Posts mit dem Label Florida Keys werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Florida Keys werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Mittwoch, 29. November 2017

Geiger aus dem Schwabenland, Audubon, die Appledore und noch das Hurricane Hole 


Heute waren wir wieder im Café Coffee Plantation frühstücken und ich bin danach wieder ein paar Blocks entlang den wunderbaren Südstaatenhäusern entlang spaziert. Armin habe ich auf seiner Lieblingsbank fürs Pfeiferauchen angetroffen und wir haben am Stand nebenan nach Segelausflügen gefragt. Die Konkurrenz links vom Weihnachtsbaum hat die Yacht "Amerika 2.0 zu bieten, ein wunderbares Segelschiff. Allerdings segelt die derzeit dienstags nur abends. Die Konkurrenz rechts vom Weihnachtsbaum  segelt auch am Nachmittag, da haben sich aber erst 2 der notwendigen 6 Personen angemeldet. Der Verkäufer bietet uns die Abendtour wegen der (Noch-)Nebensaison für USD 59 statt 89 pro Person an. Die Nachmittagstour kostet nur 45 USD ( weniger Getränke, kein Sonnenuntergang und keine Snacks inkludiert). Wenn wir jetzt buchen, die Tour aber nicht zustande kommen sollte, bekämen wir einen Refund oder die Abendtour zum gleichen Preis. Done Deal!  Jetzt haben wir noch 1,5 Stunden Zeit, um etwas anderes zu unternehmen. Zu kurz für das Kunstmuseum( mit hin- und zurücklaufen), also schlage ich eine Besichtigung des Audubon Hauses vor. Mir war Audubon bekannt im Zusammenhang mit der gleichnamigen Gesellschaft/dem Verein zum Vogelschutz.
Tatsächlich war Audubon ein Ornithologe und Autodidakt als Maler. : John James Audubon (born Jean Rabin; April 26, 1785 – January 27, 1851) was an American ornithologist, naturalist, and painter. He was notable for his extensive studies documenting all types of American birds and for his detailed illustrations that depicted the birds in their natural habitats. His major work, a color-plate book entitled The Birds of America (1827–1839), is considered one of the finest ornithological works ever completed. Audubon identified 25 new species. https://en.m.wikipedia.org/wiki/John_James_Audubon
Mit seinen Bildern könnte er in den USA zunächst kein Geld verdienen, also versuchte er sein Glück in England:
The British could not get enough of Audubon's images of backwoods America and its natural attractions. He met with great acceptance as he toured around England and Scotland, and was lionized as "the American woodsman." He raised enough money to begin publishing his Birds of America. This monumental work consists of 435 hand-colored, life-size prints of 497 bird species, made from engraved copper plates of various sizes depending on the size of the image. They were printed on sheets measuring about 39 by 26 inches (660 mm).[58] The work contains slightly more than 700 North American bird species, of which some was based on specimens collected by fellow ornithologist John Kirk Townsend on his journey across America with Thomas Nuttall in 1834 as part of Nathaniel Jarvis Wyeth's second expedition across the Rocky Mountains to the Pacific Ocean.The pages were organized for artistic effect and contrasting interest, as if the reader were taking a visual tour. (Some critics thought he should have organized the plates in Linnaean order as befitting a "serious" ornithological treatise.) The first and perhaps most famous plate was the wild turkey.The cost of printing the entire work was $115,640 (over $2,000,000 today), paid for from advance subscriptions, exhibitions, oil painting commissions, and animal skins, which Audubon hunted and sold.Audubon's great work was a remarkable accomplishment. It took more than 14 years of field observations and drawings, plus his single-handed management and promotion of the project to make it a success. ( Quelle: wie zuvor)
Was aber hat das mit dem von uns besichtigten Haus zu tun. Eigentlich so richtig gar nichts. aber: Audubon painted some of his works while staying at the Key West house and gardens of Capt. John H. Geiger. This site was preserved as the Audubon House and Tropical Gardens. ( Quelle wie zuvor).
Hier gibt es eine Divergenz zu dem,was der Führer uns im Audubon Haus erzählt hat: Audubon sei in Key West gewesen, da hätte aber das Haus noch gar nicht gestanden. Aber in dem Bild der Black Headed Pigeon ( oder so ähnlich) komme eine Pflanze vor,mdie er auf dem Grundstück gemalt habe. Und seitdem habe sich der Name Audubon Haus etabliert.
Tatsächlich befand sich das später(?) gebaute Haus im Eigentum der Geiger Familie. Geigers Familie war aus Stuttgart ausgewandert. ( Was indiziell meine These stützt, dass -dem Dialekt nach zu urteilen- etwa 80 % aller Deutschen, die verreisen, Schwaben sind.). Armin meint, dass in der ersten Bundesligasaison ein Geiger für den VFB Stuttgart gespielt habe...( Holger?? stimmt das?).
Zurück zu Geiger und Audubon: Am besten wir lesen einmal auf der Homepage des Audubon Hauses nach:
"Twenty-two of the original 435 Havell plates represent birds Audubon observed and painted in Florida during the period 1832. In Key West, Audubon had a letter of introduction to Dr. Benjamin Strobel, who had a house on the property now occupied by the Audubon House and Tropical Gardens. At the time, the property was owned by Pardon Greene, one of Key West’s founding fathers. Captain John Geiger, who eventually bought the property, rented a house there. At the center of the property was a garden of native and imported tropical plants that Audubon may have used in his images of local birds."
"Captain John Huling Geiger was a maritime pilot who made his fortune in the ship wrecking industry. Wrecking was a heavily regulated, highly respected and dangerous business. It also was a lucrative business that helped make Key West the richest city in the nation in the mid-19th century. In those days, a hundred ships passed by Key West each day as they sailed between the Eastern Seaboard and the Gulf Coast. Fierce storms and powerful Gulf Stream currents often meant a perilous passage, and many ships met their demise on the Florida Keys’ shallow offshore reef and shoals.A call of “wreck ashore” started a race to a ship in distress. The first captain to arrive became the wreck master who directed the rescue effort and the salvage operation. The first responsibility of the wreck master was to save the ship’s crew and passengers. The second was to salvage its cargo and, if possible, to recover the ship. " 
Geiger war einer der 10 reichsten Männer in Florida. ER hat das Grundstück aber erst 6 Jahre NACH dem Aufenthalt von Audubon erworben . Zudem stammt das jetzige Haus aus dem Jahr 1846, da das vorher dort befindliche Haus durchbringen Hurrikan zerstört worden war. So verhält es sich also mit den widersprüchlichen Aussagen von Wikipedia und unserem Guide . Irgendwie haben beide recht!
Mehr über die spannende Geschichte der Geiger Familie, die aus St. Augustiner hier nach Key West gekommen war, kann man hier nachlesen! http://audubonhouse.com/about-audubon-house/
Jedenfalls hängen Original Meisterwerke von Audubon in diesem wunderbaren kleinen Museum, dass liebevoll mit zeitgenössischen Möbeln eingerichtet ist , inkl. gedecktem  Tisch mit Essen und Trinken!
Danach geht es schnell zurück zum Pier und wir haben Glück, es sind immernoch nur 4 Leute angemeldet, aber es wird  trotzdem gesegelt. Fast wie ein Privatcharter. Und so kommen wir in den Genuss lautlos über das Meer zu segeln und gucken zu können. Die Kreuzfahrtschiffe machen Key West zwergenklein im Vergleich. Segeln ist "the real Thing"!
Jeden Tag legen derzeit 2 oder 3 Kreuzfahrtschiffe hier an. Dies hängt damit zusammen, dass viele Karibikhäfen seit Irma nicht mehr angefahren werden können. Irma hat in Key West nur wenige Häuser zerstört, auch viele Pflanzen haben überlebt. Nur die Boote waren das Problem. In der Bucht ankert eine Plattform mit Tower und Versorgungseinheit inkl. Betten als Basisstation für eine Barke, die die untergegangenen Schiffe hebt. Aus dem einen Bereich sind von 300 nur 29 heil geblieben, in einer Marine von 120 nur 19, wird uns erzählt. Die Appledore Star, unser Schiff, war während des Sturms mit einer Spinnennetz ähnlichen Anordnung von Tauen festgemacht, ihr ist fast nichts passiert. https://appledore2.com/. Wahrscheinlich war sie Mitte September gerade erst wieder in Florida angekommen, denn im Sommer segelt sie in Maine.

Zum Abschluss noch unser Abendrestaurant, diesmal an einer Marina von Stock Island: Hurricane Hole. Ein nettes Restaurant , viele Angler, mit Tischen an der Marina. Sehr kinderfreundlich,denn es gibt sogar einen Spielplatz mit einem großen bunten Holzschiff! http://hurricaneholekeywest.com/restaurant.php
Fahrradtransporter mit Save the Chicken Aufkleber
Typisches Key West House
Dekoration an typischem Key West House
Manatee - Seekuh - Manati
Weißer Pelikan, Bild von Audubon
Audubon House, Key West
Detail Innenraum, Audubon House
Coffee House in Key West
Segeln auf der Appledore
Segeln auf der Appledore, Key West Bucht
Appledore Two
Blick auf den Kreuzfahrthafen
Sunset Key bei Key West
Großes Schiff und kleine Häuser
Glitzersonne, Gegenlicht

Dienstag, 28. November 2017

Cayo Hueso, eine kleine Geschichte von Key West

Das Einfallen der Europäer hat die Ureinwohner ( Calusa- und Tequestavölker) vertrieben. Es waren zuerst Spanier, die kamen, und die Insel nach den Knochenfunden in den Gräbern der indianischen Bevölkerung Cayo Hueso nannten. In das Englische -zumindest phonetisch- übertragen, wurde aus Cayo Key. Als die Engländer im 18. Jahrhundert von den Spanierm  die Kontrolle über die Insel übernahmen, verfrachteten sie die noch hier lebenden Ureinwohner nach Kuba. 1821 kaufte Simonton die Insel und überzeugte die amerikanische Regierung, dass hier ein guter Platz für einen Militärstützpunkt sei.
Die wirtschaftliche Entwicklung Key Wests nahm ihren Lauf mit den Erfolgen der Wrecker, die das Strandgut  havarierter Schiffe in Besitz nahmen und den Eigentümern zurück verkauften. Wie überall auf der Welt, wurden zuweilen durch falsche Leuchtfeuer Schiffe absichtlich angelockt ,in der berechtigten Hoffnung, dass diese auf die Riffe aufliefen.
Von 1830 bis zum Bürgerkrieg lebte man überwiegend von Salzhandel und  vom Verkauf von Schildkrötenfleisch und Schildpatt.
Danach kamen Ende des 19. Jahrhunderts die Spongers, die vom Sammeln und Verkaufen von Schwämmen ihr Geld machten.
Im 19. Jahrhundert war Key West mit 129 Manufakturen das Zentrum der amerikanischen Zigarrenindustrie, bis diese durch das Versprechen billigerer Arbeit, kein Ärger mit Gewerkschaften und von Steuervorteilen  nach Tampa verlegt wurde.
Eine neue Blütezeit in Form von Schmuggel erlebte Key Wests Wirtschaft während der Prohibition. Bier und Rum wurde aus Kuba, Whiskey und Scotch aus den Bahamas importiert: Die Einwohner von Key West wurden reich!
Die nächste Bütezeit der Schmuggelei war in den  60- bis zu den 80-er Jahren und ließ erneut viele Einwohner wohlhabend werden: Geschmuggelt wurde Marihuana. Mir ist heute noch eine Bar aufgefallen, die "The Stoned Crab"  heißt ( statt der real existierenden Stone Crab). Vermutlich war tatsächlich die ein oder andere Krabbe damals high über dem Meeresboden,wenn sie eines der Pakete angeknabbert hatte. An diese erinnert noch der Name eines ( guten) Restaurants auf Sugarloaf Key mit dem Namen "The square grouper". Dies war der Spitzname  der schwimmenden Marihuanaballen. Ein Grouper ist ein Zackenbarsch,  also nicht eckig....😜!
20 Jahre Marihuanadunst, kein Wunder, dass die Gelassenheit der Key West Bewohner die Insel zu einem freiheitsliebenden Ort gemacht hat! Wer mehr über die Geschichte lesen möchte, findet hier gute Informationen: http://www.floridakeys.com/keywest/key-west-history.htm
Wir frühstücken am Morgen im lohnenswerten Coffee  Plantation um die Ecke ( http://www.coffeeplantationkeywest.com/) und gucken uns danach die vielen kleinen Bahamavillagehäuser sowie die klassischen Südstaatenhäuser mit Veranda und Schaukelstuhl an. Überall entdeckt man kleine Details und alles ist umgeben von grünen Blättern in jeder Form. Auch den alten Friedhof schauen wir uns an. Leider entdecke ich den Grabstein  nicht , auf den eine Witwe hat eingravieren lassen, dass sie nun immer ganz sicher sei, wo Ihr Mann die Nacht verbringe. Der Hafenbereich, aber auch viele der Häuser sind weihnachtlich dekoriert!
Danach fahren wir an den Strand des Historic  State  Parks Fort Zachary. Drei große Kreuzfahrtschiffe sehen wir von dort aus im Hafen. Am Southernmost Point der USA Denkmal steht eine Schlange von Leuten, die dich mit der dort stehenden bemalten Boje fotografieren lassen  möchten. Ich habe vor rein paar Wochen auf YouTube gesehen,dass die Boje gerade erst neu bemalt worden war- nach Irma.
Dann zieht ein Gewitter auf und  wir fahren zurück zum Hotel.  Abends essen waren wir im "The Café"  ( halbvegetarisch) auf der Southard Street. Endlich mal nichts aus der Friteuse. Allerdings stehen French Fries , traditionell aus Kartoffeln, aber mit Trüffelöl bzw von Süßkartoffeln auf der Karte. Armin isst japanische Nudelsuppe mit Tofu....😃. Hätte  ich jetzt nicht gedacht, dass er das bestellen würde. Ich hatte eine gegrillte Veggiepizza mit Salat. Die Portionen waren riesig. Schade, ich hätte gerne noch das Macha-Kokos-Tiramisu probiert! Motto des Ladens: "Rock the Beet" . http://www.thecafekw.com/
Etikett auf dem Flaschenhals: Conch Republic
Typischer Holzzaun, Key West
Merry Christmas everybody, Key West
Santa-Weihnachtsdemo auf einer Veranda, Key West
Typisches Key West Haus
Die Freiheit der Chicken-Hühner in der Conch Republic
Adventskranz am Holzzaun, Key West
Lieblingscafé
Straße in Key West
Key West House mit typischer Veranda
Verandabeleuchtung "Ananas" Key West 
Conch auf dem Friedhof von Key West
Friedhof Key West
Southernmost Point der USA, Key West
Ein Gewitter braut sich zusammen
Restaurant und Bar in Key West
Weihnachtsbaum Key West
Weihnachtslichter am Hafen von Key West
Weihnachts-Palmen Key West





Sonntag, 26. November 2017

Liegestuhl, Palmen-Hammock und Tacosalat bei Burdines

Ein weiterer fauler Tag an dem der Liegestuhl eine (uns) tragende Aufgabe gehabt hat! Ab und zu kann man mal ein paar Boote gucken oder Pelikane fotografieren, aber nur nichts übertreiben... So gegen zwei Uhr fahren wir eine kleine Runde. Erster Stop ist Sweet Savannahs, ein Café mit Eisdiele.http://www.sweetsavannahs.com/ Im Dekor dominierten Pink, Blumen und Blätter. Wir nehmen Key Lime Cookies fürs Frühstück mit und ich esse natürlich eine Key Lime Pie, Armin einen Key Lime Cupcake. Was ist denn Key Lime genau? Also klar ist, dass es eine Limetten und keine Zitrone ist. Aber sonst?
"Fresh off the holiday weekend, we’re still in full-on celebration mode, praising and taking advantage of the occasion to eat all of our favorite American foods. One regional specialty we can’t get enough of is Key lime pie. Of course, there’s the nagging question that always comes up as we’re enjoying this American staple: What the hell is a Key lime and how does it differ from a regular, old lime? Here are some key differentiators:
① Key limes, also known as Mexican or West Indian limes, are more aromatic, with tarter and more floral juice.
② They are slightly yellow in color and contain more seeds.
③ Though less common in the U.S., they’re more prevalent throughout the rest of the world.
④ They were grown commercially in the Florida Keys until a hurricane wiped out many groves in the 1920s, and farmers replaced them with the larger, seedless Persian limes you see more often in the U.S. these days.
The aromatic juice, the key ingredient (sorry, we can’t help ourselves) in the famous pie, from Key limes comes with a catch: It take a lot more of these guys to produce the same amount of juice that comes from the more common Persian variety. But fresh Key lime juice is worth the elbow grease, so don’t compromise with the bottled stuff. The zest is powerful, too, and you won’t get that unless you’re buying the real thing. Now that you know what a Key lime really is and why it’s worth your time, learn how to perfect one of the greatest gifts the state of Florida has ever given us."
Aha! Und wie macht man Key Lime Pie?
"Key Lime Pie (Limettenkuchen) ist ein amerikanisches Dessert aus Limettensaft, Eigelb und gezuckerter Kondensmilch auf einem Tortenboden.Der Kuchen ist nach der Echten Limette (Citrus × aurantiifolia) benannt, die auf Englisch Key Lime heißt, weil sie auf den Florida Keys wächst. Obwohl die Pflanze dorniger und die Frucht durch die dünne Schale weniger lange haltbar ist als die Gewöhnliche Limette, wird sie wegen ihres herberen und aromatischeren Geschmacks verwendet.
Das Vermischen der Milch und des sauren Limettensaftes führt zu der Verdickung der Kuchenmasse. Dieser Vorgang wird als Säuerung bezeichnet und macht ein zusätzliches Backen eigentlich unnötig. Obwohl auch viele frühe Rezepte des Kuchens auf das Backen verzichten, wird er heutzutage meist kurz gebacken, um die Gefahr einer Salmonellenvergiftung zu minimieren. Zusätzlich bekommt der Kuchen so eine festere Konsistenz als durch die Aussäuerung allein." (Wikipedia)
Serviert wird die Pie mit Baiserdeckel oder einfach nur mit etwas Sahne. Sie ist auch ohne Baiser süß genug!
Dann wollen wir zum Sombrero Beach, der aber, wie so viel, noch gesperrt ist. Immerhin ist Ersatzsand bereits abgekippt. Auchnlassen sich die Leute nicht wirklich von ihrem Strand abhalten. Ein bunter Sonnenschirm markiert die Zone der unerlaubten Inbesitznahme. Immerhin ist rundum schon viel aufgeräumt , es ist allerdings auch ein besseres Wohnviertel. Die Häuser sind eher heil geblieben und vielleicht klappt es hier mit der Abfuhr auch schneller, wer weiß.
Gegenüber der Einmündung der Sombrero Beach Road in den Ocean Highway liegt der kleine Cranes Point Naturpark. Wir biegen einfach mal ein. Ein Schild vor der Tür beklagt die Schäden durch Irma und macht deutlich, dass man durchhalten wird. Die Anlage ( Museum, Landschaftspfade) ist seit dem Verkauf durch die Eigentümer mit Namen Crane in gemeinnütziger Hand. Uns begrüßt eine ältere  Dame, die offenbar ehrenamtlich tätig ist. Sie freut sich, dass überhaupt jemand von außerhalb kommt und kündigt an,dass uns Bill ( auch älter und ehrenamtlich engagiert, mit leichter Alkoholfahne und viel Enthusiasmus) gleich gerne mit seinem vergrößerten Golfcart herumfahren könne und alles erklären. Zum Gelände gehört das in den 40er Jahren gekaufte Winterhaus der Cranes und eine alte Hütte der ersten Siedler, die aus den Vahamas gekommen sind, den Adderleys. Sie hatten damals das Land teilweise gerodet und ihr Geld mit demnTauchen nach Schwämmen und der Köhlerei verdient. Als Flagler beim Bau der Eisenbahn nach Key West  Adderley fragte,wieviel Geld er für das Wegerecht verlange, sagte Adderley, dass  er kein Geld wolle, sondern einen Eisenbahnstop ( inklusive freie Fahrt in allen dort haltenden Zügen) auf seinem Land, damit er seine Waren leichter in Key West verkaufen können. https://www.cranepoint.net/
Die Cranes hatten später den Adderleybesitz dazu gekauft. Ihr Verdienst ist,dass ein Stück ursprünglicher Natur auf den stark bebauten Keys erhalten werden konnte. So konnte  sich auch die nur noch hier noch in einer echten Hammock wachsende Floridapalme halten.
Ein netter kleiner Park, der es jetzt besonders schwer hat,weil die Spendengeldern derzeit natürlich für die Hurricane aufgewendet werden.

Bevor wir gehen frage ich die Dame an der Kasse noch nach einem Restauranttipps. Abgesehen von dem, wo wir gestern schon waren, schlägt die uns das gehobenere Lazy Days in der 11. Straße oceanside vor ( "Fahrt  durch das gehobene Trailergebiet, ääh Mobile Homes" oder Burdines ( Shack goes Tiki Bar) in der 15. Strasse oceanside vor (" Fährt durch den einfachen Trailerpark").
Wir entscheiden uns für Burdines, wo statt Servietten auf jedem Tisch eine Küchenrolle steht und die Serviererinnen noch Honey zum Gast sagen. Atmosphäre prima und Essen gut! Hat Spaß gemacht! http://www.burdineswaterfront.com/
Hotelpool Blue Waters Courtyard by Marriott, Marathon Key
Seegras
Brauner Pelikan, faul
Brauner Pelikan, Statue
Faro Marina, Marathon Key
So lässt sich leben: Schöne Segelyacht
Sombrero Beach nach Irma
Führung am Crane´s Point
Vogelkrankenhaus, Crane´s Point
Wucherkaktus, Crane´s Point Park
Soziale Hängematte, Blue Waters Hotel, Marathon Key
Sonnenuntergang in Pastellfarben
Burdine´s Restaurant

Freitag, 24. November 2017

Nachdenklich stimmende Reste des Hurricane Irma

Heute geht es weiter, etwa 400 Km von Sanibel bis zu den Florida Keys, erstes Ziel dort Marathon Key in den Middle Keys. Wir fahren mit ein bisschen Wehmut von unserer gemütlichen Wohnung auf der schönen Insel Sanibel los. Etwa 20 Meilen hinter Naples biegen wir ab auf die 29, die zur 41, dem Tamiami Trail führt. Wir fahren zunächst noch über die Kreuzung mit der  41 weiter in Richtung Everglades City. Eigentlich keine "richtige" Stadt mit zusammenhängender Bebauung, sondern mehrere Handvoll Trailer und Holzhäuser, jeder Menge Airboatoutfitter und einer stattlichen City Hall. An einer Kirche steht sinngemäß, dass Gott der Zufluchtsort der Menschen ist, denen die Stürme des Lebens mitspielen...
 Hier sehen wir zum ersten Mal richtig die zerstörerische Kraft des Hurricane. Am Wegrand türmen sich Schrott und Bauschutt, Baumstümpfe, Wohnmobile, Boote  (  einige mit der Aufschrift Irma), alles kaputt und zur Abfuhr bereit. Dass der Ort tot wirkt, mag aber auch und vor allem damit zusammen hängen, dass heute Thanksgiving ist. Armin  sagt, dass es aussieht wie Heiligabend um vier. Im Dorf Chokoloskee drehen wir, ein Café haben wir nicht gefunden, aber wenigstens gab es an einer Bootsmarina eine Toilette.
Chokoloskee (http://chokoloskee.com/) kam in einem Doc Ford Roman vor, den ich neulich gelesen habe. Randy Wayne White (http://www.randywaynewhite.com/doc-ford-novels.php) ist der Autor einer Krimiserie , die in Florida, vor allem auf der Golfküstenseite handelt. Protagonist ist Doc Ford, ein Meeresbiologe, der in Kriminalfälle verwickelt wird. Vielleicht ist die Idee mit dem Biologen Doc von Steinbeck geklaut, an den Whiteboard natürlich nicht heranreicht, aber ich lese die Bücher trotzdem gerne. Inzwischen gibt es ob der Kultserie sogar eine Rum Bar & Grill Kette mit dem Namen Doc Ford.
Wir fahren auf dem Tamiami Trail durch die Everglades ( lies: Chomp von Carl Hiaasen) und halten an zwei Picknickplätzen, an jedem ist ein Gator zu sehen! Für einen Spaziergang reicht die Zeit leider nicht und die Rundfahrtstraßen sind alle geschlossen wegen Aufräumarbeiten nach Irma.
Zwischen dem Tamianitrail und der 1 in Richtung Key West fahren wir eine halbe Stunde an Gärtnereien , Baumschulen ( riesige Palmen mit Bällen im Topf) und Orchideenzuchtbetrieben vorbei. Dann kommt der Highway 1 und damit die ersten Brücken und Dämme.
Angefangen mit Key Largo und weiter über alle folgenden befindet sich wieder haufenweise Sperrmüll , Schutt und Baumabfall am Straßenrand. Was in Sanibel herum lag, passt in Grünschnittcontainer. Was hier herumliegt in viele Hundert Lastwagen, von denen auch einige bereitstehen weiterzumachen, wenn der Feiertag vorüber ist. Wir kommen uns vor, als seien wir auf einem dark Tourismus Trip, dabei hatten wir die Tour vor Irma ausgesucht, wir wollten natürlich kein Katastrophensightseeing machen.
Irma ist der stärkste atlantische Hurrikan außerhalb des Golfs von Mexiko und des Karibischen Meeres seit Beginn der Aufzeichnungen des National Hurricane Centers, das im Jahr 1898 gegründet wurde.Irma ist der erste tropische Wirbelsturm, der eine andauernde Windgeschwindigkeit von 297 km/h für 37 Stunden erreicht.Der bisherige Rekordhalter war der Taifun Haiyan, der 2013 über die Philippinen hinweggezogen ist. Quelle: https://de.m.wikipedia.org/wiki/Hurrikan_Irma

Im Grunde erscheint der Highway 1 wie ein runtergekommener Trailerpark. Glücklicherweise ändert sich das, als wir zum Hotel kommen. Liegestühle, Hängematten, Kokospalmen, entspannte Atmossphäre. Hier könnte ich auch die ganze Zeit sitzen und den Wellen zuhören beim Plätschern.

Big Cypress Reserve, Everglades
Everglades City
Everglades City und Hurrikan Irma
Everglades City und Chocolosdkee nach Irma
Everglades City, zerstörte Billboards
Alligator auf dem Tamiami Trail
Übergang zwischen den Keys
Blue waters Hotel, Marathon Key
Courtyard by Marriott Marathon
Heute mal in Grün!
Margaritaville Musik am Pool vom Blue Waters Hotel
Sonnenuntergang Marathon Key