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Mittwoch, 29. November 2017

Geiger aus dem Schwabenland, Audubon, die Appledore und noch das Hurricane Hole 


Heute waren wir wieder im Café Coffee Plantation frühstücken und ich bin danach wieder ein paar Blocks entlang den wunderbaren Südstaatenhäusern entlang spaziert. Armin habe ich auf seiner Lieblingsbank fürs Pfeiferauchen angetroffen und wir haben am Stand nebenan nach Segelausflügen gefragt. Die Konkurrenz links vom Weihnachtsbaum hat die Yacht "Amerika 2.0 zu bieten, ein wunderbares Segelschiff. Allerdings segelt die derzeit dienstags nur abends. Die Konkurrenz rechts vom Weihnachtsbaum  segelt auch am Nachmittag, da haben sich aber erst 2 der notwendigen 6 Personen angemeldet. Der Verkäufer bietet uns die Abendtour wegen der (Noch-)Nebensaison für USD 59 statt 89 pro Person an. Die Nachmittagstour kostet nur 45 USD ( weniger Getränke, kein Sonnenuntergang und keine Snacks inkludiert). Wenn wir jetzt buchen, die Tour aber nicht zustande kommen sollte, bekämen wir einen Refund oder die Abendtour zum gleichen Preis. Done Deal!  Jetzt haben wir noch 1,5 Stunden Zeit, um etwas anderes zu unternehmen. Zu kurz für das Kunstmuseum( mit hin- und zurücklaufen), also schlage ich eine Besichtigung des Audubon Hauses vor. Mir war Audubon bekannt im Zusammenhang mit der gleichnamigen Gesellschaft/dem Verein zum Vogelschutz.
Tatsächlich war Audubon ein Ornithologe und Autodidakt als Maler. : John James Audubon (born Jean Rabin; April 26, 1785 – January 27, 1851) was an American ornithologist, naturalist, and painter. He was notable for his extensive studies documenting all types of American birds and for his detailed illustrations that depicted the birds in their natural habitats. His major work, a color-plate book entitled The Birds of America (1827–1839), is considered one of the finest ornithological works ever completed. Audubon identified 25 new species. https://en.m.wikipedia.org/wiki/John_James_Audubon
Mit seinen Bildern könnte er in den USA zunächst kein Geld verdienen, also versuchte er sein Glück in England:
The British could not get enough of Audubon's images of backwoods America and its natural attractions. He met with great acceptance as he toured around England and Scotland, and was lionized as "the American woodsman." He raised enough money to begin publishing his Birds of America. This monumental work consists of 435 hand-colored, life-size prints of 497 bird species, made from engraved copper plates of various sizes depending on the size of the image. They were printed on sheets measuring about 39 by 26 inches (660 mm).[58] The work contains slightly more than 700 North American bird species, of which some was based on specimens collected by fellow ornithologist John Kirk Townsend on his journey across America with Thomas Nuttall in 1834 as part of Nathaniel Jarvis Wyeth's second expedition across the Rocky Mountains to the Pacific Ocean.The pages were organized for artistic effect and contrasting interest, as if the reader were taking a visual tour. (Some critics thought he should have organized the plates in Linnaean order as befitting a "serious" ornithological treatise.) The first and perhaps most famous plate was the wild turkey.The cost of printing the entire work was $115,640 (over $2,000,000 today), paid for from advance subscriptions, exhibitions, oil painting commissions, and animal skins, which Audubon hunted and sold.Audubon's great work was a remarkable accomplishment. It took more than 14 years of field observations and drawings, plus his single-handed management and promotion of the project to make it a success. ( Quelle: wie zuvor)
Was aber hat das mit dem von uns besichtigten Haus zu tun. Eigentlich so richtig gar nichts. aber: Audubon painted some of his works while staying at the Key West house and gardens of Capt. John H. Geiger. This site was preserved as the Audubon House and Tropical Gardens. ( Quelle wie zuvor).
Hier gibt es eine Divergenz zu dem,was der Führer uns im Audubon Haus erzählt hat: Audubon sei in Key West gewesen, da hätte aber das Haus noch gar nicht gestanden. Aber in dem Bild der Black Headed Pigeon ( oder so ähnlich) komme eine Pflanze vor,mdie er auf dem Grundstück gemalt habe. Und seitdem habe sich der Name Audubon Haus etabliert.
Tatsächlich befand sich das später(?) gebaute Haus im Eigentum der Geiger Familie. Geigers Familie war aus Stuttgart ausgewandert. ( Was indiziell meine These stützt, dass -dem Dialekt nach zu urteilen- etwa 80 % aller Deutschen, die verreisen, Schwaben sind.). Armin meint, dass in der ersten Bundesligasaison ein Geiger für den VFB Stuttgart gespielt habe...( Holger?? stimmt das?).
Zurück zu Geiger und Audubon: Am besten wir lesen einmal auf der Homepage des Audubon Hauses nach:
"Twenty-two of the original 435 Havell plates represent birds Audubon observed and painted in Florida during the period 1832. In Key West, Audubon had a letter of introduction to Dr. Benjamin Strobel, who had a house on the property now occupied by the Audubon House and Tropical Gardens. At the time, the property was owned by Pardon Greene, one of Key West’s founding fathers. Captain John Geiger, who eventually bought the property, rented a house there. At the center of the property was a garden of native and imported tropical plants that Audubon may have used in his images of local birds."
"Captain John Huling Geiger was a maritime pilot who made his fortune in the ship wrecking industry. Wrecking was a heavily regulated, highly respected and dangerous business. It also was a lucrative business that helped make Key West the richest city in the nation in the mid-19th century. In those days, a hundred ships passed by Key West each day as they sailed between the Eastern Seaboard and the Gulf Coast. Fierce storms and powerful Gulf Stream currents often meant a perilous passage, and many ships met their demise on the Florida Keys’ shallow offshore reef and shoals.A call of “wreck ashore” started a race to a ship in distress. The first captain to arrive became the wreck master who directed the rescue effort and the salvage operation. The first responsibility of the wreck master was to save the ship’s crew and passengers. The second was to salvage its cargo and, if possible, to recover the ship. " 
Geiger war einer der 10 reichsten Männer in Florida. ER hat das Grundstück aber erst 6 Jahre NACH dem Aufenthalt von Audubon erworben . Zudem stammt das jetzige Haus aus dem Jahr 1846, da das vorher dort befindliche Haus durchbringen Hurrikan zerstört worden war. So verhält es sich also mit den widersprüchlichen Aussagen von Wikipedia und unserem Guide . Irgendwie haben beide recht!
Mehr über die spannende Geschichte der Geiger Familie, die aus St. Augustiner hier nach Key West gekommen war, kann man hier nachlesen! http://audubonhouse.com/about-audubon-house/
Jedenfalls hängen Original Meisterwerke von Audubon in diesem wunderbaren kleinen Museum, dass liebevoll mit zeitgenössischen Möbeln eingerichtet ist , inkl. gedecktem  Tisch mit Essen und Trinken!
Danach geht es schnell zurück zum Pier und wir haben Glück, es sind immernoch nur 4 Leute angemeldet, aber es wird  trotzdem gesegelt. Fast wie ein Privatcharter. Und so kommen wir in den Genuss lautlos über das Meer zu segeln und gucken zu können. Die Kreuzfahrtschiffe machen Key West zwergenklein im Vergleich. Segeln ist "the real Thing"!
Jeden Tag legen derzeit 2 oder 3 Kreuzfahrtschiffe hier an. Dies hängt damit zusammen, dass viele Karibikhäfen seit Irma nicht mehr angefahren werden können. Irma hat in Key West nur wenige Häuser zerstört, auch viele Pflanzen haben überlebt. Nur die Boote waren das Problem. In der Bucht ankert eine Plattform mit Tower und Versorgungseinheit inkl. Betten als Basisstation für eine Barke, die die untergegangenen Schiffe hebt. Aus dem einen Bereich sind von 300 nur 29 heil geblieben, in einer Marine von 120 nur 19, wird uns erzählt. Die Appledore Star, unser Schiff, war während des Sturms mit einer Spinnennetz ähnlichen Anordnung von Tauen festgemacht, ihr ist fast nichts passiert. https://appledore2.com/. Wahrscheinlich war sie Mitte September gerade erst wieder in Florida angekommen, denn im Sommer segelt sie in Maine.

Zum Abschluss noch unser Abendrestaurant, diesmal an einer Marina von Stock Island: Hurricane Hole. Ein nettes Restaurant , viele Angler, mit Tischen an der Marina. Sehr kinderfreundlich,denn es gibt sogar einen Spielplatz mit einem großen bunten Holzschiff! http://hurricaneholekeywest.com/restaurant.php
Fahrradtransporter mit Save the Chicken Aufkleber
Typisches Key West House
Dekoration an typischem Key West House
Manatee - Seekuh - Manati
Weißer Pelikan, Bild von Audubon
Audubon House, Key West
Detail Innenraum, Audubon House
Coffee House in Key West
Segeln auf der Appledore
Segeln auf der Appledore, Key West Bucht
Appledore Two
Blick auf den Kreuzfahrthafen
Sunset Key bei Key West
Großes Schiff und kleine Häuser
Glitzersonne, Gegenlicht

Dienstag, 28. November 2017

Cayo Hueso, eine kleine Geschichte von Key West

Das Einfallen der Europäer hat die Ureinwohner ( Calusa- und Tequestavölker) vertrieben. Es waren zuerst Spanier, die kamen, und die Insel nach den Knochenfunden in den Gräbern der indianischen Bevölkerung Cayo Hueso nannten. In das Englische -zumindest phonetisch- übertragen, wurde aus Cayo Key. Als die Engländer im 18. Jahrhundert von den Spanierm  die Kontrolle über die Insel übernahmen, verfrachteten sie die noch hier lebenden Ureinwohner nach Kuba. 1821 kaufte Simonton die Insel und überzeugte die amerikanische Regierung, dass hier ein guter Platz für einen Militärstützpunkt sei.
Die wirtschaftliche Entwicklung Key Wests nahm ihren Lauf mit den Erfolgen der Wrecker, die das Strandgut  havarierter Schiffe in Besitz nahmen und den Eigentümern zurück verkauften. Wie überall auf der Welt, wurden zuweilen durch falsche Leuchtfeuer Schiffe absichtlich angelockt ,in der berechtigten Hoffnung, dass diese auf die Riffe aufliefen.
Von 1830 bis zum Bürgerkrieg lebte man überwiegend von Salzhandel und  vom Verkauf von Schildkrötenfleisch und Schildpatt.
Danach kamen Ende des 19. Jahrhunderts die Spongers, die vom Sammeln und Verkaufen von Schwämmen ihr Geld machten.
Im 19. Jahrhundert war Key West mit 129 Manufakturen das Zentrum der amerikanischen Zigarrenindustrie, bis diese durch das Versprechen billigerer Arbeit, kein Ärger mit Gewerkschaften und von Steuervorteilen  nach Tampa verlegt wurde.
Eine neue Blütezeit in Form von Schmuggel erlebte Key Wests Wirtschaft während der Prohibition. Bier und Rum wurde aus Kuba, Whiskey und Scotch aus den Bahamas importiert: Die Einwohner von Key West wurden reich!
Die nächste Bütezeit der Schmuggelei war in den  60- bis zu den 80-er Jahren und ließ erneut viele Einwohner wohlhabend werden: Geschmuggelt wurde Marihuana. Mir ist heute noch eine Bar aufgefallen, die "The Stoned Crab"  heißt ( statt der real existierenden Stone Crab). Vermutlich war tatsächlich die ein oder andere Krabbe damals high über dem Meeresboden,wenn sie eines der Pakete angeknabbert hatte. An diese erinnert noch der Name eines ( guten) Restaurants auf Sugarloaf Key mit dem Namen "The square grouper". Dies war der Spitzname  der schwimmenden Marihuanaballen. Ein Grouper ist ein Zackenbarsch,  also nicht eckig....😜!
20 Jahre Marihuanadunst, kein Wunder, dass die Gelassenheit der Key West Bewohner die Insel zu einem freiheitsliebenden Ort gemacht hat! Wer mehr über die Geschichte lesen möchte, findet hier gute Informationen: http://www.floridakeys.com/keywest/key-west-history.htm
Wir frühstücken am Morgen im lohnenswerten Coffee  Plantation um die Ecke ( http://www.coffeeplantationkeywest.com/) und gucken uns danach die vielen kleinen Bahamavillagehäuser sowie die klassischen Südstaatenhäuser mit Veranda und Schaukelstuhl an. Überall entdeckt man kleine Details und alles ist umgeben von grünen Blättern in jeder Form. Auch den alten Friedhof schauen wir uns an. Leider entdecke ich den Grabstein  nicht , auf den eine Witwe hat eingravieren lassen, dass sie nun immer ganz sicher sei, wo Ihr Mann die Nacht verbringe. Der Hafenbereich, aber auch viele der Häuser sind weihnachtlich dekoriert!
Danach fahren wir an den Strand des Historic  State  Parks Fort Zachary. Drei große Kreuzfahrtschiffe sehen wir von dort aus im Hafen. Am Southernmost Point der USA Denkmal steht eine Schlange von Leuten, die dich mit der dort stehenden bemalten Boje fotografieren lassen  möchten. Ich habe vor rein paar Wochen auf YouTube gesehen,dass die Boje gerade erst neu bemalt worden war- nach Irma.
Dann zieht ein Gewitter auf und  wir fahren zurück zum Hotel.  Abends essen waren wir im "The Café"  ( halbvegetarisch) auf der Southard Street. Endlich mal nichts aus der Friteuse. Allerdings stehen French Fries , traditionell aus Kartoffeln, aber mit Trüffelöl bzw von Süßkartoffeln auf der Karte. Armin isst japanische Nudelsuppe mit Tofu....😃. Hätte  ich jetzt nicht gedacht, dass er das bestellen würde. Ich hatte eine gegrillte Veggiepizza mit Salat. Die Portionen waren riesig. Schade, ich hätte gerne noch das Macha-Kokos-Tiramisu probiert! Motto des Ladens: "Rock the Beet" . http://www.thecafekw.com/
Etikett auf dem Flaschenhals: Conch Republic
Typischer Holzzaun, Key West
Merry Christmas everybody, Key West
Santa-Weihnachtsdemo auf einer Veranda, Key West
Typisches Key West Haus
Die Freiheit der Chicken-Hühner in der Conch Republic
Adventskranz am Holzzaun, Key West
Lieblingscafé
Straße in Key West
Key West House mit typischer Veranda
Verandabeleuchtung "Ananas" Key West 
Conch auf dem Friedhof von Key West
Friedhof Key West
Southernmost Point der USA, Key West
Ein Gewitter braut sich zusammen
Restaurant und Bar in Key West
Weihnachtsbaum Key West
Weihnachtslichter am Hafen von Key West
Weihnachts-Palmen Key West





Montag, 27. November 2017

Conch Republic, manche sagen auch Margaritaville

Letzterer Name kommt natürlich vom Getränk , er ist aber untrennbar mit dem Sänger Jimmy Buffet verbunden:
Jimmy Buffett arrived in Key West in November 1971 with singer and songwriter Jerry Jeff Walker (already famous for "Mr. Bojangles") and Teresa "Murphy" Clark. Jerry Jeff, Murphy and her young son, Justin, had offered Jimmy refuge in their open-air Coconut Grove home after Jimmy fled Nashville's weather and business climate.His marriage to his hometown sweetheart had ended, and he'd failed to find many open doors in the Music City. The record industry didn't understand the young man's style, motivation or lyrics. Murphy and Jerry Jeff wanted to deliver some happiness to dispel Jimmy's gloom and sense of loss. After a week or two of Florida-orientation, they piled into "Flying Lady," Jerry Jeff's elegant silver and maroon '47 Packard sedan, for a drive southward. Jimmy Buffett had never before seen the Florida Keys. Key West was an outpost over 100 miles from our mainland - closer to Cuba than to Florida - a place of fascinating history and charm, dependent upon the ocean for much of its income yet subject to the whims of weather and the perils of change. Jimmy's discovery of the island meant everything to the man.It changed his life and countless other lives in turn. As time passes, that quick November 1971 jaunt to the Keys means more and more to the island, the state of Florida, and the national culture. https://www.margaritavillekeywest.com/jb-in-key-west
Hier ist der YouTube Link zum Song Margaritaville (1978): https://m.youtube.com/watch?v=z3HBcgxOWAQ
Für die Bedeutung des Begriffes der Conch Republic muss man zunächst einmal wissen, dass eine Conch eine Muschel-, besser Meeresschneckenart ( https://en.m.wikipedia.org/wiki/Conch) ist:
Die Conch Republic (/kɒŋk riˈpʌblɪk/) ist eine Mikronation, die am 23. April 1982 durch Loslösung Key Wests (Florida) und einiger benachbarter Inseln von den USA proklamiert wurde.Ihren Namen verdankt sie der englischen Bezeichnung der Fechterschnecke, die auch das Wappen und die Flagge der Conch Republic ziert. Als satirischer Protest ist bereits das Staatsmotto „We seceded where others failed“ (Wir haben uns abgespalten, wo andere versagt haben) zu verstehen, welches auf der Flagge steht. Die Republik verschrieb sich im Rahmen ihrer aktuellen Kampagne „Saving The Humans Initiative – with uncommon sense“ (Initiative zur Rettung der Menschen – mit ungewöhnlichen Ideen) der Besänftigung von Spannungen auf der Welt durch die Anwendung von Humor. Quelle: https://de.m.wikipedia.org/wiki/Conch_Republic
Der Begriff Conch bezeichnet auch einen Einwohner von Key West. Ein echter Conch ist hier geboren, ein Süßwasserconch lebt immerhin schon lange hier. Alle anderen dürfen sich nicht so nennen.
Heute sind wir also von den Middle Keys nach Key West, der letzten Insel der Lower Keys gefahren und damit sind wir 100 Meilen vom Festland entfernt. Bis Kuba sind es nur noch 90 Meilen.
Key West ist ein ziemliches Kontrastprogramm zu den bisher eher ruhigeren Teilen Floridas, in denen wir waren.
Key West ist -neben vielem anderen- auch so eine Art Ballermann , aber dann doch nicht ganz so krass. Auf der Duval Street macht man den Pub Crawl und dort finden sich auf fast jedem TShirt oder Andenkengegenstand Sprüche, nach denen man kein Problem mit, sondern nur ohne Alkohol hat. Armin zitierte zB  den Spruch: "Rum is the Answer. I just forgot the question." Zentrum ist die Duval Street mit ihren vielen Bars. Bei manchen ist Clothing optional, aber nicht unbedingt im Erdgeschoss. Ansonsten gibt es viele alte Häuser, die einen daran erinnern, dass Key West zum tiefen Süden der USA gehört, komplett mit Veranda und Schaukelstuhl . Und es gibt unzählige Restaurants. Eine Einrichtung ist super: Zwei Busse fahren den Duval Loop, also im Kreis durch Downtown und das kostenlos. Wir gingen gerade los in Richtung Restaurant  , da hielt der Bus neben uns und die Fahrerin fragte " Come on honey, don't you want to hop in, it's free". Sie fuhr uns tatsächlich bis zum Restaurant,und  hielt dafür sogar ein Stück vor der Bushaltestelle. Während der Fahrt schimpfte sie  ununterbrochen über unachtsame Fußgänger oder verrückte Motorradfahrer. Aber nett! Sie war in jüngeren Jahren einmal Lastwagenfahrerin. Jetzt liebt sie Busse.
Wir essen dann im Sarabeths, 530 Simonton Street. http://sarabethskeywest.com/ Heute ist Sonntag, da gibt es Southern Fried Chicken mit Kartoffelpüree und Salat als Special. Eigentlich kann man das Huhn auch weglassen, die Kruste ist sowieso das Beste. Aber ich esse auch das Huhn. Das ist meine Rache an den Hühnern und vor allem Hähnen, die mich beim Mittagssnack bei Baby's gestört haben. Zum liberalen Konzept der Conch ( sprich: Konk)  Republic gehört auch die stadtweite Freiheit für Hühner, die  daher überall frei herumlaufen dürfen und wie die vielen Katzen wahrscheinlich keinem so richtig gehören.
Baby's liegt eigentlich noch nicht auf Key West, sondern bei Meile mm= Mile Marker 15 (Key West ist Meile 0). Es handelt sich um  ein Coffee House mit der südlichsten Rösterei der USA. Dem Café hat der Hurrikan übel mitgespielt, aber wenigstens  ist es -wenn auch improvisiert- wieder geöffnet.
Morgen werden wir Key West genauer erkunden, prima, dass es hierfür den Bus gibt...! Oh, eins habe ich vergessen, wir sind am Nachmittag den Boardwalk um den alten Hafen herum gegangen. Und da schwamm plötzlich ein Manatee herum. So unvermittelt, wie  es gekommen war, tauchte es auch wieder ab und verschwand.
Baby´s Coffee, Milemarker 15
Freilaufende Key West Chicken
Eigene Rösterei: Baby´s Coffee
Unconditional Surrender, Key West
Key West Aquarium
Key West Andenken
Hurricane Irma Aftermath
Manatee - Manati - Seekuh
Straßenstand in Key West
Kreuzfahrthafen Key West, Disney Cruise Ship

Berühmte Bar an der Duval Street, Key West
Sonnenuntergang am Mallory Square, Key West
Sunset Sail
Conch Fritter Food Stall
K

Samstag, 25. November 2017

Schwere Zerstörungen des Hurrikans Irma und eine Fischbar, wie es sie nur hier geben  kann

Den Vormittag haben wir mit Nichtstun verbracht. Auf unserer kleinen Terrase haben wir ein Resteessenfrühstück gemacht,  wir haben die Reste des Greek Yoghurt und der Erdbeeren auf zwei Wassergläser verteilt und mit den Plastiklöffeln des Eisladens auf Sanibel gegessen.
Dann war ich im Pool schwimmen, es war ein bisschen bewölkt und wenn die Sonne durchkam, glitzerte der Pool in tiefem Türkis und dahinter das Meer in Blau und darüber der Himmel in einer weiteren Schattierung von Blau.

Den Rest des Vormittags verbringen wir im Liegestuhl , mit Panoramablick auf das Meer, leichtem Plätschern  und ab und zu einem Pelikan oder zwei. Auf einer kleinen  Mole neben der Kajak und Jetski Anlegestelle leben 7 Iguanas, die ich fotografieren gehe. Sie sind zum Sonne aus den Felsritzen und - Verwerfungen rausgekommen. Eigentlich gehören sie gar nicht nach Florida, sondern nach Central - und Südamerika, aber sie sind hier ausgewildert. Alles über Iguanas, auch Grüner Leguan genannt,findet man hier: https://en.m.wikipedia.org/wiki/Green_iguana. Bemerkenswert ist, dass sie bis 1,70 m lang werden können , manche sogar bis 2 m.

Es heißt im Artikel  über die Iguanas in Florida ( die ersten kamen auf Booten mit Früchten, danach entkamen viele aus der Gefangenschaft als Haustier,  in NYC ist es heute übrigens mit hoher Strafandrohung verboten, Iguanas zu halten.)  dass sie hier  nicht so beliebt sind, weil:
" Due to a combination of events, the green iguana is considered an invasive species in South Florida and is found along the Gulf Coast of Florida from Key West to Pinellas County.The original small populations in the Florida Keys were stowaways on ships carrying fruit from South America. Over the years, other iguanas were introduced into the wild, mostly originating through the pet trade. Some escaped and some were intentionally released by their owners; these iguanas survived and then thrived in their new habitat.[51] They commonly hide in the attics of houses and on beaches. They often destroy gardens and landscaping.They seem to be fond of eating a native endangered plant, Cordia globosa and feeding on nickernut (Caesalpinia) a primary food plant of the endangered Miami blue butterfly (Cyclargus thomasi bethunebakeri); additionally on Marco Island, green iguanas have been observed using the burrows of the Florida burrowing owl, a species of special concern, all of which can make them more of a serious threat to Florida's ecosystem than originally believed.In January 2008, large numbers of iguanas established in Florida dropped from the trees in which they lived, due to uncommonly cold nights that put them in a state of torpor and caused them to lose their grip on the tree branches.Though no specific numbers were provided by local wildlife officials, local media described the phenomenon as a "frozen iguana shower" in which dozens "littered" local bike paths. Upon the return of daytime warmth many (but not all) of the iguanas "woke up" and resumed their normal activities.This occurred again in January 2010 after a prolonged cold front once again hit southern Florida."

Die Geschichte mit den gefrorenen Iguanas spielt auch eine Rolle im Krimi Chomp von Hiaasen, von dem ich gestern geschrieben hatte.
Gegen Mittag fahren wir los, um ein Café zu suchen. Das Einzige in der Nähe ist linksherum, wir wussten das aber nicht und biegen erst einmal nach rechts  ab. Relativ unvermittelt ( ist mir in Köln früher auch schon mal öfter passiert, das mit der Brückenrampe, die plötzlich unvermeidbar war) sind wir dann auf der Seven Mile Bridge und auf dem ungeplanten Weg in die Lower Keys.
Es ist geradezu beklemmend, wie fast ununterbrochen Schutt am Straßenrand aufgehäuft liegt. Besucherzentren von Natursehenswürdigkeiten sind zerdrückt und geschlossen, Ganze  Camping/ Trailerplätze einfach abrasiert. Zäune umgedrückt, Bäume um- , Boote aufs Land geworfen. Die denkmalgeschützte Insel Pigeon Key eignet sich nicht mehr für unseren geplanten Ausflug, viele der alten Holzhäuser sind kaputt.
Pine Key hat eine bekannte Population von ganz kleinen Weißwedelhirschen, die nicht höher als 60 cm werden. Pine Key ist eine Desasterzone! Kein Gedanke daran, hier Tiere ansehen zu wollen.
Wir halten am Bahia Honda State Park, der einen sehr schönen Strand mit karibischem Wasser aufweisen soll.Der Eintritt ist verbilligt, es ist nur der Baysidestrand geöffnet, beide langen Golfstrände sind geschlossen. Es wird ein Jahr mindestens dauern, bis der weggespülte Sand wieder aufgeschüttet ist. Die Dame am "Café" erzählt uns, dass hier vor dem Sturm unzählige schattenspendende Palmen standen. Alles weg. Sie sagte , man habe nach der Evakuierung nichts Grünes mehr gesehen. Ihre Schwester sei Thanksgiving zu Besuch gewesen und man sei gemeinsam nach Key West gefahre, wo eine weitere Schwester wohne. Key West sei gut beim Sturm weggekommen, fast nur Grünschnitt, kaum Zerstörungen von Hab und Gut. Aber die besuchende Schwester habe dich nicht mehr eingekriegt über den ganzen Müll am Straßenrand, so viele Kilometer Schutt.
Zuständig sei das County. Das habe jetzt schon den dritten Unternehmer beauftragt. Passiert sei noch immer nichts.
Auf meine Frage, ob man hier überhaupt eine Hurricane Versicherung abschließen könne,sagte sie ja, aber auch, dass nur etwa 20 % der Bewohner sich eine leisten könnten. Sie habe auch keine. Die Kosten hätten bei € 10.000 im Jahr  gelegen, da hofften sie das nichts passiert. Der letzte Hurrikan, der ernstere Schäden verursacht habe, sei vor 10 Jahren gewesen.
Sie verkauft uns Kaffee auf der Veranda. Shop und Café sind zu. Es regnet durch, seit das Dach vom Sturm beschädigt wurde. Als Mittagessenersatz gibt es aus der limitierten Auswahl eine Tüte Nüsse und eine Tüte Fruchtmark.
Wir kaufen dann noch kurz Kuchen und Früchte im Supermarkt ( Publix, der Winn Dixie daneben hat noch nicht wieder auf nach dem Sturm und wird gerade renoviert) und legen uns auf die Liegestühle, den Blick zum Meer, kein Müll in Sicht.
Abend essen waren wir in den Key Fisheries, einem Fischmarkt mit Restaurant und Tiki Bar im ersten  Stock, Zugang nur für über 21-jährige.  Unten aber ist das volle Leben. Ein Schalter zum Bestellen, ich hätte besser wie andere Scoobidoo oder Micky Mouse  als Name angegeben , Heike kommt der Ausruferin nur schwer über die Lippen.  Man sitzt draußen , holt an der Bar Getränke und ist ausb Pappkörbchen oder von Styroportellern. Morgen ein paar Fotos! https://www.keysfisheries.com

Jetzt habe ich die Finger wund getippt... und mache bis morgen Pause!

Pool und Meer am Blue Waters, Marathon Key
7 Mile Bridge, Florida Keys
7 Mile Bridge und alte Flagler Bridge
Hurrikan Irma, Desasterzone bn Pine Key
Wucht des Sturms
Kilometerlanger Sperr- und Biomüll
Dark Tourism , unintentional, ungewollt 
Gerupfte Inseln, Hurrikan Irma
Von Irma mitgenommener Bahia Honda State Park
Seidenreiher
Iguana Time
Iguana Baywatch
Iguana Angeben