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Donnerstag, 30. November 2017

Highway 1, Milemarker 0-150

Heute geht es zurück in Richtung Miami , denn morgen fliegen wir schon wieder zurück. Wir frühstücken bei Mangrove Mama, etwa 20 Meilen von Key West entfernt auf Sugarloaf Key.  http://www.mangrovemamasrestaurant.com.  Es ist ein knallbuntes Lokal am Mangrovensaum mit Banananstauden und Kokospalmen mittendrin. Legendär ist die Bar mit Live- Reggaemusik am Abend, aber auch der Wochenendbrunch. Uns genügt schon die riesige Frühstückskarte mit allem,was man sich nur wünschen kann.

Dann geht es weiter , das Meer leuchtet türkis. Inzwischen sind viele Hurrikanschuttstapel kleiner geworden und Übersee wird repariert und neu gepflanzt, die Hauptsaison steht vor der Tür. Hoffentlich wird den Leuten, die Haus, Trailer oder Hausboot verloren haben, auch schnell geholfen. In jedem Ort ist eine FEMA Station, wo die Menschen Schäden melden und Hilfeschecks erhalten können. Viele Veranstaltungen und Adventsbazare finden zugunsten der Hurrikanopfer statt.   Eine Aktion in Key West sammelte Geld und im ygegenzug kann man sein Haustier mit Santa fotografieren lassen. Egal , ob Hahn, Hund oder Iguana.

FEMA ist eine Abteilung der Homeland Security.  (https://www.fema.gov/hurricane-irma ) Auf der Website gibt es eine Riesenliste "Gerüchte".

An der 7 Mile Bridge halten wir ( Armin Pfeife) und ich gehe den Weg zur alten Flaglerbrücke. Dort sitzt ein Paar mit Pitbull (angeleint) und angelt. Unter der Abbruchkante sonnen sich Iguanas. Weit geht der Blick über beide Brücken.

Bei Milemarker 77,5 zwinge ich Armin an Robbie's Marina zu halten, es ist eine kitschige Mischung aus Marina, Kajakverleih, Andenkenbuden , Café und einer Tarpon Fütterstation. Da wir von hinten zum Steg kommen, sehen wir nicht das Schild, dass man 2 Dollar für diese ( Lonely Planet) Attraktion zahlen muss. Alles Geschäftemacherei, aber ich kann wunderbare Pelikanbilder machen. Wenn die einen Moment zur Seite gehen, entdeckt man riesige Tarponfische und andere, haiähnliche!
Ansonsten ist nicht viel Aktives zu berichten. Irgendwann fahren wir von dem vollen Highway 1 ab, es wird nicht wirklich schneller , aber grüner. Erst Suburbia mit Häusern wie in Desperate Housewifes und dann werden die Häuser  graduell zu Villen. Eine Straße hat an beiden Seiten riesige , alte Würgefeigenbäume stehen.  Wir fahren bis Coral Gables, einem Luxusvorort im südlichen Miami. Hier gibt es das legendäre Biltmore Hotel, in dem in den goldener 20er Jahren alle Film- und Jazzgrößen zu Gast waren:
"Im Januar 1926 öffnete die 10 Millionen $ teure Hotelanlage ihre Pforten. In seiner Blütezeit war das Hotel Gastgeber so bekannter Persönlichkeiten wie Ginger Rogers, Judy Garland, Bing Crosby, Al Capone und zählte auch den Herzog und die Herzogin von Windsor zu seinen Gästen ebenso wie Mitglieder der Familien Roosevelt und Vanderbilt. Gala-Veranstaltungen, Wassershows am riesigen Pool und andere Events waren an der Tagesordnung. Johnny Weissmüller beispielsweise brach im Pool des Biltmore Hotels einen Weltrekord, bevor der sich als Tarzan von Baum zu Baum schwang."
Da wohnen wir allerdings nicht, sondern im Hyatt Regency. Ganz Coral Gables ist architektonisch nach Spanien orientiert. Warum dies so ist, liest sich wie eine typische American Dream Story:
Villa Viscaya, built in 1914 by James Deering, set the pace for the Mediterranean Revival style that began to take hold in South Florida during the 1920’s land boom. Visionaries like George Merrick of Coral Gables and Addison Mizner of Palm Beach carried this style through, planning and designing unparalleled communities to look as if they had been picked up and transported directly from the Mediterranean Coastline all their antiquity. For Merrick, Majorca, Sevilla, Cartagena, and Malaga were not just cities in Spain, but symbols of his American ideal; his dream was to develop his vast land holdings while building on Florida’s rich Spanish history.
George Merrick (Founder of Coral Gables) came to Miami with his family from Duxbury, Massachusetts in 1899. His father, Reverend Solomon Merrick had purchased one hundred and sixty acres of undeveloped land which he operated as a family plantation, producing avocados, oranges and grapefruit on land near what is now the Granada Golf Course. By 1921, ten years after his father’s death, George Merrick had amassed about 3,000 acres of land, enough to begin a massive real estate development project, unprecedented in Florida. Merrick set out to prove that he was not only a man of great imagination, but a man of action whose story is perhaps the greatest Miami has ever known. Merrick’s plan was to create a new city called “Coral Gables” named after the native rock home where he spent his childhood. He would do it in a cohesive, aesthetic style that would incorporate the visions of artists and poets, like himself, who were rapt in the fever of the Florida land boom and inspired by the simplest of beauties. It was an exciting time for these frontiersmen, awestruck by Miami’s tropical climate and coastal magnificence. While they wanted to put their own stamp on the real estate market, they were anxious to share South Florida’s beauty with the world, seeking fame more than fortune.
Together with a team of extraordinary designers, which included artist Denman Fink, architects H. George Fink and Phineas Paist, and landscape architect Frank Button, Merrick set out to create a unique suburb of the city of Miami. A project that would be an unrivaled beauty, constructed in the Mediterranean Revival style, featuring all the elements of the City Beautiful Movement rightdown to the finest details, like city lamp posts. The Merrick land holdings were subdivided with clear zoning and usage specifications. These original cityplanners set aside residential and country club areas, business, industrial and craft subdivisions and recreational areas including bridle paths, parks, tennis courts and golf courses."https://coralgableschamber.org/a-history-of-coral-gables/
Wir gehen durch Bogengänge zu eine Straße, deren Pflaster in Lissabon sein könnte, Fußgängerzone mit Straßencafés und Restaurants! Dort essen wir auch al fresco zu Abend und zwar in einem peruanischen Restautanz: Divina Ceviche. Ceviche gibt es hier überall, roher Fisch, "gegart" durch Marinieren in Limettensaft und Gewürzen

Mangrove Mama Restaurant 
Mangrove Mama
Mangrove Mama
Alte Flagler Bridge mit Iguanas
Angler auf der Flagler Bridge, Blick auf die 7 Mile Bridge

Die alte Flagler Bridge
Nach Irma: Neue Palmen werden gepflanzt
Braune Pelikane in Robbie´s Marina
Feeding Frenzy
Brauner Pelikan
Seidenreiher
Robbies Marina


Samstag, 18. November 2017

Florida, the Sunshine State (mit der Orange auf dem Nummernschild)

Ich sitze gerade auf dem Balkon ( mit Mücken-Screen rundum), höre den Grillen zu und war gestern morgen früh noch in Leverkusen. So schnell ist man auf einmal ganz woanders. Obwohl, so schnell dann wieder auch nicht. Erst mit einem Taxi nach Deutz, dann mit dem Zug nach Frankfurt, dann Meilen durch den Flughafen und dann gut 10 Stunden Flug. Die Premium Economy lohnt sich alle Mal für die zum Ausstrecken dazu gewonnenen Zentimeter, aber auch, weil der Abstand zum Nachbarn deutlich komfortabler ist. Aber 10 Stunden ziehen sich auf jeden Fall ganz schön in die Länge. Vor allem die letzten drei bis eine. Jedenfalls habe ich neben 45 Partien Solitaire ( mit dem Bordentertainmentprogramm), 2 Partien Scrabble ( mit Armin) und einigen Kapiteln Krimi den Film "Die Vögel" noch einmal gesehen. Never disappoints!

In Miami angekommen, hat die Immigration-Schlange sich gewunden und gewunden. Nach der ersten Schlange gab es jetzt Self-Check- In Automaten: "Next please. Madam, over here! Families together!". Dann gab es aber doch noch die normale Schalterschlange und ich weiß nicht wirklich, welchen Zweck die Automaten hatten, weil schneller ging es unter dem Strich nicht. Allerdings müsste Armin seine Fingerabdrücke nicht noch einmal scannen lassen. Ich schon. Ich musste auch ein zweites Foto machen, obwohl schon mein erstes schöner war als Armins. Wahrscheinlich liegt es daran.

Dann Schlange stehen bei Avis. Ich werde es nie verstehen, dass Autovermietungen, egal wo auf der Welt, immer so lange brauchen. Es kommt ja nicht überraschend, dass ein Kunde, der einen Mietwagen gebucht hat, plötzlich da steht. Surprise, surprise! In Nizza habe ich bei einem Flug von einer knappen Stunde eine gute Stunde für die Mietwagenabfertigung benötigt. Jedenfalls war der Mann in Miami sehr nett und vergleichsweise auch schnell.

Trotzdem hat es etwas über drei Stunden gedauert vom Zeitpunkt der Landung bis zum Check In im 5 Km entfernten Hotel. Was allerdings u.a. auch daran lag, dass wir in die NW 87th Straße nach rechts ( vorbei am Golfplatz von Mr. Trump , ja genau dem!) statt nach links abgebogen sind. Es war eine faire 50:50 Chance, leider nicht genutzt...! Nachdem das Hotel nach ein paar Km immer noch nicht zu sehen war ( Hausnummern waren nirgendwo erkennbar), haben wir an einer Tankstelle gehalten und ich bin reingegangen , um zu fragen. Wie das immer bei so etwas ist, hatte ich bald eine ganze Gruppe Leute um mich, die helfen wollten. Das Problem war, das mein Spanisch und deren Englisch nicht zueinander finden konnten. Es waren nur Latinos in der Tankstelle. Schließlich hat einer sein Handy gezückt und Dr. google hat es gerichtet. Über das Hotel ist nicht viel zu erzählen, wir sind um halb neun abends US Zeit ins Bett gesunken, war ja, gemessen am Aufstehen auch schon 2.30 Uhr. Nicht allerdings , ohne vorher noch bei Antonios " Our Pizza is well done, seriously ") ein Tuna Sandwich bzw. Meatball Sandwich zu essen.

Heute morgen sind wir , zunächst auf der Suche nach einem Frühstück ( Vicky's Bakery, wo der Kaffee Café con Leche hieß, nach 10 Stunden Schlaf aufgebrochen in Richtung Nordwesten.

Die Fahrt ging bis Naples über den 75, dann weiter auf der 41 . Die Strecke bis Naples führte quer durch die Everglades, man könnte am Wegrand Egrets, Ibisse, Schlangenhalsvögel, Turkey Vultures und viele andere entdecken.

Die mautpflichtige Brücke bei Fort Myers hinüber zur InselnSanibel hat einen hohen Bogen und führt sodann auf einem flachen, langen Teil ( auf den Pfosten saßen Fischadler) weiter, jeder Meter führt einen Weg von der Welt der Strip Malls , Supermärkte und Car Dealerships in die Welt von Wasser und Himmel.

Wir stellen nur schnell unsere Koffer in der (schönen) Wohnung ab und verstauen die Lebensmittel in den Kühlschrank. Dann Flip Flops an und auf zum Strand, an dem die Anlage ( Sanibel Moorings) liegt. Das Licht, etwa eine Stunde vor Sonnenuntergang ist phantastisch. Aus dem Flug stürzen sich Seeschwalben wie Torpedos senkrecht ins Wasser ( kleiner Platsch), abgewechselt von braunen Pelikanen, nicht ganz stromlinienförmig,dafür ein großer Platsch. Blickt man nach Süden, erkennt man weit entfernt die Hochhäuser von Fort Myers Beach, schön, dass Sanibel Island ruhig, laid back , frei von Menschenmassen und Bausünden ist. Dafür stehen an der Straße Warnschilder mit dem Hinweis " Gopher Turtle Crossing"

Wir wohnen in einer Condo im Resort Sabine Moorings. http://www.sanibelmoorings.com


Der Weg zum Strand von Sabine Moorings
Strand im Abendlicht 
Sundowner Zeit
Sundowner Zeit
Braune Pelikane beim Fischfang
Abendspaziergang
Sonnenuntergang geniessen
Rosa Brille
Blick zur untergehenden Sonne hinter Captiva
Regenpfeifer beim Abendspaziergang
Pelikan fliegt "home to roost"
Und der Rückweg vom Strand