyhöfn sehr schön im Historischen Skandi Stil, allerdings kosten Carrot Cake und Kaffee etwa 30 EUR.

Hinter Höfn kommen 100 menschenleere Km ohne Tankstelle, mit Lagunen auf der einen und Bergen auf der anderen Seite. Ab Djupivogur kommen wir in die Region der Ostfjorde mit bis zu 1200 Meter hohen Bergen auf beiden Seiten. Wir können immer 20 Km lang auf der anderen Fjordseite erkennen, wie wir später weiterfahren werden....!

Schließlich sind wir in Reydafjördur im Taergesen Gasthaus in einem Basic Zimmer mit Bad für 195 Euro. Im Restaurant kostete in " richtiges" Fleisch- oder Fischgericht etwa 40 Euro. Ganz schön steil...! Aber Pizza und Burger gibt es für 12-16 Euro!

Zu denn Fotos ( Titeln gehen mit dem IPad ja nicht):

Erst eine Deko aus unserem ersten Ferienhaus, dann Bilder aus den Sanderbereichen, danach vom Gletschersee Jokülsarlon ( Größe Ausflugsboot und Eisberg vergleichen) von der Brücke unter der die immer kleiner gewordenen Berge schließlich zum Meer treiben und dann noch Bilder vom Eis am schwarzen Strand und auf dem Meer ( Bitte Tropfen ,der fällt ,suchen!). Schließlich noch was aus den Ostfjorden!


Deko im Ferienhaus The Garage
Lupinen zwischen Vii und Skaftafell

PS: Der Server hat nicht alle Fotos übertragen, daher in einem separaten Post die versprochenen Fotos.