Montag, 5. Oktober 2015

Einmal quer über Vancouver Island

Heute geht es weiter nach Tofino. Wir frühstücken wieder bei Willie`s, der Laden ist voll, sogar draussen auf der Terrasse sitzen Leute vor einem Kaminfeuer. Dann aber packen wir unseren Jeep voll und machen uns auf den Weg. Erst einmal geht es entlang des Transcanada Highways, der hier in Victoria mit Km 0 beginnt und sodann quer durch Kanada bis zum Atlantik geht. Auf dieser Insel allerdings nur bis Nanaimo, dann geht der Transcanada Highway erste einmal auf die Fähre nach Vancouver.
Wir machen eine Kaffeepause in Chemainus.

"Chemainus lebt traditionell von der Forstwirtschaft. 1858 wurde die Gemeinde aus einer Ansiedlung von Holzfällerlagern gegründet und am 1. Juli 1871 wurde das Chemainus Post Office eröffnet. 1880 erreichte dann auch die Eisenbahn auf ihrem Weg Richtung von Victoria nach Nanaimo die Gemeinde und führte zu einem weiteren Wachstum. Die Geschichte der Ansiedlung reicht jedoch weiter zurück, da vor einer Ansiedlung von Europäern das Gebiet schon Siedlungs- und Jagdgebiet der First Nation war." (Quelle: Wikipedia)

In Chemainus geht eine kleine Fähre zu einer der Golfinseln. Vor allem aber sieht man jede Menge geflößtes Holz auf dem Sund. Der Ort hat keine besonderen touristischen Attraktionen und tat sich wirtschaftlich lange schwer. Bis jemand eine gute Idee hatte: Heute finden sich 36 große Wandgemälde im kleinen Ort, die von der Geschichte erzählen. Ein Bild zum Beispiel zeigt, dass fr die Holzverarbeitung chinesische Arbeitskräfte in massen in das Land geholt wurden. Die Murals sind ein großer Erfolg und viele Besucher halten, um sie sich anzusehen und gehen dann auch ins Café, Restaurant oder einen Laden.

Etwa bei Parksville geht es dann nach Westen ab auf den Highway 4 in Richtung Ucluelet und Tofino und dem Pacific Rim National Park. Wir fahren erst einmal etwa 40 km bis Port Alberni, auch dieser Ort lebt von der Holzverarbeitung. Holz wird hier offenbar erst pulverisiert und dann verstromt. Armin möchte eine Pfeife rauchen, aber das ist in Kanada nicht einfach. Eigentlich ist es überall verboten, zumindest in einem Ort. Im Lonely Planet steht so nett, dass es am meisten Sinn macht, sich mitten auf einen Parkplatz zu stellen. Auch hier in unserem Tofino-Hotel, dem Wickaninnish Inn, ist Rauchen auf dem ganzen Gelände verboten. Es gibt auch nirgendwo vor den Pubs und Restaurants die kleinen rauchenden Menschentrauben, da 6 Meter vom Haus entfernt erst wieder geraucht werden darf. Das bedeutet bei Reihenhäusern de facto auf der ganzen Straße.

Wir fahren etwa 180 km durch Nadelwald , immer wieder unterbrochen von Seen und Sunden, Wasserfällen und trockenen Kiesbetten. Dann aber sind wir wieder am Pazifik!

Unser Hotelzimmer hat einen wunderbaren Blick nach Westen und man kann im Bett liegen und den Wellen zuhören. Am Abend im Restaurant gibt es ausgezeichnete (buchstäblich!) Westküstenküche. Armin sagt von seinem Sable Fish, auch Black Cod genannt, dass es der beste Fisch ist, den er je gegessen hatte. Ich hatte als Starter Krabben mit Polenta und halbgetrockneten Pfirsichen und frischen Pfirsichen und weißer Schokolade. Interessant, aber ein bisschen eigenwillig. Mein Hauptgericht war ein Cornish Chicken ( sehr gut) mit "blackened Corn" und der Nachtisch ein chocolat bar: Ober eine hauchdünne Bitterschokoladeschicht, darunter eine Schokocrème mit einem ganz dünnen knusprigen Boden, dazu noch eine hauchdünne Scheibe Karamell, der schon ganz dunkel war und Himbeermark/coulis und frische Früchte. Wow!

So hier füge ich die Fotos mal wieder in kleiner Auflösung ein, da da WLan gedrosselt ist...!
Das Haus mit unserer Wohnung in Victoria

In Willie´s Restaurant

Haus in Victoria

Haus in Victoria

Haus in Victoria, Chinatown

Häuser in Victoria

Haus in Victoria

Geflößte Holzstämme in Chemainus

Wilder Bach in den Bergen zwischen Port Albern und Tofino

Herbstblätter

Unser Zimmer im "Wick"

Blick vom Balkon

Der lange Strand Chesterman´s Beach

Jetsam and Flotsam

Mural in Chemainus

Strand am Wick

Skulptur in Port Alberni

Mural in Chemainus

Mural in Chemainus

Mural in Chemainus



Sonntag, 4. Oktober 2015

Treibholz und der wilde Pazifik

Heute sind wir von Victoria südwestlich  in Richtung Sooke an der Juan de Luca Strait gefahren. Die Strait liegt zwischen dem Olympic National Park im Staat Washington und Vancouver Island und stellt auch die Grenze zwischen den USA und Kanada dar. In Sooke schauen wir uns den Spit an, eine Kiesbank , frühstücken und fahren weiter in Richtung Port Renfrew. Nach etwa 20 Km erreichen wir den French Beach, einem Regional Park entlang einem Strand voller Kiesel und Treibgut. Es ist Samstag und so sind wir nicht ganz alleine am Strand..., aber die wenigen Leute verteilen sich. Wir sitzen auf bzw angelehnt an einen großen Treibgutbaumstamm und schauen auf die Wellen . Mit Krachen branden sie an den Strand, um danach mit Schlürfen und Knistern über die Kiesel wieder wegzurollen.

Die Pazifikküste liegt voll Treibgut, vor allem Holz und dabei vor allem Baumstämme. Immer wieder bauen die Spaziergänger kleine Kunstwerke. Wer daran vorbei geht, legt vielleicht noch etwas dazu oder einen besonders schönen Kieselstein darauf. Am Parkplatz warnt ein Schild davor, unbekanntes , dubioses Treibgut anzufassen und bittet, es den Behörden zu melden. Der Grund ist, dass manchmal Gegenstände angeschwemmt werden, die aus Asien stammen. Bei dem Tsunami weggespültes oder radioaktives aus Japan, zum Beispiel.

Die Tafel warnt auch vor Bären und vor allem vor Pumas. Es heißt dort, dass Pumas unberechenbar seien, da sie am oberen Ende der Nahrungskette stehen und sich vor nichts zu fürchten brauchten. Man wisse nicht warum, aber ganz besonders mögen Pumas kleine Kinder. Es wird vermutet, dass dies wegen der hohen Stimmlage und dem Gewusel wohl der Fall sein könne. Kinder sollten daher nur in Gruppen spielen, beim Wandern nicht vorauslaufen, im eingezäunten Garten spielen u.s.w.

Ich gehe über einen bequemen Waldweg zum Ende der Bucht, links liegt dichter Wald und so bin ich ganz froh, als ich Puma-frei wieder auf dem offenen Strand bin. Am Ende der Bucht hat sich Sand angesammelt, ein paar Regenpfeifer stochern mit ihren Schnäbeln im Boden herum. Auf den Wellen schaukeln und Möwen. Ab und zu fliegt eine Schar Kormorane niedrig über das Meer. Über dem Wald, hoch oben, kreist ein Weißkopfadler (wir haben ein Fernglas mit). Nur die hier wohl zahlreichen Otter lassen sich nicht blicken. Es ist allerdings auch schwer, sie von den Spitzen des "Kelp", der langen schlauchförmigen Algen mit einer Blase an der Oberfläche zu unterscheiden.

Es geht weiter in Richtung Port Renfrew. Am Weg liegt der Holzfällerort Jordan River, vom dem nur verlassen aussehende niedrige Häuser übrig geblieben sind. Immer wieder einmal führt eine Stichstraße zu einem Wanderparkplatz, wir fahren aber weiter bis Port Renfrew. Port ist ein großes Wort für einen Steg mit zwei Fischerbooten, allerdings voller Utensilien (Lachse?, Austern?). Es gibt einen Pub, der kann aber keinen Coffee to Go. So landen wir im Coastal Café mit dem besten Blaubeerenkuchen und not-to-go!
 Wir beschließen trotz des schönen Wetters die Autofahrt noch auszudehnen und nicht denselben Weg nach Victoria zurückzufahren, sondern erst einmal in das Inland und über Lake Cowichan zurück. Das erste Warnschild weist darauf hin, dass es auf den nächsten 57 Km keine Tankstelle gibt. Das zweite Warnschild erklärt, dass auf den nächsten 56 km Wild auf der Straße ist (leider nichts gesehen). Das dritte Warnschild warnt vor Trucks mit Baumstämmen "next 33 km active logging". Glücklicherweise ist da am Samstag Ruhe, die Riesenlaster sind nämlich nicht dafür bekannt, dass sie langsamer fahren würden bei Gegenverkehr...!

Noch im Bereich von Port Renfrew halten wir an einer langen Brücke über einen Meerarm. Kanadische Bilderbuchblicke. Auf der Brücke stehen Angler und auf einem Baumstamm im Wasser ein Reiher.

Das Holzfällen ist zwar, zumindest aus der Sicht von Baumliebhabern wenig korrekt, aber die Schneisen bedingen , dass man immer wieder einmal einen schönen Weitblick hat über die Berge (hier etwa 1000 m hoch) , die sich Baum neben Baum aneinanderreihen. Dazwischen immer einmal ein leuchtend gelber Laubbaum, immer wieder auch einspurige Brücken über Flüsse, Bäche und kleine Canyons mit Wasserfällen.

Aufgrund der Rundfahrt ist es spät geworden und bei der Einfahrt n die Stadt Victoria tutet die Benzinwarnung. Hier gibt es aber glücklicherweise wieder jede Menge Tankstellen.

So, jetzt habe ich Hunger, die Blueberry Pie reicht nicht mehr!

Nachtrag: Es ist gar nicht so einfach, Geld für ein Essen los zu werden, wenn man an einem Samstag Abend keinen Tisch reserviert hat. Gut, dass es den "Bard & Banker"-Pub gibt, groß und beliebt, wir bekommen mit nur 5 Minuten Warten einen Tisch, sitzen im viktorianisierten Ambiente, eine Ban macht Soundcheck und ich esse einen der besten Burger-ever! Der Kellner mein hinterher, als ich sage, der Burger sei "awesome" gewesen, dass die die "mean combination" von prime rib und brisket mache. Auch gut, fingerlicking good, sticky fingers good!(Armin isst den Burger trotzdem mit Messer und Gabel).

French Beach, Vancouver Island

Sooke, Vancouver Island

French Beach, Vancouver Island

Kelp, French Beach, Vancouver Island

Kelp, French Beach, Vancouver Island

Driftwood (Treibholz), French Beach, Vancouver Island

Driftwood, French Beach, Vancouver Island

Möwe fliegt los!

Wellen, French Beach, Vancouver Island

Warnhinweis Wild, French Beach, Vancouver Island

bei Port Renfrew

Port Renfrew

Wasserfall auf der Fahrt nach Lake Cowichan



Samstag, 3. Oktober 2015

Willy´s Breakfast; Butchart´s ,ein National Heritage Garden und eine Straße am Meer entlang

Nach dem Frühstart heute Morgen waren wir bereits um 7.30 ausgehbereit fürs Frühstück und sehr hungrig noch dazu. Gleich zwei Straßen weiter werden wir fündig, Willie´s Café hat schon auf und ist gut besucht, die Frühstückskarte lang wie mein Arm. Das Restaurant ist in einem alten Brownstone House, die Fassade aber bunt bemalt, innen: hohe Decke, Ziegel- und  oder blau tapezierte Wände. Die ganze Farbgebung in Blau und Rot macht gute Laune und aus dem Lautsprecher kommt nette Musik, Oldies meet Jazz, am Nachbartisch sitzt eine Frau mit ihrer erwachsenen Tochter und als sie aufsteht, fängt sie unwillkürlich an, sich zur gerade laufenden Rock ´n Roll Musik zu bewegen. Sie merkt, dass ich das sehe und lächelt verlegen. Ich lache zurück und sage, dass mir die Musik auch gefällt! Dazu zwei Riesenbecher Kaffee und ein Omelette mit Blattspinat und Paprika, Tomaten und Feta, zwei Scheiben Bacon, glasiert mit Ahornsirup und Toast und hausgemachte Marmelade. Yummy!

Von dort aus erkunden wir Downtown und fangen erst einmal an, indem wir am Ufer des Inner Harbour entlanggehen. Prince of Whales (Walbeobachtungsfahrten) hat sich eine gute Marke ausgedacht, neben den gelben Schlauchbooten ankern zwei Wasserflugzeuge. Ein wenig weiter zwei etwas stark romantisierende Bronzefiguren von Seeleuten, die für die Nation gekämpft haben. Danach noch James Cook und Königin Victoria (natürlich!) und das Traditionshotel The Empress Hotel mit seiner Neogotik französischen Baustils, bewachsen mit Virginia Creeper, dessen Blätter sich rot färben. Hier gibt es den besten Afternoon Tea in der Stadt. Victoria spielte lange auf der Klaviatur, die englische Stadt Kanadas zu sein. Inzwischen hat sich das Image erweitert und ie Universitätsstadt und Hauptstadt von BC hat nun das neue Etikett "quirky". Es gibt in der Stadt, die größer ist, als wir dachten, viele kleine Läden, die Dekoartikel, Kleidung, Hanfprodukte und feines Schreibpapier verkaufen, Wollläden, Vinylschallplatten, polnische Wurst und griechische Schneider, sehr nett zum Bummeln und gucken. Unser Apartment liegt in einem teils neuen, teils in ein altes Brownstone eingefügten Komplex mit Wohnungen mitten in Chinatown. Es sind nur ein paar Meter zum Inner Harbour und zu vielen Sehenswürdigkeiten der Stadt. Bei unserem Rundgang kommen wir am Museum of BC vorbei, aber es ist noch eine Stunde vor der Öffnungszeit...!

Zurück "zuhause" erwischt mich wie ein Schlag mit dem Baseballschläger der Jetlag (oder das Jetlag= der Jet aber das Lag? ;). Ich lege mich eine Stunde ins Bett und schlafe ein bisschen. Danach brechen wir mit dem Auto auf zum Butchard´s Garden, etwa 20 km in die Richtung der Vancouver Fähre, aus der wir gestern Abend gekommen waren. Zunächst geht es durch das Gewerbegebiet von Victoria mit vielen Geschäften, aber auf der 500 km langen und 150 Km breiten Inseln dürfte das dann auch der einzige (z.B.) Toys R Us gewesen sein...!

Butchard´s Garden wurde 1904 von der Ehefrau des Herrn Butchart rund um und in einen/m ehemaligen Kalksteinbruch angelegt. nebenan lag eine Zementfabrik, deren Arbeiter sie immer wieder rekrutierte. Immerhin kostet der Eintritt gut € 20,00 pro Person. Interessant ist der Ansatz des Gartens. Er soll zu jeder Jahreszeit eine bunte Augenweide sein ("a riot of colors"), dafür pflanzt man jahreszeitlich immer wieder Tausende Pflanzen speziell an. Jetzt, im Oktober, gab es eine Riesenmenge Dahlien, aber auch neu eingepflanzte Teppiche von Herbstastern, Chrysanthemen und weiteren Spätblühern. Das kostet Geld und so erklärt sich der Eintrittspreis. Für alle Fälle haben wir aber dann doch kein Eis (1 Bällchen CanD 5,00 ohne Steuern),  wir finden , dass wir den laden schon genug unterstützt haben. Am Erstaunlichsten waren die vielen asiatischen/ Asien-stämmigen Besucher, ehr als die Hälfte. Manchmal war es wie Spiessrutenlaufen, den Selfiesticks ohne Verletzungen zu entgehen. Besonders fiel uns ein Paar um die 40 auf, Hochzeitsreise? Sie in einem lange pinken Kleid, er im dunklen Anzug. Dabei eine Fotografin. Überall und vor jedem zweiten Busch haben sie posiert, aber das was am meisten auffiel war, dass sie immer wieder ihre beiden Handgelenke übereinandergelegt fotografierten. Nicht etwa wegen Ringe, sondern weil jeder eine  Armbanduhr mit weißem Band trug (?!).

Von Butchart aus geht es weiter nach Sidney (mit nur einem Y), eher unspektakulär, aber nett am Wasser gelegen und dann zurück in Richtung Victoria. Auf der Höhe der UVIC (University of Victoria) biegen wir ab, fahren durch den Campus und kommen auf eine lange Uferstraße, die um die Spitze der Halbinsel führt. Es taucht der Olympic National Park im Staat Washington/USA auf. Da waren wir schon!

Wo die Brandung hinkommt, gibt es einen Riesensaum aus totem Holz, ganze Baumstämme dick.

So, jetzt trifft mich wieder der Baseballschläger Jetlag, noch ein paar Fotos und ab ins Bett!

Das Frühstückscafé

Detail Totempfahl, Victoria, BC

Der "Landtag" von British Columbia

Kriegerdenkmal

Schaufensterauslage

Inner Harbour

Chinatown

Tattooladen Chinatown

The Empress Hotel

Im Butchard´s Garden


Beliebte Fotoobjekte:Dahlien


Küstenstraße um Victoria, wo die oberen 10.000 wohnen.



Freitag, 2. Oktober 2015

Der Tag hat 33 Stunden: Leverkusen-Victoria, British Columbia

Spoilt forever! Wir haben Plätze auf dem Oberdeck der Boing 747-400, obwohl  nicht das neueste Modell, schon mit der "neuen" Business Class. Ich habe den Fensterplatz, Armin neben mir am Gang. An der Fensterseite ist ein breiter Sims, auf dem ich alles wichtige verstauen kann. Es gibt einen Fußhocker und außerdem einen verstellbaren Sitz (in alle Richtungen) bis auf 180 Grad. Das Essen wird auf einem weissen Tischtuch serviert, auf Porzellan und mit Speisekarte, ist aber nicht ganz so ansehnlich angerichtet, wie in dem Sky Chefs Kochbuch, dass mit Helga und Heinrich einmal aus der Ringeltaube der Lufthansa gekauft hatten.

Armin wird zunächst gefragt, ob er Arzt sei, mich fragt keiner, obwohl ich auch einen Titel habe und alle Staffeln ER gesehen! Pünktlich zum Film "Jurassic World" (2015) kommen ein paar hundert Kilometer vor Grönland Turbulenzen, die  etwa eine Stunde andauern. Der Spiegel in meinem Wasserglas zittert zum Takt des Gehens der Riesensauriere. Ach zu den Helikopter Flügen und herumwirbelnden Kabinen der Action Szenen, passt die Bewegung des Flugzeugs ideal. Statt Popkorn gibt es mal Wasabi Nüsse, dann Schokinüsse, dann  Gummibärchen.

Als wir die Spitze von Grönland überfliegen, haben die Dinos aber Pause. Ich überlege, ob ich Armin wecken soll, aber der ist schon einmal über Grönland geflogen und er muss noch bis Victoria Auto fahren. Also geniesse ich ganz alleine. Mehr Drama kann kein Hollywoodfilm, als diese grandiose Ansammlung von Felsformationen, Bergketten, Gletschern, die sich in das Meer bewegen und unzähligen kleinen Eisbergen, immerhin ist es schon Oktober, mehr Schmelzen geht nicht mehr im Jahreskreislauf. Das war schon einmal ein Auftakt der Naturbeobachtungen, der sich mehr als gelohnt hat. Gut, dass gerade keine Wolken da waren. Einmal über dem amerikanischen Kontinent fliegen wir endlos über Tundra, dann kommt die Hudson Bay, aber es wird wolkiger. Um Calgary und Edmonton dann wieder freie Sicht und viele Rechtecke auf dem Boden: Weiden und Felder . Kein Blick aus dem Fenster, ohne dass man auf einen Schlag Hunderte Seen sieht und das schon seit mehreren Flugstunden. Um Edmonton herum haben die Felder alle kleine Seen, das sieht von oben aus wie Pockennarben.

Dann kommen die Rocky Mountains mit ihren schneebedeckten Gipfeln, 600 km mindestens nur Berge. Ein türkisblaues Band: Der mächtige Columbia River.Das Flugzeug nähert sich Vancouver und es tauchen noch einmal Gipfelketten auf, die Coastal Mountains. Das Flugzeug ist nun im Sinkflug und manche Bergkuppen kommen zum Greifen nah.

Um Vancouver herum gibt es viele Flussmündungen und Inlets (Meerarme), interessant ist, dass man überall treibende Baumstämme sieht, die flussabwärts geflößt werden.

Von Vancouver in Richtung Tsawaassen, dem Fährhafen, stehen wir erst einmal im Berufsverkehrsstau. So verpassen wir knapp die 5-Uhr Fähre, allerdings war die ausgebucht, da hätten wir schon viel früher da sein müssen. Wir bekommen aber Tickets für die Fähre um 18 Uhr und gehen in die kleine Fährhafen-Minimale und kaufen Kaffee, 16 Unzen. Daran dachte ich dann später im Bett noch, das hat uns zwar wachgehalten bis Victoria, aber mich leider noch ein bisschen darüber hinaus.

Der Ladeanzeiger der Fähre zeigt etwa 400 Fahrzeuge, das Schiff ist ähnlich groß wie eine Kanalfähre und benötigt 1,5 Stunden bis Swartz Bay, dem Fährhafen auf Vancouver Island. Allerdings geht es nicht über wildes, offenes Meer, sondern durch die St. George´s Strait, der Meerenge zwischen dem Festland und der Insel, Teil der berühmten "Inside-Passage", auf der viele Kreuzfahrtschiffe (und eine BC Fähre von Port Hardy nach Price Rupert oder Bella Coola )von Seattle bis Alaska fahren. Die Meerenge ist berühmt für die Orcas, die aber vor allem im Sommer hier zu sehen sind.

Ich sehe zumindest ganz viele Seehunde, manchmal tauchen und auftauchen sie an 10 Stellen gleichzeitig. Ob es "nur" Seehunde sind, kann ich noch nicht einmal genau sagen.

Wir fahren an vielen der Gulf Islands vorbei, die untergehende Sonne spiegelt sich im glatten Wasser und immer wieder treiben Nebelbänke, durch die wir durch müssen und in denen das Schiff alle 2 Minuten tutet.
Hinter mir sitzt eine Frau und telefoniert offensichtlich mit ihrem Kind, das genauso offensichtlich verhandelt, ob es wach bleiben darf, bis Mama zu Hause ist. "Yes Sweetie, I love you too, kiss kiss" und so weiter. Eine nette, nachvollziehbare Unterhaltung, aber ich merke, wie mich der fehlende Schlaf einholt und mir die etwas hohe Tonlage an den Nerven sägt.

Von Swartz Bay aus sind es nur noch 30 Kilometer bis Victoria, inzwischen ist es aber dunkel geworden und daher muss man beim Fahren etwas aufpassen, vor allem in Downtown Victoria, da wi die richtige Straße finden müssen.

Unser Wohnungseigentümer erwartet uns an der Einfahrt zur Tiefgarage und wir fallen in der schönen Wohnung (später hierzu mehr) gegen 20.30  Ortszeit todmüde ins Bett, in Deutschland ist es jetzt nach 5 Uhr.
Ich liege noch wach bis 22.15, dann schaue ich das nächste Mal um Mitternacht auf die Uhr, ich habe da wohl doch etwas geschlafen. Dann werde ich im Stundentakt wach und um 5.30 stehen Armin und ich dann auf. Zeit zum Koffer auspacken, Tee kochen, Blog schreiben und für Armin zur ersten Pfeife (Balkon) seit gestern Morgen in Deutschland.

Sobald es hell ist und die Cafés öffnen, freue ich mich auf ein dickes Frühstück (Bacon ist ein Muss!) und dann auf die Erkundung von Victoria. Unsere Wohnung ist am Rand von Chinatown und nur einen Steinwurf vom Wasser entfernt, das hier natürlich allgegenwärtig ist. Ich werde berichten!
Gletscher Grönland

Gletscher Grönland

Eisflächen und Eisberg Grönland

Gletscher Grönland

Gletscher und Eisberge Grönland

Eis bis zum Horizont

Vorspeise im Flugzeug 




Treibende Holzstämme, Vancouver

Überfahrt nach Vancouver Island



Donnerstag, 1. Oktober 2015

los geht es Oktoberfest-Style

ich freue mich in der Lounge in Frankfurt zu sitzen. Oktoberfest im Zug. Fast kein Platz mehr frei und jede Menge Lederhosen und Dirndl. Das Business Class Abenteuer lässt sich gut an: Am Bagage Check in vorbei an der Schlange. beim Security Check vorbei an der Schlange und in der Lounge blauweiße Faehnchen, Leberkaese, Krautsalat und bayerischer Senf und Kartoffelsalat . Keine Lederhosen mehr allerdings !
Jetzt noch einen Kaffee und einen Nachtisch und eine Heparinspritze in den Bauch und es kann losgehen !