Posts mit dem Label Woolacombe werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Woolacombe werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Donnerstag, 10. Januar 2019

Von Woolacombe nach Christchurch

Ich habe gerade versucht, bei TripAdvisor Restauranttipps in Christchurch zu finden und wunderte mich, dass ein von mir in Erwägung gezogenes Restaurant auf Platz 8 von gut 800 war, bis mir auffiel, dass ich Vorschläge für Christchurch in Neuseeland bekommen habe. Das wäre etwas weit, denn wir sind in Christchurch, Dorset, gleich östlich von Bournemouth.

Jett haben wir einen Tisch im "Noisy Lobster" am Strand von Christchurch, Großbritannien (Platz 13 von (nur!) 131 und nur ein paar Hundert Meter vom Hotel entfernt. https://avon-beach.noisylobster.co.uk/noisy-lobster-avon-beach-food/

Aber der Reihe nah: Heute sind unsere 12 Nächte in der Wohnung/dem Hausteil in Woolacombe leider schon um und wir fahren ein Stück Richtung Dover durch Ostdevon und entlang der Küste von Dorset bis (s.o.) Christchurch bei Bournemouth, an der Grenze zur Grafschaft Hampshire. Es ist eine herrliche Fahrt, da die ganze Zeit die Sonne scheint.

Wir halten ein paar Meilen östlich von Lyme Regis, nur eine kleine Weile über die Grenze von Dorset in Burton Bradstock mit seinen vielen reetgedeckten Häusern. Eine kleine Stichstraße führt zu Hive Beach und einem National Trust Parkplatz am Küstenpfad. Der gesamte South West Coast Path, auf dem wir in Cornwall und Devon schon viele Kilometer gewandert sind, reicht von Minehead am Bristol Channel in Somerset einmal um den Westen von Großbritannien herum und -entgegen dem Uhrzeigersinn, entlang der Küste der  Grafschaften Somerset, Nord-Devon, Cornwall, Süd-Devon und Dorset. Der Pfad ist 1.014 km (630 Meilen) lang.

Hier ein paar Infos aus Wikipedia mit erstaunlichen Zahlen:
"Da er bei jeder Flussmündung steigt und fällt, gilt er als eine vergleichsweise anstrengende Langstreckenwanderung. Die zu erklimmende Gesamthöhe wurde mit 35.031 m (114.931 ft) berechnet, fast das Vierfache der Höhe des Mount Everest. 
Der letzte Abschnitt des Weges wurde 1978 als National Trail anerkannt. Viele der Landschaften, die der South West Coast Path durchquert, haben einen Sonderstatus, entweder als Nationalpark oder als Heritage Coast. Der Weg führt durch zwei Unesco Weltkulturerbe-Stätten: Die Küste von Dorset und East Devon, die als Jurassic Coast bekannt ist, bekam im Jahr 2001 den UNESCO-Welterbe-Status, und die Bergbaulandschaft von Cornwall und West Devon im Jahr 2007.
In den 1990er Jahren hat man berechnet, dass der Weg jährlich jeweils 15.000.000 £ für die Region eingebracht hat.aber neuere Untersuchungen haben im Jahr 2003 darauf hingewiesen, dass insgesamt rund 300.000.000 £ pro Jahr erzeugt werden, was mehr als 7.500 Arbeitsplätze unterstützt.Diese Arbeit dokumentiert auch, dass 27,6 % der Besucher wegen dieses Weges in die Region kamen und 136.000.000 £ pro Jahr dort ausgaben. Die örtliche Bevölkerung hat 23 Millionen Spaziergänge auf dem Weg gemacht und gab weitere 116.000.000 £ aus, und andere Besucher trugen den Rest bei. Eine weitere Studie im Jahr 2005 schätzte, dass diese Zahl inzwischen auf rund 300.000.000 £ angestiegen sei. 
Der Weg wurde für die Coast Guard angelegt, um im Kampf gegen Schmuggler zu Fuß von Leuchtturm zu Leuchtturm zu patrouillieren. Die Küstenwächer mussten in der Lage sein, einen Blick nach unten in jede Bucht zu werfen. Als Ergebnis schmiegt sich der Weg eng an die Küste an und bietet eine hervorragende Aussicht, aber nur selten einen direkten Weg zwischen zwei Punkten. Der South West Coast Path wird von der Küstenwache nicht mehr zur Schmugglerabwehr verwendet, sondern hat sich in ein Angebot für Freizeit-Wanderer verwandelt.
Der Pfad wird durch ein öffentliches Wegerecht gedeckt, aktuell durch den Countryside and Rights of Way Act, das historische Wanderwege für die Öffentlichkeit zugänglich hält, auch wenn sie über Privateigentum führen. Abschnitte des Weges werden durch den National Trust gepflegt, der Teile der Küstengrundstücke besitzt." ( Quellehttps://de.wikipedia.org/wiki/South_West_Coast_Path)
In diesem Urlaub waren wir im Exmoor an der einen Startseite und jetzt sind wir am anderen Ende angelangt. Allerdings mit dem Auto....!
Hive Beach liegt an der sog. Jurassic Coast, (Unesco-Weltnaturerbe, http://whc.unesco.org/en/list/1029) an der deutlich sichtbar wird, dass hier zur Davonzeit eine Wüste  war. In den Klippen, von denen immer wieder Steinschlag herunterkommt, finden sich unzählige  Fossilien, vor allem Ammoniten. 
In der West Bay, an der neben der Stichstraße zum Meerzugang "West Bay" der Hive Beach liegt, haben die Klippen einen eindeutigen Ockerton, anders als weiter im Osten der Jurassic Coast in Ostdorset, wo sie weiss wie in Dover sind. In jedem Fall erodiert die gesamte Steilküste hier stark,  Steinschläge und Erdabbrüche sind häufig. Man wird gewarnt, nicht zu nah am Rand der Küstenpfades oder -am Fuss der Klippen-  nicht zu nah zur Steilwand zu laufen , 175 Millionen Jahre zurück liegt die Entstehung des Gesteins. Der Kieselstrand in Hive Beach gehört bereits zur berühmten Kieselbank Chesil-Beach, der größten der Erde. Bank deshalb, weil sich weitgehend eine Lagune hinter der Kieselbank befindet und sie so vom Festland abtrennt. Die Bank ist 18 Meilen lang und aufgrund von Erdbewegungen vor 20.000 Jahren entstanden.  Wer seinen Vorgarten mit Kieseln bedecken möchte, hätte es hier einfach: 
26 km Läge  x 200 m Breite und bis 15 m Höhe. Das sind eine Menge Schubkarren!
Der britische Schriftsteller John Fowles hat das Gefühl, dort zu stehen, so beschrieben:“It is above all an elemental place, made of sea, shingle and sky, its dominant sound always that of waves on moving stone: from the great surf and pounding … of sou’westers, to the delicate laps and back-gurgling of the rare dead calm….”
Der kleinkieselige (viele Kiesel nur 1-2 cm) Strand fällt, wie viele Pebble Beaches, in einer Art Stufe an der Flutkante relativ steil einen Meter ab. Die Sonne strahlt auf die ockerfarbigen Flecken, die jetzt nicht irgendwie schmutzig hellbraun aussehen, sondern in fast orangefarbenem Ton leuchten. 
Zwischen den kleinen ockerfarbenen Kieseln liegen immer wieder einmal größere in Schwarzblau oder auch in Grau. Bei manchen wünscht man sich, man hätte einen Hammer dabei und könnte sie durchschlagen, weil sie irgendwie verdächtig nach einem fossilen Innenleben aussehen. 
Stattdessen gehen wir in die berühmte Fischbar am Strand, eine Hütte mit Anbauten aus Planen, inkl. Kronleuchtern und Heizstrahlern. Das Essen hier ist legendär. Armin nimmt eine Fischsuppe, ich ein Stück Kuchen...! Inzwischen ist der Laden so bekannt, dass es einen kleinen Merchandising Shop gibt und in den Nachbarbuchten zwei Schwestercafés. Macht nichts, war trotzdem prima und außerdem direkt am Strand gelegen! Der Parkplatz ist für NT Mitglieder kostenfrei.
In Christchurch gibt es einen Quay und einen Beach, aber als wir eingecheckt haben, ist es schon dunkel. Das Christchurch Harbour Hotel ist sehr schön und gepflegt und gut gelegen. Ich hatte es vor allem ausgesucht, weil die Lage zum New Forest ungefähr stimmt, der Preis auch und die Meilenpunkte erst recht!
Das Hotel hat auch ein gutes Restaurant, das hat aber erst Morgen auf. Ich suche ein anderes und werde unmittelbar  am Strand Avon Beach , einen knappen Kilometer vom Hotel entfernt und östlich des Quay Gebietes, fündig. Wir essen im "The Noisy Lobster" (http://www.avon-beach.co.uk), das nächste Fischrestaurant des Tages.
Ich beschließe neben der Tagessuppe eines der  beiden veganen Gerichte zu nehmen und bin hochzufrieden: Teilpäckchen gefüllt mit einer Mischung aus Süßkartoffeln, Linsen und Spinat, dazu marinierte und gedünstete Birnenscheiben, Rucola und Cashewpüree. Super. Außerdem entdecke ich auf der Karte als Apéritiv etwas Besonderes, dass mir vor ein paar Tagen in der Times aufgefallen war: Einen alkoholfreien G&T! Tonic Wasser von Fever Tree und dazu statt "richtigem" Gin ein Kräuterdestillat mit Wacholder. Die Fa. lautet Seedlip und in der Times war als Bezugsquelle Selfridges angegeben, was nun nicht gerade um die Ecke herum liegt, wenn man nicht gerade in London ode Manchester wohnt. Es schmeckt gut jedenfalls"
(mit Link zum Onlineshop)
Das war also ein vielseitiger Urlaubstag!

Nach einen Kaffee -  bevor es weitergeht

Fahrt durch das Exmoor

Steilküste an Hive Beach, West Bay

Hive Beach, West Bay


Chesil Beach mit Flutkante

Spuren im Kies

Sonnentag

Mosaik im Kies

Turmbau

Das Fischrestaurant

Blick auf die lange Kieselbank Chesil Beach

Der Noisy Lobster (Schere zugebunden)


Montag, 7. Januar 2019

Nebeliger Einkaufstag in Barnstaple

Heute ist ein trüber Tag, Nebel, der sich kaum hebt und ab und zu ein bisschen Nieselreden. Also beschließen wir, heute nur einen Einkaufstag zu haben. Es passt gut, denn die Unterwäsche ist seit dem Anziehen heute Morgen einmal durch, Kaufen ist schneller als Waschen und ein Marks & Spencer in der Nähe.

Wir fahren also nach Barnstaple und kaufen ein bisschen ein. Zum Bepinsle beim kleinen individuellen, also nicht kettenzugehörigen, Traditionskaufhaus Banburys eine hellblaue Teekanne von Le Creuset, im Sale für 29 GBP  - Danke Helga und Heinrich, ist schonmal vom Weihnachtsgeld. Dann die notwendige Wäsche bei M&S und einen Stapel Kinderwäsche als Auftrag von Lotte plus zwei "weiche" Geschenke bei Joules für die Enkelkinder und einen cornischen Safrankuchen bei Warren´s Bakery. Ich habe mir überlegt, zu meinem Geburtstag einen Afternoon Tea mit den Ladies zu machen und will ´mal gucken, wie das Mindesthaltbarkeitsdatum des Kuchens ist.

Nach dem Einkauf gibt es Cappuccino und Lemon Drizzle Cake bzw. Coffee & Walnut Cake im empfehlenswerten Café "Boston Tea Party" am Cattlemarket.
(www.bostonteaparty.co.uk)

Danach  fahren wir noch zum Outlet von Laura Ashley , wo ich mir im Sale ein T-Shirt in Grün kaufe, dass ich im Oktober in Truro zum Originalpreis bereits in Dunkelblau gekauft hatte. Außerdem einen Schlafanzug in Rosa, weshalb Armin sich darauf freut , mich demnächst abends als Bonbon wiederzusehen. Er hat sich 600-fädige Laken gekauft.

Interessant? Nicht wirklich.
Also beende ich den heutigen Blog  mit ein paar  Fotos. Drei der Fotos sind vom kleinen Hafendorf  Lee, in der Nähe von Mortehoe. (Warum macht die Texterkennung des Macbook aus Mortehoe immer Mörtele? Das macht doch auch keinen Sinn?).

Postkartenstand Exmoor

Gestern am Strand von Woolacombe

Felsen am Strand

Rockpool am Strand

Muscheln "Limpets" am Strand

Felsenlandschaft Strand

Briefkasten aus der Zeit Edward VII

Schild, Boston Tea Party

Baum an der Straße nach Lee

Kleiner Hafen von Lee

Hafen von Lee

Einkäufe



Donnerstag, 3. Januar 2019

Auf Pony-Suche im Exmoor


Kalte 4 Grad C am Haus und die Sonne kämpft sich durch diese parallelen Wolkenbänder hindurch. Am Abend wird sie es ganz geschafft haben.

Wir fahren heute wieder in das Exmoor, diesmal in den küstenfernen Teil. Unendliche Hecken teilen die Landschaft in geometrische Figuren auf. Alle sehen aus wie Bürsten, braune Reisigfarben und oben alle glatt abrasiert. Tatsächlich haben wir sogar am Neujahrsmorgen einen Traktor mit Mähaufsatz bei der Arbeit gesehen. Zwischen den braunschwarzen Linien dann überwiegend grüne Flächen, das meiste Land ist hier Weideland für Schafe oder Kühe. Je weiter man allerdings in das Exmoor kommt, um so mehr werden die Bergkuppen (höchste Erhebung gut 500 M) kahl und die Farben bestimmt je nach Feuchtigkeit durch das jetzt gelbe Wollgras bzw. Sumpfgräser, alternativ durch Heidekraut und vor allem die jetzt rostbraunen Farnblätter. Immer wieder zwischendurch eine Farm oder sogar eine kleine Ansiedlung. Über weite Strecken sehen wir leider überwiegend nur die Hecken am Wegesrand. Immer wieder laufen uns Fasane über den Weg, sie sind genetisch nicht geprägt, Autos auszuweichen, offenbar!


Ein Stück hinter Simonsbath biegen wir rechts ab in Richtung Dulverton und da kommen endlich vermehrt Wanderparkplätze, von denen aus man auch über die Hecken gucken kann, bzw. Lücken ausnutzen. Irgendwann kommt ein cattle grid im Boden (Gitterrost, der es Vieh unmöglich macht, den Straßenabschnitt zu nutzen) und dann das Hinweisschild freilaufende (wilde) Exmoorponies, Vorsicht! Wir halten an und ich laufe ein Stück in die Moor-Landschaft hinein. Hier oben ist es nur 1 Grad C und der Boden sowie viele Pflanzen sind mit Raureif überzuckert. Der Boden ist gefroren, die durch viele Hufe entstandene Matsche wäre sonst ohne Gummistiefel (die stehen im Haus) schlecht zu durchqueren gewesen. Stechginster blüht und zugleich sind die Blüten gefroren. Ein Vorteil, Exmoor im Winter zu besuchen, sit auch, dass die Bäume kein Laub tragen. Hierdurch sind ihre Adern-förmigen Verästelungen deutlich gegen den hellen Himmel erkennbar. Die Silhouetten zeigen eine riesige Vielfalt von Baumarten, jede mit einem anderen typischen Muster.

Dort, wo Bäche das Gebiet durchziehen, sieht es ein bisschen aus wie im temperierten Regenwald. Von den Ästen hängen Flechten und weite Flächen sind von grünem Moos überzogen. Knorrige Bäume ducken sich in die "Combes", die kleinen Täler, durch die die Bäche fliessen.

Wir haben Glück und sehen eine Gruppe Exmoorponies.

"Das Exmoor-Pony ist eine mittelgroße englische Ponyrasse. Es ist das ursprünglichste und wildpferdartigste der britischen Kleinpferde; einige Herden wandern noch frei in den Mooren Südwestenglands (z. B. Exmoor-Nationalpark, ein Wildes Gestüt). ... Als sicher kann jedoch gelten, dass das Exmoor-Pony die einzige weitgehend unverkreuzte Population eines wilden Pferdetypus ist, der einst über ganz Großbritannien verbreitet war und zumindest bis zum Jahr 1086, der Zeit Wilhelm des Eroberers, zurückverfolgbar ist,[2] weshalb die Exmoorpony-Herden als die am längsten zurückverfolgbaren wilden Pferdepopulationen Europas gelten.[2]
Die Pferde galten in historischer Zeit als scheu und wurden gejagt. Ihr Fleisch stellte eine wichtige Lebensgrundlage für viele Einwohner dar."  https://de.wikipedia.org/wiki/Exmoor-Pony

Wir biegen von der Straße ab und fahren über eine Single Track Road zum River Barle und zu den Bekannten "Tarr Steps". Der Fluss ist bekannt für seine Lachse, er kommt aus den Höhen des Exmoor und mündet in Exmouth, Süddevon, in das Meer. Hier ist er kristallklar. Vom Parkplatz aus führt ein Weg hinunter in das Tal und zu den berühmten "Tarr Steps", einer "Clapperbridge", deren Bauzeit sich im Dunklen der Geschichte verliert. Die Brücke ist etwa 55 Meter lang und besteht aus 17 langen Sandsteinplatten , die auf senkrecht aufgerichteten Felsen ruhen. Keine leichte Arbeit, die Steine dorthin zu schleppen. Man geht etwa in ein Meter Höhe . Das Wasser des Barle ist hier nicht tief, neben der sog. Clapperbridge ist eine Furt, die man allerdings nicht mit dem Jaguar fahren wollte...! Kinder mögen hier, so mein Buch "Wild Guide" im Sommer wunderbar plantschen, ein Stück weiter den Fluss abwärts ist ein weiteres natürliches Plantschbecken.

Laut Wikipedia schreiben manche Historiker der Brücke eine bereits prähistorische Herkunft zu, da sich hier bronzezeitliche Wege kreuzen. Tarr leitet sich zudem com keltischen Lochar (bedeutend Damm) ab. Die ersten Aufzeichnungen stammen aber aus der Tutorien und die herrschende Meinung ist, dass die Brücke aus dem Mittelalter stammt. Jedenfalls konnte man mit Packpferden trockenen Fußes den Fluss an dieser Stelle durchqueren.

Das Gasthaus an der Furt ist zur Mittagszeit voll mit Spaziergängern, also beschliessen wir nach Dulverton weiterzufahren. Inzwischen ist flächendeckend der Himmel blau und das Nachmittagslicht malt Farben in die Landschaft.

Dulverton beginnt als Tal mit vereinzelten Häusern und sieht zunächst nicht so aus, als käme bald ein Gasthaus oder Tea Room oder Café. Aber der kleine Marktort Dulverton hat gut 1.400 Einwohner und die müssen doch in ein Geschäft gehen und sich sozial treffen können. Schließlich liegt die Stadt in der Mitte von Nirgendwo. Und tatsächlich, zweimal um die Ecke und es kommt ein kleines nettes Zentrum, mit allem, was ein kleiner Ort so braucht: Frisör, Apotheke, Bestatter (Firma: Friendship & Sons), Coop, Gemüseladen, Bücherei, Buchladen-Antiquariat, Pub (Lion) einen Metzger (Lloyd Maunder Butchers, seit 1898), Delikatessenladen mit Blumenverkauf, Modeladen, Dekoladen, noch ein Pub und ein Haushaltwarenladen. Bei "Tantivy" gibt es kulinarische Mitbringsel und andere Andenken, Zeitungen und einen Caféflügel. Der Inhaber hat den Carrot Cake selbst gebacken und Armin ist davon begeistert. Ich muss nach einem eher süßen Porridge mit Beeren-Frühstück etwas Salziges haben und bestelle ein -ebenfalls sehr gutes- brie/cranberry toasted sandwich. Der Cappuccino ist gut und vor allem warm! Es ist kalt geworden. Schließlich kaufen wir bei Maunder´s butchers noch zwei Schweinekoteletts, die so sind wie sie sein sollten. Mit Knochen und 3 cm Fettrand und Schwarte. Wie vorgestern im Blog dargestellt, ist Schweinefett ja gesund.



Rechtzeitig zu einem blutroten Sonnenuntergang kommen wir wieder an das Meer zurück.

Frostiger Stechginster

Typische Landschaft im Exmoor

Gefrorene Hufspuren


...der Exmoorponies

Kleine Straße im Exmoor

Alter Baum 

Winter im Exmoor
Tarr Steps - eine Clapperbridge

Die großen Steinplatten

- auf ihren Stützen

Fasane im (und auf dem ) Weg

Hier versteckt sich die Landschaft

Wegweiser im Moor

Würste in Dulverton

Metzgerei Maunder

Sonnenuntergang Saunton Sands




Mittwoch, 2. Januar 2019

Marktort Barnstaple und Surfen bei 4 Grad C

Heute ist der Himmel nicht ganz wolkenlos, aber es gibt über viele Stunden nur ein paar Schleier- und Schäfchenwolken. Daher ist es nicht mehr 11 Grad warm, sondern 4 Grad kalt. Nicht, dass das den ein oder anderen vom (offenen) Cabriofahren anhalten würde oder vom Zeitungseinkauf in Shorts.

Wir fahren in Richtung Barnstaple, aber erst einmal zur Parkplatzstraße oberhalb der Dünen der Woolacombe Bay. Hier ist von 8-22 Uhr das Parken (gegen Gebühr) erlaubt, am Ende der geteerten Straße verhindert ein Holzrahmen, dass Wohnmobile noch ein bisschen weiterfahren und die grandiose Aussicht auch über Nacht nutzen.  Es gibt einen 180 Grad Blick über Dünenlandschaft und mehr, vom Morte Point bis zum Baggy Point, die wir ja inzwischen beide erwandert haben.

Nach dem ersten Ausblick geht es durch Georgeham und Croyde nach Saunten Sands. Die Straße führt entlang der Bucht, die am anderen Ende in das Ästuar der Flüsse Taw und Torridge übergeht.
Dazwischen liegt eine ausgedehnte Dünenlandschaft mit großem Tierartenreichtum, Unesco Biosphäre, Golfplatz und Schießübungsplatz der Army gleichzeitig bzw. nebeneinander. Davor der lange silberne Strand Saunten Sands, zur Gemeinde Braunton gehörend. Dies ist der dritte große Surfstrand der Gegend , daher sind auch alle Orten voller Läden, die alles um den Surfsport verkaufen. Heute haben alle Wellenkämme einen silbernen Saum. Dutzende Surfer schwimmen wie kleine Fliegen auf einer silbernen Suppe. Zur Erinnerung, es ist 4 Grad. Aber 1952 hat Jack O´Neill zusammen mit einem Freund, dem Physiker Hugh Brandner den Neoprenanzug und damit die ersten Wetsuits für Surfer erfunden. Seitdem kann man nicht nur in Southern California oder Hawaii ganzjährig surfen, sondern auch in Devon und Cornwall. Whatever the weather!

Weiter geht es nach Barnstaple, wir parken am Cattle Market und gehen eine Runde durch die Innenstadt. Was die Auswahl, Menge und Qualität der Einzelhandelsgeschäfte angeht, merkt man die fehlende Kaufkraft und sicherlich auch die Probleme durch den Onlinehandel.
Die Attraktion Barnstaples ist der Pannier Market, eine Markthalle, die seit 150 Jahren unverändert geblieben ist. Sie liegt gleich neben der Guildhall und der Butcher´s Row, der alten Straße der Metzgereien. "Pannier" ist abgeleitet vom französischen Wort für Korb und bezieht sich auf die traditionellen Körbe auf den Rücken der als Lasttiere genutzten Esel. Ein Pannier Market  ist typisch für Nord Devon und hier in vielen kleinen und großen Marktorten zu finden, so auch z.B. in Bideford.
Barnstaple ist eine alte Stadt, die bereits im 10. Jahrhundert bewohnt war. Im 12. Jahrhundert erlangte der Ort Stadtrechte, 1557 kam er an die englische Krone. Barnstaple war vom 14.-16. Jahrhundert ein wichtiger Hafenort für den Umschlag von Gütern, bis die Flussmündung für größere Schiffe versandete und die Region durch den Tourismus wieder Bedeutung gewann.

Das Einkaufen fällt mangels Möglichkeiten kurz aus und so bin ich das erste Mal nach meiner Erinnerung 10 Minuten vor Armin im als Treffpunkt vereinbarten Café "Lemon next to the Pie".
Wir essen köstlichen warmen Brownie mit Vanilleeis und trinken Kaffee.  Hier der Link: https://www.facebook.com/LemonNextToThePie/ , auch im TripAdvisor zu finden.

Dann fahren wir zurück nach Woolacombe, wieder über die Scenic Route. Armin lässt mich unten am Strand raus und ich gehe noch ein wenig die Esplanade entlang und schaue mir den Nebenstrand Barricane Beach an.  Leider ist die kleine Betonplattform am Strand leer, es ist Winter und das Barricane Beach Café ist abgebaut. In den Sommermonaten bekommt man hier am 18 Uhr (angeblich, ich konnte es ja nicht testen)  legendäres Sri Lanka Curry.
Als sich in der Dämmerung nach Hause gehe, sind immer noch Surfer im Wasser.

Morgenstimmung bei Sonnenaufgang

Sonne scheint durch das Fenster auf das Bild

und auf unsere Essecke

Surfer Café in Croyde

Dünen in der Woolacombe Bay

Blick nach Putsborough und zum Baggy Point

Surfer in Saunton Sands

Saunton Sands und die Braunton Burrows

Saunton Sands

Surfer

Pannier market Barnstaple

Mittwochs ist Antiquitätentag

Butcher´s Row

Köseladen

Eckkneipe

Entlang der Esplanade

Barricane Beach

Blick auf Baggy Point

Klippen an der Esplanade