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Dienstag, 8. Mai 2018

Lavaströme und Weinberge

Heute ( Blog ist immer einen Tag  zeitversetzt, also eigentlich gestern) fahren wir spät los, erst um halb zwei. Wir nehmen die Küstenstraße über Giardini Naxos. Vor dem Ort liegt ein Kreuzfahrtschiff, die Azemare Quest auf dem Weg nach Sardinien. In Fiumefreddo ( kalter Rauch? Ätna?) biegen wir Richtung Linguaglossa ( speaking in tongues?) ab und kommen auf die Hänge des Ätna, der mit einer Gesamthöhe von 3323 m der höchste Vulkan Europas ist und in einem Jahrhundert durchschnittlich etwa 20 größere Ausbrüche hat. er ist aber ständig aktiv zuletzt deutlich erkennbar im Februar März 2017, tatsächlich mußte am 18.März der Flughafen Catania wegen einer Aschewolke geschlossen werden. Auf den Ascheböden wachsen Wein, Obstbäume,  viele Zitrusfrüchte. Innovierend Kehren schlängelt sich die Straße  sodann durch die immer einsamer werdende Waldlandschaft, immer unterbrochen von Lavaströmen. Der Boden ist jetzt schwarz. Erst blühen noch Ginster und zahlreiche andere Blumen, dann wird es höher und kälter und der Wald dominiert. nach einem Halt in einem Bergrestaurant mit Semifreddo Mandorle und Kaffee fahren wir  auf verschlungenen Wegen wieder zurück.

Hinterland von Taormina, Vorgebirge Ätna
Lavagrund
Blumen am Hang des Ätna
Straßenschilder im Nationalpark des Etna
Lava, nahe Refugio Citelli
Erkalteter Lavastrom in Richtung Giarre
Blick von der Terrasse

Montag, 17. Juli 2017

Bardur mit dem Trollblut und ein Vulkan 🌋 unter der Wolkendecke.

Zunächst noch ein Nachtrag zu gestern, wir sind am Abend noch rund um Ort und Hafen spazieren gegangen und gegen 22.00 brach die strahlende Sonne zwischen den Wolken hindurch und tauchte alles in ein Mittsommer- Zauberlicht. Auf dem Wasser gab es phantastische Spiegelungen des blauen Himmels, leider hatte ich die falsche Kamera dabei...! Seeschwalben flogen wild und wirr umher und stießen im Sturzflug immer wieder ins Wasser, um zu fischen. Unfassbares Licht! Hinter einem Autoreifen hockt ein Schneehase.

Heute machen wir uns auf, die Sitze der Halbinsel Snaelfellsnaes im Westen Islands zu umrunden. Zunächst kommen noch die nächsten Fischerorte Rif und Hellissandur, beide etwas kleiner als Olafsvik und wieder mit zahlreichen Hallen, in denen der Yfisch verarbeitet wird. wir haben auf unserer Reise schon viele Fischereihäfen und Fischfabriken gesehen, kein Wunder das der Fischfang in Island 10 % Anteil am Bruttoinlandsprodukt hat. Die Landfläche beträgt gut 100.000 qm, die Fischereizone das Siebenfache, bei etwa 340.000 Einwohnern. 76 % der Exporte gehen auf die Fischerei zurück. Größter Devisenbringer ist der Tourismus. Allerdings wurde uns inzwischen erzählt, dass in diesem Jahr weit weniger Besucher nach Island kommen, da die Krone sich deutlich verteuert hat. Und wer komme, der kaufe eher im  Supermarkt ein, als das Geld in Restaurants zu lassen. Viele Investitionen wurden im Tourismus gemacht, da die Zahlen bislang jedes Jahr deutlich gestiegen sind. Jetzt machen sich manche Einwohner, die Gästezimmer gebaut haben , Sorgen um ihre Baukredite. ( weitere Infos: http://www.auswaertiges-amt.de/DE/Aussenpolitik/Laender/Laenderinfos/Island/Wirtschaft_node.html)

In der Kehre der Westspitze geht eine Straße nach Önverdanes ab, die bald zur Schotterpiste wird und mehrere Abzweigungen hat. An vielen Stellen sind Startpunkte für Wanderwege. Spitze Lava, Lavadecken, manchmal mit Rissen, runde Steine, gedeckt von Islandmoos wechseln sich ab. Drumherum schwarze Steilküste mit Vogelfelsen. An einem  Strand, der sogar gelben Sand hat , steht ein Schild, das aufgrund von Riptides und Strömungen vor dem Baden warnt...! Wer möchte allen Ernstes hier schwimmen gehen, auch wenn Hochwasser ist. In Husavik war die Wassertemperatur bei 5 Grad. Mehr als 10 können es hier auch nicht sein. In unserem Hostel in  Borgarfjördur ist allerdings tatsächlich eine Frau nach der Sauna ins Wasser gegangen ( und wieder lebendig rausgekommen).
Wir parken ein paar hundert Meter vor dem gelben Leuchtturm, da hier der Bodenbelag sehr krass wird und wir an den Platten der Wanderer von gestern denken müssen. Jedenfalls ist die Westspitze der Halbinsel sehr zu empfehlen, da sie eine Vielzahl von Möglichkeiten ans Meer zu kommen bietet ( ist nicht immer so einfach zugänglich in Island) und eine wilde,rauhe Schönheit aufweist. 
Wir fahren weiter durch den Nationalpark rund um den Vulkan Snaefellfellsjökull. Der formschöne Stratovulkan zeigt sich leider nicht in seiner ganzen 1446 m hohen Schönheit. Gletscher und Gipfel sind wolkenverhangen. Ausgebrochen ist er zuletzt vor 1800 Jahren, da können wir wohl beruhigt schlafen. Berühmt wurde er durch Jules Vernes " Reise zum Mittelpunkt der Erde ", der seine Protagonisten in den Snaefellsjökull Krater steigen lässt. Auch die Verfilmung wurde hier gedreht. Esoteriker schreiben der Gegend magnetische Kräfte zu. 

Wir halten als Nächstes im Dorf Anarstapi, von hier geht ein Küstenpfad entlang der Steilküste nach Hellnar. Am Meer steht eine Statue von Ragnar Kjartansson die die Sagenfigur Bárður Snæfellsás darstellt.(Wikipedia). Wir wandern auf dem Küstenpfad. In den Klippen nisten Dreizehenmöwen und Eissturmvögel.

Schließlich halten wir noch in Budir, eigentlich nur noch aus einem Hotel und einer alten Kirche aus schwarzem Holz bestehend. Wunderschön liegt die Kirche am Rande eines Dünengebietes (!) und einer langen Sandbucht.

Unsere derzeitige Unterkunft ist übrigens ordentlich. Man hat an einigem gespart, zB an Handtuchhaken oder Kaffeekochmöglichkeiten, zB in Form einer Cafétière oder einer Kaffemaschine..! Aber wir sind inzwischen Meister im Improvisieren und so schütten wir Kaffee im Topf auf dem Satz auf. Die Wohnung ( Ein Raum plus Bad) ist aber geräumig, wir passen wieder aneinander vorbei, wenn einer zum Kleiderschrank muss und müssen die leeren Koffer nicht mehr im Kofferraum lagern. Auch gibt es zwei Herdplatten, und wer braucht schon ein Küchensieb? Wenn man vom Mehlsilo der Bäckerei im Haus absieht, haben wir Sogar Aussicht auf Hafen und Meer. Und der in den Reiseführern angeprangerte Fischgestank im Ort ist bislang nicht zu riechen! Ich mag den Ort. Er hat alles, was man so braucht. Armin war eben am Fußballstadion Pfeife rauchen und da wurde gerade gespielt. Die Tribüne war voll und um die Bande herum parkten Autos, die bei einem Tor für Olafsvik ein Hupkonzert machten. Sporthalle, Schwimmbad, Schule, alles da! 

Hafen von Olafsvik

Abendpfeife

Hot Dog Bude in Olafsvik

Seeschwalben im Hafen von Olafsvik

Mittsommerlicht

Salzsäcke im Hafen

Moos am Küstenpfad bei Önverdanes

Vogelfelsen bei Önverdanes

Leuchtturm von Önverdanes

Lavafeld auf der Landzunge  Önverdanes

Islandmoos in Önverdanes

Moos wie ein dicker Teppichboden

Hausberg von Anarstapi

Vogelfelsen bei Anarstapi

Windzerzaust

Küstenwanderweg Anarstapi nach Hellnar

Typische Vegetation

Dreizehenmöwen und Fulmars

Sanddünen bei Budir

Kleine Kirche in Boudoir

Islandpferde in Budir






Von meinem iPad gesendet

Samstag, 15. Juli 2017

Hissen, zischen, kochen, blubbern: rund um den Lake Myvatn

47 Km sind es von unserem Laxahus in Laxamyra am Laxafluss ( jetzt ahnt jeder, dass dies der lachsreicheste Fluss in Island ist) zum Lake Myvatn, dem Mückensee.

Zunächst führt uns der Weg durch Weideland mit den typischen bunten Folien-Heuballen, die mit den unterschiedlichen Farben schon ein Inselwahrzeichen geworden sind.
Dann kommt wieder Tundra, erst noch grün und krautig, später nur kleinsteinig schwarzbraun. Dann nach einer Weile die ersten Lupinen, die sich bald schon bis zum Horizont als lilafarbene Decke ausdehnen. Die Gegend ist immer deutlicher von Vulkanen geprägt. Bald schon liegen bizarre, scharfkantige Lavabrocken überall herum. Die Schotterstraße liegt etwas dammartig erhöht als langes und gerades Band in der Landschaft. Hier muss man nicht auf alte Landrechte und Äcker und Weiden Rücksicht nehmen ( und auch nicht auf Dörfer). Die Straße geht schnurgerade, dabei aber auf und ab wegen der hügeligen Landschaft.
Am Abzweig auf die Ringstraße oberhalb des Sees halten wir an. Die gegenüberliegenden Berge spiegeln sich im See.

Wir fahren mit Westen beginnend um den See herum und halten das erste Mal in Kálfastrand bei Höfdi. Hier hat die Erosion Lavasäulen stehen lassen, im See sind viele Inseln, das Wasser ist glasklar.
Dann geht es weiter nach Dimmuborgir , der düsteren Burg ( Heimat isländischer Weihnachtswichtel). Dimmuborgir ist ein riesiges, schroffes Lavafeld mit Burgturm ähnlichen Erhebungen. Tourismus zentral mit Bussen, Wohnmobilen und Autos. Kaffi Borgir bietet -klar- Kaffee und Snacks. Toilettenbenutzung kostet umgerechnet knapp 2 Euro ( ich erinnere an das Gehen von Büschen) , wer was bestellt bekommt ein Freiticket. Wir trinken Kaffee.
Dann gehe ich in das, von oben gar nicht so beeindruckend aussehende, Gebiet hinunter.
Ich gehe nicht wie alle den Kirchenweg ( "Burg", die wie Kirche aussieht nehme ich an), sondern in die entgegengesetzte Richtung und biege auf einen Pfad mit Warnschild " difficult" ab. Zurück kann ich schließlich jederzeit. Der Pfad ist gar nicht schlimm, dafür bin ich alleine mit den Türmen, den Blumen und den Vögeln.
Als Nächstes kommen wir zum Bjarnaflag, einem geothermischen Feld, in dem Bauern einst versucht haben, Kartoffeln anzupflanzen, die im Boden dann allerdings verkochten. Der dort gelegene kleine See ist von Silikaten türkisblau gefärbt. An seinem Rand zischt Wasser in einer Fontäne ( lautes Brüllen trifft es eigentlich besser als Zischen) unter hohem Druck aus dem Boden, der Dampf ist noch 100 Grad C heiß. Überall sieht man Gerätschaften und Rohre, die zeigen, dass die Kraft zur Stromerzeugung oder Erwärmung genutzt wird.
Nur ein paar Km weiter ist Hverir, ein Feld mit jeder Menge Fumarolen. Es zischt und blubbert und dröhnt. Dies Farben sind ocker, gelb, grau,rotbraun und weiß. Hinter dem geothermischen Feld liegt der Berg Námafjall, der aus einem Spaltenvulkan heraus gebildet wurde. Überall im Berg sieht man Dampf. Kein Wunder, denn unter dem Berg stoßen die Kontinentalkanten aufeinander.
Froh wieder frei atmen zu können, fahren wir zum Abschluss der Myvatn Rundfahrt noch zum Krafla  Vulkangebiet mit dem großen Kraftwerk, dass 1973 erbaut, aufgrund eines Vulkanausbruchs seinerzeit erst einmal direkt wieder kaputt war. Etwas bergauf liegt der brandgefährliche Vulkan Leirhnjúkur , ebenfalls mit einem Fumarolengebiet. Armin war zu faul auszusteigen, aber wenigstens war er dazu zu bewegen noch bis zum Vulkankegel Viti mit seinem smaragdfarbenen Wasser zu fahren. Korrektur: Er war nicht zu faul auszusteigen, sondern zu faul, nach dem Aussteigen den Wanderweg zu nehmen.....! Am Weg ist ein kleiner Parkplatz mit einer Dusche mit warmem Wasser direkt aus dem Boden.

Zum Abschluss des Blogs verrate ich noch die -ohne-Kochplatte-Kreation des Tages: Grüner Salat mit Olivenöl und Zitrone ( der Supermarkt heute hatte auch kleine Olivenölflaschen), Basilikumcroutons ( aus der Tüte) und Röstzwiebeln. Dazu für jeden eine Dose Baked Beans, die Bohnen natürlich in der Mikrowelle erhitzt. Schmeckte tatsächlich gut.

Eine der vielen bunten Heuballenweisen am Wegesrand
Schotterpiste mit Lupinen bis zum Horizont an beiden Seiten 
Straße zum Lake Myvatn
Lake Myvatn
Lavatürme am Kalfastrand
Beliebte Destination für Birdwatcher
Ich auch: Birdwatcher
Dimmuborgi
Islandmoos in Dimmuborgi
Spitze Lavafelsen in Dimmuborgi
Vorsicht ist geboten am heißen Bjarnaflag
Vorsicht ist geboten am heißen Bjarnaflag
Kochender Schlamm in Verirr
Hverir Fumarolen
Schwefelablagerungen in Hverir
Brüllende Fumarole in Hverir
Hverir
Hverir
Schlammspritzer 
Warme Dusche am Parkplatz
Kratersee Viti
Kratersee Viti im Krafla Gebiet
Brandgefährliches Krafla Vulkangebiet